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Christrose, Schneerose, Schwarze Nieswurz

Helleborus niger L.

Christrose

Häufig sehen wir in den Gärten an beschatteten Stellen zur Weihnachtszeit die Christrose blühen. Sie wird deshalb auch Weihnachtsrose genannt.

Die Christrose (Helleborus niger) ist eine Pflanzenart in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Wegen der Schönheit ihrer Blüten und der ungewöhnlichen Blütezeit im Winter gehört sie schon seit langem zu den attraktivsten Gartenzierpflanzen. Aber auch in der Pflanzenheilkunde wird sie schon seit der Antike genutzt.

Die mehrjährige Pflanze hat einen schwarzen Wurzelstock (Rhizom), mit dem sie sich unterirdisch ausbreitet. Den Artnamen „niger“ erhielt sie wegen dieses schwarzen Wurzelstocks (niger = schwarz).

Die lang gestielten Laubblätter sind fußförmig in fünf bis neun Blattteile gegliedert. Die einzelnen Spreiten sind lanzettlich mit ganzrandigem oder gezähntem Blattrand. Die ledrigen Blätter sind dunkelgrün gefärbt. An ihren natürlichen Standorten sind die grundständigen, immergrünen, aber frostempfindlichen Blätter durch Schnee geschützt.

Die Blüten sind endständig und stehen meist einzeln oder zu zweit am 10 bis 30 cm langen Stängel. Die Blüte erreicht einen Durchmesser zwischen 5 und 10 cm. Die schneeweiße, rosa bis rötliche Blütenhülle setzt sich aus fünf eiförmigen Kelchblättern zusammen. Sie färben sich gegen Ende der Blütezeit grünlich oder rötlich um und bleiben lange erhalten. Die eigentlichen Kronblätter sind zu gelben bis gelbgrünen, tütenförmigen Honigblättchen umgebildet. Die zahlreichen goldgelben Staubblätter sind an der verlängerten Blütenachse spiralig angeordnet. Aus den drei bis acht nur an der Basis verwachsenen Fruchtblättern entwickeln sich Balgfrüchte mit zahlreichen Samen.

Das natürliche Verbreitungsgebiet sind Laub- und Nadelwälder der nördlichen (z.B. Salzburger Alpen) und der südlichen Kalkalpen (z.B. Gardaseegebiet); weiters ist die Art im Apennin und im nördlichen Balkan verbreitet.

Die Schneerose gilt in vielen Gegenden als gefährdete Pflanze und steht unter Schutz.

Schneerosen werden in der Natur nur selten von Tieren abgefressen, denn sie schmecken bitter und sind giftig. Die Giftwirkung war schon im Altertum bekannt; die Pflanze wurde dann auch als „chemische Waffe“ eingesetzt. Wie andere Giftpflanzen besitzt die Pflanze in richtiger Dosierung aber wichtige Heilkräfte und wurde deswegen schon im Mittelalter in Klostergärten kultiviert. Sie wurde als Herzmittel und harntreibendes Medikament genutzt sowie als Mittel gegen Epilepsie und Manie eingesetzt. Allerdings wiesen bereits damals Kräuterbücher auf die Giftigkeit sowie auf die Gefahr einer Überdosierung dieser Pflanze hin: 3 Tropfen machen rot, 10 Tropfen machen tot.

Die Pflanze (alle Pflanzenteile) ist vor allem durch Inhaltsstoffe wie Saponine und Protoanemonin stark giftig, die ein Kratzen in Mund und Rachen bewirken. Vergiftungssymptome sind Schwindel, Erbrechen, Durchfall, Kollaps.

Das Pulver des Rhizoms verursacht starkes Niesen, woher der deutsche Name Nieswurz kommt. Es wurde früher auch als Zusatz zum Schnupftabak und Niespulver verwendet.

Im Volksglauben des Mittelalters sollte die Pflanze ein langes Leben verleihen und vor Geistern und Zauberei beschützen.

Heute verschönt die blühende Pflanze im Garten und in der Wohnung die Weihnachtstage.

PDF-Download Meraner Stadtanzeiger 24/2010 Meraner Stadtanzeiger 24/2010 - Botanischer Spaziergang - Dr. Wilhelm Mair (wm)

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