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Erneuerte Bildstöcke bei der Georgenkirche in Obermais


Während der inzwischen abgeschlossenen Maler- und Renovierungsarbeiten im Inneren der Georgenkirche sind kürzlich auch die beiden Bildstöcke am Stiegenaufgang zum Kirchplatz fachgerecht erneuert worden. Dabei hat man u.a. die Fresken vom Staub und vom Schmutz befreit, die sich im Laufe der Jahre speziell infolge des dichten Straßenverkehrs an den Gemälden angesetzt hatten. Schadstellen wurden behutsam ergänzt, Darstellung und Farbgebung hingegen unverändert belassen.

Die zwei Bildstöcke wurden im Sommer 1914 anlässlich der damaligen Kirchenerweiterung und Neugestaltung des Kirchplatzes errichtet. Im Juni hatte gerade der Erste Weltkrieg begonnen. Maler Cassian Dapoz (1946), sein „Atelier für kirchliche Malerei und Gemälderestaurierung“ befand sich im Trutzmauerhof, erklärte sich Ende Oktober 1914 bereit, die acht Nischen der Bildstöcke um ein Honorar von 320 Kronen auszumalen. Da er zuvor ein höheres Angebot vorgelegt hatte, wollte er „das Abgehen von seinem Kostenvoranschlag als ein der Kirche gemachtes Geschenk betrachtet wissen“. In Ermangelung eigener Hilfskräfte bedingte er sich allerdings die kostenlose Bereitstellung von Kalk und fein gewaschenem Sand sowie des nötigen Gerüstes aus.

Auf ausdrücklichen Wunsch des damaligen Kirchenbau-Komitees wurde zu Ehren von P. Benedikt Bertagnolli (1939), dem ersten Obermaiser Kuraten, eine der Nischen dem hl. Benedikt gewidmet. In den restlichen Feldern dargestellt finden wir den hl. Johannes den Täufer, den hl. Florian und hl. Urban sowie die hl. Magdalena, hl. Katharina, hl. Mutter Anna und hl. Elisabeth. Vier Männer einerseits, vier Frauen anderseits.

Seit nahezu 100 Jahren säumen die Bildsäulen den Aufgang zur Kirche und weisen den Weg. Auch heute laden sie ein zum Besuch des Gotteshauses, das sich am Samstag, 14. August in frisch gereinigtem Gewande präsentieren wird.

Den Obermaiser Schützen, die die Restaurierung der malerischen Bildstöcke in die Wege geleitet und die Finanzierung der Arbeiten übernommen haben, sei für ihren wertvollen Beitrag zur Erhaltung von religiösen Wahrzeichen bestens gedankt.

Ein Artikel aus der Rubrik Historisches  von Dr. Walter Egger (we)

Sie finden diesen Artikel im Meraner Stadtanzeiger 15/2010 und können die Ausgabe hier als PDF downloaden