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Westlicher Erdbeerbaum

Arbutus unedo L.

Erbeerbaum
Erbeerbaum Detail
Biene am Erdbeerbaum

Wer im Herbst und Winter am Tappeinerweg wandert, begegnet einem kleinen Baum, der zur gleichen Zeit immergrüne Blätter, kleine weiße Blüten und rote Früchte trägt. Es ist der „Westliche Erdbeerbaum“.

Die Erdbeerbäume (Arbutus) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Der „Westliche Erdbeerbaum“ ist im westlichen Mittelmeergebiet heimisch und bildet dort mit anderen Arten den typischen Macchia-Wald. Angepflanzt wird er bei uns als Zierbaum. Er blüht und fruchtet fast das ganze Jahr hindurch, in der Regel aber von Oktober bis Jänner.

Der Erdbeerbaum ist winterhart und kann freistehend bis 10m hoch werden. Stamm und Zweige tragen eine glatte, abblätternde, meist rötlich braune bis grau gescheckte Rinde.

Die immergrünen, lorbeerähnlichen, ledrigen, breitlanzettlichen Blätter sind am Rande scharf gezähnt, oberseitig glänzend, gestielt und wechselständig angeordnet.

Die endständig zu kleinen Träubchen vereinigten und hängenden, grünlich-weißen, mitunter zartrosa getönten krugförmigen Blüten erscheinen ab Oktober.

Zur gleichen Zeit hängen an den Blütenständen des Vorjahres 1-2cm große, kugelige Beeren mit warziger Oberfläche; sie sind je nach Reifezustand grün, gelb, orange und erdbeerrot gefärbt und essbar. Die Frucht ist, wie die Übersetzung aus dem Lateinischen (nach Plinius d. Älteren) andeutet: „unum tantum edo“ = “ich esse nur eine“, nicht besonders wohlschmeckend. Trotzdem werden örtlich aus den Früchten Marmeladen (auch mit anderen Früchten gemischt) und alkoholische Getränke hergestellt. Die Frucht ist reich an Vitamin C. Die Blüten liefern einen guten Honig. Das harte Holz wird örtlich für Drechsler- und Einlegearbeiten genutzt.

Der „Kolchische oder Östliche Erdbeerbaum“ (Arbutus andrachne) ist in Blatt und Blüte der oben beschriebenen Art ähnlich, im Wuchs aber kleiner, jedoch durch drei Merkmale leicht zu unterscheiden: die Rinde des Stammes und der stärkeren Äste ist olivgrün, die Blütenstände stehen aufrecht und erscheinen im Frühjahr, die nur erbsengroße Beerenfrucht ist hart. Diese Art ist im östlichen Mittelmeerraum heimisch.

Mehreren Exemplaren des „Westlichen Erdbeerbaumes“ begegnet man am Tappeinerweg und in der Gilfpromenade; den „Östlichen Erdbeerbaum“ findet man in Privatgärten.

Ein Artikel aus der Rubrik Botanischer Spaziergang  von Dr. Wilhelm Mair (wm)

Sie finden diesen Artikel im Meraner Stadtanzeiger 22/2010 und können die Ausgabe hier als PDF downloaden