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Mandelbaum

Prunus dulcis (Mill.) D.A.Webb



Der Vorfrühling überrascht uns mit dem reichen Blütenzauber des Mandelbaumes und des Davids-Pfirsich.

Der Mandelbaum (Pr. dulcis) (auch Pr. amygdalus und Amygdalus dulcis) ist ein unempfindlicher und langlebiger Baum, der bei uns als Ziergehölz verwendet wird.

Der Mandelbaum wird seit 4000 Jahren kultiviert. Er hat asiatische Ursprünge und gelangte über Persien bis nach Ägypten, von dort über Griechenland ins Römische Reich. Karl der Große (8. Jh. n. Chr.) trug sehr zur Verbreitung des Mandelbaums bei, der heute aus den mediterranen Ländern nicht mehr wegzudenken ist. Die Mandel reift auch in anderen wärmeren Gegenden Europas, in Weinanbaugebieten, wo die Pflanze wahrscheinlich zusammen mit der Rebe und dem Feigenbaum von den Römern eingeführt worden ist.

Der Mandelbaum ist sehr geschätzt wegen seiner Frucht: die Mandel. Sie hat einen hohen Nährwert und enthält gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe: Mineralstoffe, Vitamine. Die Verwendung der Mandel in Gebäck und Likören ist sehr vielfältig; das berühmteste mandelhaltige Produkt der westlichen Küche ist der Marzipan. Das Mandelöl findet auch in der Kosmetik Verwendung.

Die Freude über die frühe Blütenpracht hat schon die Dichterin Gertrud von Le Fort, die häufig im Schloss Labers auf Erholung weilte, mit den Worten ausgedrückt: ein Frühlingstag in Meran! (…) in den Weinbergen aber blühten schon die Mandelbäume, dass es war, als hätten sich kleine rosenrote Abendwolken allenthalben auf Erden niedergelassen und der Schriftsteller Beda Weber schreibt vom Mandelbaum, dessen schöne Blüte dem Auge in Südtirol als etwas Geweihtes, als Ausdruck der zartesten, lieblichsten Gedanken und Gefühle erscheint, und daher mit besonderer Teilnahme, mit einer Art Schauer von allen kindlichen Gemütern begrüßt wird.

Die blassrosa bis weiß gefärbten Blüten öffnen sich vor der Laub­entfaltung; sie sind etwa 2,5 cm groß und sitzen meist zu zweit an den Zweigen. Die bis 10 cm langen, hellgrünen Blätter sind länglich-eiförmig und am Rande fein gesägt. Die samtig behaarte Frucht ist eine Steinfrucht mit oval-länglicher, abgeflachter Form, die einen Kern enthält, der je nach Art süß (Süßmandel, var. dulcis und Krachmandel, var. fragilis) oder bitter (Bittermandel, var. amara) schmeckt. Die süßen Mandeln sind essbar; gefährlich sind jedoch rohe Bittermandeln wegen des Gehaltes von Amygdalin, aus dem sich die Blausäure bildet.

Vorkommen: Mandelbäume stehen im Bahnhofpark (ein junger Baum wurde 2009 von einer Meraner Bürgerin der Stadt geschenkt), am Tappeinerweg in der Nähe des Pulverturmes, in privaten Gärten und in Weinbergen rund um Meran.

Davids-Pfirsich

Prunus davidiana (Carr.) Franch

Der zeitig im Frühjahr einige Privatgärten schmückende Davids-Pfirsich (Pr. davidiana) wird häufig als „Mandelbaum“ bezeichnet. Es ist ein chinesischer Wildpfirsich, ein Zierbaum mit weißen oder zartrosa Blüten an aufrechten und rutenförmigen Zweigen. Der kleine Baum hat 5-10 cm lange, lanzettliche Blätter, die oberseits dunkelgrün und etwas glänzend, unterseits heller grün sind, ihr Rand ist fein und scharf gesägt. Die etwa 2,5 cm großen Blüten erscheinen vor der Laubentfaltung und stehen einzeln an sehr kurzen Stielen. Die kleinen rundlichen Früchte sind feinfilzig und gelblich gefärbt.

Ein Artikel aus der Rubrik Botanischer Spaziergang  von Dr. Wilhelm Mair (wm)

Sie finden diesen Artikel im Meraner Stadtanzeiger 6/2011 und können die Ausgabe hier als PDF downloaden