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Photinie, Sägeblättrige Glanzmispel

Photinia serrulata Lindl.




Im Mauerwinkel östlich des „Wetterhäuschens“ bei der Wandelhalle schmiegt sich ein schöner, über 100 Jahre alter Baum an die Mauer des Gebäudes der Englischen Fräulein: die Photinie oder Sägeblättrige Glanzmispel.

Die Glanzmispeln (Photinia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der botanische Gattungsname leitet sich vom griechischen Wort photeinós = glänzend ab und bezieht sich auf die glänzenden Blätter. Die Photinie wurde 1804 aus China nach Europa eingeführt und wurde wegen ihrer Anspruchslosigkeit und des Ziereffektes ihres Laubwerks gerne angepflanzt.

Die Glanzmispel ist ein immergrüner, 5-8m hoher Baum oder großer Strauch mit eher kugelig-gedrungener, buschiger Krone. Honeck K.L. schreibt, dass die meisten Baumschulen ihn auf die Fruchtquitte aufpfropfen, da die aus Sämlingen gezogenen Exemplare nur sehr langsam und dichtbuschig wachsen.

Die 15-18cm langen und etwa 4cm schmalen und ledrigen Blätter sind obenauf dunkelgrün, stark glänzend und am Rand fein gezähnt; unterseits sind sie gelblichgrün. Der Artnamen „serrulata“ kommt vom lateinischen serrula = kleine Säge und deutet auf die scharf gezähnten Blattränder hin. Beim Austrieb im Frühjahr, etwa Anfang März, sind die Blätter typisch bronzefarben gefärbt und der größte Teil der zweijährigen Blätter wird allmählich abgestoßen; gleichzeitig erneuert sich das Laub, sodass der Baum nie blattlos ist. Honeck schreibt: Der Laubfall mancher immergrüner Gehölze bereitet den Parkgärtnern dauernd Verdruss, darüber ließe sich ein eigenes Kapitel schreiben. Im Winter, wenn die anderen Laubhölzer in der Umgebung kahl sind, hebt sich der Baum mit seinem dunkelgrünen und glänzenden Blattschmuck ab.

Die kleinen weißen, am Blütengrund hellgelblichen Blüten erscheinen im Frühling in großen Blütendolden und lassen den Baum wie einen einzigen Blumenstrauß aussehen. Sie verströmen einen etwas unangenehmen Geruch ähnlich dem Weißdorn, mit dem die Pflanze verwandt ist.

Die kleinen, unscheinbaren, apfelförmigen Früchte werden in großen Mengen gebildet. Sie reifen im Herbst, färben sich rot und bleiben oft bis weit in den Winter hinein an der Pflanze hängen. Sie dienen Vögeln als Nahrung.

Vorkommen: Zu finden ist die Photinie an der Winterpromenade, an der Gilfpromenade, am Tappeinerweg, im Schillerpark, im Marconipark und häufig in privaten Gärten. 

Ein Artikel aus der Rubrik Botanischer Spaziergang  von Dr. Wilhelm Mair (wm)

Sie finden diesen Artikel im Meraner Stadtanzeiger 8/2011 und können die Ausgabe hier als PDF downloaden