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Editorial 14/2012

Jeder von uns ist schon unzählige Male über die Brücken unserer Stadt gegangen oder auch gefahren, aber wahrscheinlich meist ohne innezuhalten und sich diese geschichtsträchtigen Bauwerke einmal genauer anzusehen. Unbestritten war und ist ihre Bedeutung, um von einer Seite der Passer zur anderen, von einem Stadtteil in den anderen zu gelangen, doch hat jede von ihnen ihre ganz besondere Geschichte. In einer neuen Serie wird Johannes Ortner Wissenswertes zur Baugeschichte und zu den künstlerisch-architektonischen Eigenheiten dieser Bauwerke erzählen und die Geschichte mit teils noch nie veröffentlichen Fotos aus dem Stadtarchiv belegen.

Wer denkt bei den Namen der großen Metropolen der westlichen Welt ausgerechnet an Bienen? Was haben New York, London, Paris, Berlin oder Wien mit den fleißigen Honigproduzenten aus der Welt der Insekten zu tun? Franco Bernard weist in seinem Beitrag darauf hin, dass die Gärten, Balkone und Dachterrassen Merans durchaus ein Standort für Bienenstöcke sein könnten und dass eine Stadtbiene in einer blühenden Gartenstadt wie Meran besonders vielen verlockenden, süßen Angeboten ausgesetzt wäre, was sie dem Stadtimker ganz sicher mit dem erfüllten Traum vom eigenen Honig danken würde.

Ein altes, leidiges Thema, nämlich das der Parkplätze, beschäftigt derzeit die Untermaiser und dort vor allem die Kaufleute in der Matteottistraße. Die Ankündigung, in dieser ehemaligen Prachtstraße das Problem der fehlenden Plätze für die fahrbaren Untersätze der Kunden mit einer Tiefgarage zu lösen, stößt nicht bei allen Untermaisern – Geschäftsleuten und Kunden – auf Zustimmung. Helmuth Tschigg hat die Meinung des Geschäftsmannes Erwin Zöggeler über das neue Projekt und mögliche andere Lösungen eingeholt. Zu diesem Anlass haben wir uns im Internet über den Namensgeber der Straße und seine Lebensgeschichte kundig gemacht.

Doch nicht nur die Geschäftsleute von Untermais schlagen sich mit Problemen und deren Lösung herum, die gesamte Wirtschaft stöhnt zurzeit unter fast täglich neu erlassenen Bestimmungen und Belastungen. Unser Wirtschaftsexperte Egon Schenk beklagt in seinem Beitrag, dass die erst wenige Wochen alte Arbeitsrechtsreform noch mehr Bürokratie bringt, die Kosten der Betriebe steigert und ganz sicher keine neuen Arbeitsplätze schafft.

Ein erprobtes Mittel gegen Dinge oder Situationen, auf die wir keinen Einfluss nehmen können, ist das Schimpfen und Poltern dagegen, denn man lässt seiner Wut freien Lauf und fühlt sich danach um einiges besser. So ergeht es uns öfter auch mit dem Wetter. Luis Fuchs führt uns in gewohnt humorvoller Weise vor Augen, zu welchen Schimpftiraden uns ein unpassendes Wetter oder die falsche Vorhersage der Meteorologen verleiten kann, bringt uns aber auch mit besonderen Stilblüten in den Wettervorhersagen zum Schmunzeln.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass Ihre gute Laune in den kommenden Wochen weder von einem unpassenden Wetter noch von irgendwelchen einschneidenden Wirtschaftsnachrichten getrübt wird. Und sollte Ihre Stimmung doch einmal nach unten kippen, dann machen Sie sich auf zu einem (botanischen) Spaziergang durch unsere Stadt oder schnüren Sie den Rücksack und schauen Sie sich die Welt einmal von oben an, sie wirkt von dort um einiges weniger bedrohlich.