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IMU – Fragen und Antworten

In einem Monat muss die erste Rate der IMU für das Jahr 2012 bezahlt werden. Es herrschen aber immer noch viele Unklarheiten über die Anwendung der neuen Steuer. Auch die Politik und die Tagespresse sind wenig behilflich, das Dickicht der Bestimmungen zu entflechten. Im Gegenteil, es werden alle fantasievollen Hypothesen über Befreiungen, Reduzierungen und Erhöhungen der Steuer dermaßen in den Vordergrund gestellt, dass sich bald überhaupt niemand mehr zurechtfindet. Die Gemeinden versprechen zwar die Einzahlungsscheine rechtzeitig zuzustellen, aber sie haften nicht für die Richtigkeit der Berechnungen. Fest steht, dass bei der Berechnung der 1. Rate ausschließlich die staatlichen Bestimmungen angewandt werden dürfen. Was dann letztendlich die Gemeinden beschließen werden, wissen wir am 30.09.2012. Das ist nämlich der Termin, innerhalb welchem die Gemeinden Sonderbestimmungen erlassen können.

Wir erachten es daher als hilfreich, auf die oft gestellten Fragen eine Antwort zu geben.

Was wird als Hauptwohnung definiert?

Als Hauptwohnung gilt jene Wohnung, in welcher sich der Steuerpflichtige und seine Familienmitglieder ständig aufhalten und den meldeamtlichen Wohnsitz aufweisen. Den reduzierten IMU-Satz von 0,4 %, die Freibeträge für die Hauptwohnung (€ 200,00) und für die Kinder bis zur Erreichung des 26. Lebensjahres (je € 50,00) kann man daher nur auf diese Hauptwohnung anwenden. Hat der Steuerpflichtige andere Wohnungen, in denen z.B. der Ehegatte oder die Kinder den Wohnsitz haben, dann muss auf diesen Wohnungen der ordentliche IMU-Satz von 0,76 % angewandt werden.

Was gilt als Zubehör zur Hauptwohnung?

Als Zubehör zur Hauptwohnung können nur jene Baueinheiten gezählt werden, welche der Kategorie C/2 (Magazine), C/6 (Garagen und Autoabstellplätze) und C/7 (Überdachungen) angehören. Dabei darf von jeder Katasterkategorie nur eine Einheit als Zubehör berücksichtigt werden.

Müssen die Freibeträge für die Hauptwohnung auf die Monate aufgeteilt werden?

Ja. Die Freibeträge beziehen sich auf ein ganzes Jahr und können daher bei Änderungen nur in 1/12 pro Monat angewandt werden. Wenn also z.B. ein Kind am 1. Juli zur Welt kommt, dann kann man für das laufende Jahr nur einen Freibetrag von € 25,00 anerkennen. Das Gleiche gilt beim Erwerb der Hauptwohnung. Wird eine Hauptwohnung z.B. am 1. Juli erworben, dann steht nur ein Freibetrag von € 100,00 zu.

Kann bei Miteigentum der Freibetrag auch öfter angewandt werden?

Nein. Der Freibetrag gilt pro Wohnung. Wenn mehrere Miteigentümer eine Wohnung als Hauptwohnung benutzen, dann muss der Freibetrag im Verhältnis des Miteigentums aufgeteilt werden.

Stehen für Wohneinheiten, welche mittels Nutzungsleihe von Verwandten (Ehegatte, Kinder, usw.) als Hauptwohnung benutzt werden, die Freibeträge zu?

Nein. Diese Begünstigung gibt es nicht mehr. In diesem Falle werden keine Freibeträge anerkannt und es wird der ordentliche IMU-Satz von 0,76 % angewandt.

Stehen für Wohneinheiten, welche vermietet sind oder leer stehen, Freibeträge zu?

Nein. Es werden keine Freibeträge anerkannt, und es muss der ordentliche IMU-Satz von 0,76 % angewandt werden.

Muss man auf denkmalgeschützte Gebäude und unbewohnbare bzw. unbenutzbare Gebäude die IMU entrichten?

Ja. Die Berechnungsgrundlage wird jedoch um 50 % reduziert. Bei unbewohnbaren bzw. unbenutzbaren Gebäuden muss aber die Gemeinde den Status der Unbewohnbarkeit oder Unbenutzbarkeit bestätigen.

Sind landwirtschaftliche Wohngebäude von der IMU befreit?

Nein. Die landwirtschaftlichen Wohngebäude unterliegen den allgemeinen Regeln der IMU. Wird das landwirtschaftliche Wohngebäude als Hauptwohnung benutzt, werden der reduzierte IMU-Satz (0,4 %) und die Freibeträge angewandt. Ansonsten ist der Hebesatz 0,76 %.

Sind landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude von der IMU befreit?

Ja. Alle in Berggebieten (und ganz Südtirol ist als Berggebiet eingestuft) befindlichen Wirtschaftsgebäude sind von der IMU befreit.

Bleibt die IMU-Befreiung der landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäude aufrecht?

Wahrscheinlich nicht, da ein Landesgesetz bereits die Besteuerung der landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäude, inklusive der Gebäude, welche für den Urlaub auf den Bauernhof verwendet werden, vorsieht. Es wird dabei jedoch ein verminderter Hebesatz angewandt. Die eventuelle Zahlung erfolgt mit der 2. Rate am 17.12.2012.

Was ist bei landwirtschaftlichen Gebäuden zu beachten, welche im Gebäudekataster noch nicht eingetragen sind?

Alle landwirtschaftlichen Gebäude, ob Wohn- oder Wirtschaftgebäude, müssen innerhalb 30. November 2012 im Gebäudekataster eingetragen werden oder neu klassifiziert werden, falls es sich um die Katasterkategorie F/9 und F/10 handelt. Sollte das Wohngebäude nicht im Gebäudekataster eingetragen sein, dann muss die IMU in einer einzigen Rate am 17.12.2012 bezahlt werden. Die Junizahlung aufgrund von „ähnlichen Werten“ ist nicht notwendig.

Unterliegen die im Ausland befindlichen Gebäude auch der IMU?

Nein. Die von in Italien Ansässigen im Ausland gehaltenen Immobilien unterliegen ab dem 01.01.2011 einer Vermögenssteuer mit der Bezeichnung IVIES (Imposta sul valore degli immobili situati all’estero). Die Berechnung der IVIES erfolgt ähnlich wie jene der IMU, wobei auch der Hebesatz von 0,76 % anzuwenden ist. Diese Immobilien sind in der Steuererklärung UNICO – Übersicht RM – zu erklären. Die Zahlung der IVIES erfolgt zeitgleich mit den anderen Steuern, d.h. am 18.06.2012.

Unterliegen Baugründe der IMU?

Ja. Die Regeln bezüglich der Besteuerung der Baugründe haben sich nicht geändert. Der Hebesatz ist 0,76 %. Von Landwirten direkt bearbeitete Baugründe sind von der IMU befreit, insofern der Bauer in der landwirtschaftlichen Rentenversicherung eingetragen ist.

Kann die IMU auf die Hauptwohnung in 3 Raten einbezahlt werden?

Ja. Die Gemeinden werden die Einzahlungsscheine aber nur für 2 Raten vorbereiten. Der Steuerpflichtige muss sich dann selbst die Raten berechnen und einzahlen. Falls der Steuerpflichtige sich diese Mühe machen will, muss er je 1/3 des geschuldeten Betrages am 18.06.2012, am 17.09.2012 und am 17.12.2012 zahlen.

Gibt es, ähnlich wie bei der ICI, auch eine IMU-Erklärung?

Selbstverständlich, sonst wäre ja alles viel zu einfach. Alle Änderungen sind der Gemeinde innerhalb von 90 Tagen mittels IMU-Erklärung mitzuteilen. Für die bis zum 30.06.2012 eingetretenen Änderungen muss die Meldung innerhalb 30.09.2012 abgegeben werden.

Achtung: Fast alle oben beschriebenen Regeln können durch Beschlüsse der Gemeinden abgeändert werden. Die Beschlüsse müssen von den Gemeinden innerhalb 30. September 2012 gefasst werden und gelten dann rückwirkend ab dem 01.01.2012. Sollte daher eine Gemeinde von ihrem Recht Gebrauch machen, die staatlichen Regeln abzuändern, dann muss bei der Zahlung der zweiten Rate (17.12.2012) der Ausgleich gemacht werden.