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Auf dem Gletscherlehrpfad zur Marteller Hütte

Die Marteller Hütte spiegelt sich in der Konzenlacke, einem kleinen Moränensee.
Die aussichtsreich gelegene Zufallhütte; im Tal der Zufrittstausee.
Dieser Steindamm wurde vor mehr als 100 Jahren errichtet.
Eine kleine, aber charakteristische Wasserlache; hinten rechts die Königsspitze.
Sicht auf die Gletscherzunge des Hohenferner sowie auf das Innere des Tales, das von den beiden großen Seitenmoränen begrenzt ist.
In dieser Wasserlache spiegelt sich die Königsspitze.
Gletscherschliff
Die Berg-Hauswurz
  • Höhenunterschied:
    • ca: 600 m
  • Gehzeit: 4:0 Stunden
  • Beste Zeit: Sommer bis Spätsommer

Anfahrt: Von Latsch im Vinschgau durch das Martelltal bis zum kostenpflichtigen Parkplatz am Ende der Talstraße in der Nähe der Enzianhütte.

Gehzeit: ca. 4 Stunden; je nach Aufenthalt an den Beobachtungsstellen entsprechend mehr.

Hinweis: Die Wegstrecke von rund 10 km hat einen ringförmigen Verlauf. Sie wurde in 9 Abschnitte geteilt; am Ende eines jeden Wegabschnittes wurde zur Beobachtung ein Rastpunkt eingerichtet, der mit der entsprechenden Nummer auf einem Holzpfahl gekennzeichnet ist.

Einkehrmöglichkeiten: Zufallhütte (2.265 m) und Marteller Hütte (2.610 m)

Orientierung und Schwierigkeit: Die Wege sind sehr gut beschildert und markiert. Die Wanderung ist für berggewohnte Wanderer bei guten Verhältnissen leicht und problemlos.

Wegverlauf:

Abschnitt Nr. 1: Vom Parkplatz (2050 m) folgen wir dem Weg Nr. 150 Richtung Zufallhütte. Sie wurde 1882 von der Sektion Dresden des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuÖAV) erbaut und ist heute im Besitz der Sektion Mailand des Club Alpino Italiano (CAI). In der Nähe befinden sich eine kleine Kirche und einige Ruinen eines Gebäudekomplexes, der während des 1. Weltkrieges das österreichische Militärkommando beherbergte.

Beobachtungen: Vor der Hütte beobachten wir Felsen mit zahlreichen Schliffen, die vom Moränenmaterial verursacht wurden, welches vom Gletscher vor rund 7.000 Jahren zu Tal geschoben wurde.

Abschnitt Nr. 2: Von der Zufallhütte folgen wir dem Weg 150, der uns auf die gegenüberliegende Felswand und zur nächsten Talstufe führt. Wir erreichen den Steindamm, der vor mehr als 100 Jahren mit großen Quadern als Trockenmauer errichtet wurde. Er hatte die Aufgabe, dem Aufprall der ausbrechenden Wassermassen aus Gletscherseen standzuhalten.

Beobachtungen: Wir können große Moränen bewundern, die von den Gletscherzungen des Cevedale und des Langenferner aufgeschüttet wurden.

Abschnitt Nr. 3: Wir überqueren den Steindamm, von dem wir in die Klamm blicken können, welche die Plima in den Talboden gefressen hat. (Es ist auch ein kurzer Abstecher zum Beginn der Klamm möglich.) Über eine kleine Brücke erreichen wir den Fuß der Felswand, von der ein Wasserfall herunterstürzt, der von den Wassern des Hohenferner gespeist wird.

Beobachtungen: Hier fallen die chaotische Ansammlung von Geröllmaterial und die kleine Moorfläche auf. Das Geröllmaterial ist sicher erst in jüngerer Zeit abgelagert worden.

Abschnitt Nr. 4: Wir wenden uns nach links und überwinden auf dem Steig Nr. 37 den 200 m hohen felsigen Aufschwung, um die darüberliegende Terrasse zu erreichen. Hier sind die Aussicht und vor allem die Sicht zur Königsspitze überwältigend.

Beobachtungen: Wir beobachten eine weite, ebene Fläche, die an einer Reihe von Geländestufen endet, welche den verschiedenen Erosionsphasen entsprechen. Weiters sehen wir einige, in konzentrischer Form angeordnete Moränenwälle.

Abschnitt Nr. 5: Wir folgen dem Weg, kommen an einer kleinen, aber charakteristischen Wasserlache vorbei und erreichen die ebene Fläche vor der großen Seitenmoräne und bald darauf jene Felsaufschwünge, oberhalb derer sich die Gletscherstirn des Hohenferner befindet.

Beobachtungen: Die Umgebung des Gletscherrandes zeigt hier ihre einzigartige wilde Schönheit. Wir können auch einen erst jüngst (ca. 1985) gebildeten Moränenwall bestaunen.

Abschnitt Nr. 6: Wir folgen dem Weg mit dem Hinweis „Marteller Hütte“. Dieser Wegabschnitt ist der Höhepunkt des Lehrpfades. Dem linken Gletscherbach folgend, erreichen wir den Grund des Tälchens.

Beobachtungen: Interessant ist eine Rundsicht auf die Gletscherzunge sowie auf das Innere des Tales, das von den beiden großen Seitenmoränen begrenzt ist.

Abschnitt Nr. 7: Wir steigen auf der Außenseite der Moräne ab und erreichen die Marteller Hütte, welche 1981 erbaut wurde und dem Südtiroler Alpenverein gehört. Sie steht in einer äußerst aussichtsreichen Lage oberhalb der Hangterrasse am Rande eines Bergsees („Konzenlacke“).

Beobachtungen: Von der Hütte aus können wir die Sicht auf das Gletscherbecken des Fürkeleferner, auf die Zufallspitze bis hin zur Königsspitze genießen.

Abschnitt Nr. 8: Von der Marteller Hütte führt uns der Weg Nr. 103 zurück ins Tal, wo wir über eine Brücke zum Steindamm gelangen.

Beobachtungen: Im zentralen Teil des Tales beobachten wir – nur einige Hundert Meter vom Steindamm entfernt – zahlreiche Moränenablagerungen.

Abschnitt Nr. 9: Vom Steindamm kehren wir zurück zur Zufallhütte und zum Ausgangspunkt. Unterhalb der Zufallhütte können wir auch rechts abbiegen und am aufgelassenen Hotel Paradies vorbei über eine Brücke den Parkplatz erreichen.