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Der kosmische Ursprung der Zeiteinheiten

Mit dem Neumond im Widder-Zeichen hat am 28. März aus astrologischer Perspektive ein neuer Jahreszyklus (das Tierkreisjahr) begonnen. Widder-Energie ist impulsiv und ungeduldig, meist zum eigenen Schaden. Da der Planet Jupiter mit Pluto alleweil viel Spannung aufrecht erhält, ist es ratsam, vorerst nichts zu überstürzen, zumal Venus (inzwischen Morgenstern geworden) gleichzeitig zurück ins Fische-Zeichen gewandert ist und erst Mitte April wieder umdreht (aus der Sicht der Erde). Bis zum 21. April herrscht mit insgesamt 11 geokosmischen Zeitfenstern weiterhin Ausnahmezustand.

Der Kalender als angewandte Astrologie

Das kommende Osterfest bietet Gelegenheit, einmal auch unsere alltäglichen Maßeinheiten der Zeit unter die Lupe zu nehmen: die Stunden - Wochentage - Monate, und wie wir sie benennen. Warum hat der Tag eigentlich zweimal zwölf statt zehn Stunden? Wo im Übrigen das Zehnersystem fast allgegenwärtig ist. Näher betrachtet, wird klar, dass die Zeit astrologische Wurzeln hat. (Die folgenden Ausführungen bedienen sich diesmal einiger Auszüge aus dem im Astrologie Heute-Magazin Nr. 185 erschienenen Beitrag von Ernst Ott zum Thema Kulturgut Astrologie).

Für ältere Völker begann ein Kalendertag stets bei Sonnenuntergang, gemäß der Erkenntnis, dass aus der Nacht es Tag wird, aus dem Weiblichen das Männliche entsteht. (Christen etwa feiern den Weihnachtstag bereits ab dem Hl. Abend). Die Stunden wurden von der ersten bis zur zwölften Stunde gezählt. Mit Sonnenaufgang begann der Tag. So bildeten die Tag- und Nachthälften jeweils eine eigene Einheit. Darin steckt Himmelssymbolik. Denn die Zwölf ist die Zahl des Tierkreises (des himmlischen Ganzen) und zufällig auch der zwölf Stämme Israels, der zwölf Apostel, der zwölf (Kirchen-) Tonarten, usw. Diese kosmische Zwölfzahl ist übrigens noch im heutigen Wort ‚das Dutzend‘ lebendig.

Tage sind Planetenkinder

Als Wochentage standen sie in der Antike unter dem Patronat eines Planetengottes und wurden nach den sieben sichtbaren Wandelsternen benannt. Ihr lateinischer Name lebt vor allem in den romanischen Sprachen auch heute noch fort.

Die Übersicht ist etwas ergänzungsbedürftig. Früher ließ man die Woche, im Gegensatz zu heute, mit dem Sonntag (Tag der Sonne) beginnen, und der Mittwoch entsprach daher der Wochenmitte. Die Namen Donnerstag und Freitag erinnern an die germanische Gottheiten Donar/Thor und Freya. Im Italienischen setzt sich die klassische Reihenfolge aber mit giovedì (dies iovis, Jupitertag) und venerdì (dies veneris, Venustag) fort. Der Sonntag (dies solis) wurde im 4. Jht. als einziger Wochentagsname zu ‚dies domenica‘ (Tag des Herrn) christlich umgetauft, während alle anderen ihren Ursprung bis heute nicht verleugnen.

Die drei Angelpunkte des Oster-Datums

  1. Die Sonne muss den Frühlingspunkt (0° Widder) oder die Tag- und Nachtgleiche überschritten haben (der ‚Widder‘ ist, theologisch gesehen, Christus als Opferlamm).
  2. Der Mond muss ins Friedenszeichen Waage eingetreten sein und die genaue Vollmondstellung passiert haben.
  3. Der auf diesen Vollmond folgende Sonntag ist als Tag des Herrn dem Auferstandenen gewidmet.

Im Jahreslauf gehen die meisten christlich überlieferten Feiertage auf das Gedankengut vorchristlicher Kulturen zurück. Ihre Zeitansagen wurzeln in der Astrologie und wirken in unserem Alltag als unauffälliges Kulturgut.