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Die Ulmen

Teil 2

Die zwei Sibirischen Ulmen an der Kurpromenade
Die Samen und Korkleisten der Feld-Ulme
Die Englische Ulme  bei der Erckert-Negrelli-Schule
Die unsymmetrischen Blätter
Die Blüten der Flatter-Ulme

Die Ulme ist in Europa wegen des Ulmensterbens ein großes Sorgenkind. In Südtirols Wäldern, wo sie nur vereinzelt eingestreut vorkommt, sowie in den Parkanlagen, an Promenaden und Alleen von Meran ist sie noch nicht gefährdet.

Die in weiten Teilen Europas vorkommende Feld-Ulme (Ulmus minor Mill.; Synonym Ulmus carpinifolia Gled.) ist als erwachsener Baum von der Ulmenwelke am stärksten betroffen. Das bei uns meist als Strauch wachsende Gehölz braucht etwas mehr Sommerwärme als die in der letzten Ausgabe beschriebene Berg-Ulme und wächst vorwiegend in Auenwäldern, Feldern und Äckern. Seit urgeschichtlicher Zeit ist sie mit dem Leben der Menschen verbunden, sei es als Viehfutter, als Bauholz und zur Herstellung von Kunstgegenständen, als Kultbaum und in der Volksmedizin.

Gesunde Feld-Ulmen können bis 25 m hoch werden und haben eine unregelmäßige, hochgewölbte Krone. Die jungen Zweige sind kahl und oft bilden sich an Zweigen und dünnen Ästen flügelartige Korkleisten. Die kleinen, dunkelgrünen Blätter sind denen der Hainbuche ähnlich (carpinus = Hainbuche), oberseits meist kahl und glänzend, unterseits nur in den Nervenwinkeln behaart. Die Blütenbüschel sind ähnlich wie bei der Berg-Ulme. Die Frucht ist mehr elliptisch und die Samen liegen meist etwas außerhalb der Flügelmitte. Das harte und stoßfeste Holz, in der Fachsprache Rüster genannt, wird für Parkettböden, Möbel, Drechslerarbeiten und Intarsien genutzt.

Vorkommen: Mehrere großgewachsene Feld-Ulmen befinden sich beim Eingang in den Elisabethpark bei der Postbrücke, entlang der Passer, an der Sommerpromenade (Bar Olympia) und am Tappeinerweg.

Die Englische Ulme (Ulmus procera Salisb.) ist in vielen Merkmalen der Feld-Ulme sehr ähnlich; die Blätter sind aber kleiner und fast kreisrund sowie beiderseits dicht behaart. Auch die jungen Triebe sind behaart, was ihr den Namen „Haar-Ulme“ eingebracht hat.

Vorkommen: im Kindergarten „Maria di Canossa“ in der Maiastraße, im Hof der Erckert-Negrelli-Schule.

Die Sibirische Ulme (Ulmus pumila L.) ist anspruchslos, schnellwüchsig und wird vielfach als Straßenbaum angepflanzt. Je nach Nährstoffangebot wächst sie an armen Standorten strauchförmig, unter günstigen Bedingungen als bis 30 m hoher Baum. Auffallend sind die kleinen Blätter und die Borke, die gröber und tiefrissiger ist als bei den einheimischen Ulmenarten (ähnlich einer Schwarz-Pappel).

Vorkommen: Grabmayrstraße, Kur-, Sommer- und Winterpromenade, Marconipark, Tennisstraße, Pferderennplatz, Dorf Tirol (Hauptstraße).

Hervorgegangen aus der Kreuzung zwischen der Berg- und der Feld-Ulme ist die wuchskräftige Holländische Ulme (Ulmus x hollandica Mill.). Verschiedene Baumschulen ziehen sie mit besonders ausgestalteten Kronen. Widerstandsfähige Sorten werden häufig als Alleebäume eingesetzt. Die Merkmale der Elternarten und der Hybride sind oft wenig verschieden, sodass die genaue Bestimmung der Art schwierig oder unmöglich wird. Ein auffallendes Merkmal sind die oft großen Blüten und Früchte.

Auch die in Europa heimische, häufig als Alleebaum angepflanzte Flatter-Ulme (Ulmus laevis Pall.) ist erwähnenswert. Sie ist von der Berg- und Feldulme nicht einfach zu unterscheiden. Sie ist meist kleiner im Wuchs und erkenntlich an den rötlich- bis grünlichvioletten, lang gestielten Blütenbüscheln. Die silbrig-grünen Fruchtflügel sind am Rande zottig bewimpert.

Mit den Ulmen nahe verwandt und diesen sehr ähnlich sind die Zelkoven, deren grobgesägte Blätter eine symmetrische Blattspreite haben. Wir haben sie im Meraner Stadtanzeiger Nr. 16 vom 08.08.2014 beschrieben.