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Von Adventkalendern, Weihnachtskeksen und Selbstgenähtem

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Es gäbe da schon diesen fertigen Adventkalender von „Frozen“ mit irgendwelchen 3D-Bildern – habe bis jetzt nicht verstanden, was 3D-Bilder bitte sein sollen, aber ok – meine Tochter wünscht sich den, seit ihre Freundin ihr davon erzählt hat und es gibt auch zig Varianten mit Schokoladen, Überraschungseiern, Nikoläusen, Gummibären, Pixie-Büchern und was weiß ich, was sonst noch.

Ich habe mich dennoch dazu durchgerungen, 24 kleine Säckchen zu füllen, jedes einzeln, jedes selbst, jedes mit einer anderen kleinen Freude. Meine Kleine versteht davon noch nicht so viel, was bedeutet, dass die Große den Kalender heuer noch für sich alleine beanspruchen kann, aber ich weiß, wie viel Freude meine drei Geschwister und ich immer hatten, jeden Tag aufs Neue, auch wenn jeder nur jeden vierten Tag dran war, logischerweise mit Öffnen. Ich finde, es gibt Dinge im Leben von Kindern, die gehören einfach dazu. Und es macht einen Unterschied, ob ich als Mutter etwas Fertiges kaufe oder mir die Mühe mache, etwas zu basteln, auf die Bedürfnisse meiner Kinder anzupassen und das bisschen Zeit und Energie dafür zu investieren.

Es ist gleich wie mit den Keksen. Eigentlich schmecken sie eh nur beim Backen und vor Weihnachten und es gehört einfach dazu, dass die Küche wie ein Schlachtfeld aussieht und man sich als Mutter danach sehnt, dass die Kinder keinen Bock mehr haben und man wenigstens das eine oder andere Blech „alleine“ und somit vorzeigbare Kekse backen kann.

Ich hasse diese bunten Zuckergüsse und Perlen, aber meinen Töchtern geht es in erster Linie darum. Ich finde die klassischen Ausstechformen wie Sterne und Herzen am besten, aber die Kids wollen Prinzessinnen, Kronen und Schmetterlinge.

Ich bin heuer auch am Überlegen, wie ich das mit dem Nikolaus mache, wollte eigentlich „schwächeln“ und einfach einen Sack vor die Tür stellen und so tun, als ob er unbemerkt da gewesen wäre, doch gestern Nachmittag hat mein Mädchen mir gesagt, dass sie schon so gespannt sei, was denn der Nikolaus heuer überhaupt an ihr noch auszusetzen haben könnte, weil das, was er letztes Jahr zu bekritteln hatte, heuer längst umgesetzt und Schnee von gestern ist …

Wir haben vor zwei Wochen auch selbst einen Adventkranz gebunden. Keinen klassischen mit Tannenzweigen, einen sehr individuellen aus einer Mischung roter Beeren aus dem Garten, Kerzen, den Zapfen einer riesigen Pinie und allerhand mehr. Ich hätte beim Adventwochenende in den Gärtnereien der Umgebung weiß Gott schönere gesehen, aber die Freude, selbst Hand anzulegen, war vor allem beim Nachwuchs größer.

Was mich schon überrascht hat, war der Wunsch meiner Tochter für den Geburtstag ihrer besten Freundin. Keine Spielsachen oder Bastelutensilien sollte ich besorgen, sondern etwas nähen. Es hätten sich nämlich alle ihre Freundinnen bisher nie so gefreut, wie die eine damals, für die ich auch etwas zum Anziehen selbst genäht habe. Dabei war ich mir damals sehr unsicher, wie gut das ankommen würde. Vor allem bei den Kindern.

Die Zeit, in der selbst gestrickte Pullover peinlich sind und alles andere als gewünscht werden, kommt eh so schnell …