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Wo am Himmel ist der Große Hund zu finden?


Das große X oder H des Sternbildes Orion ist an einem Winterabend schnell zu entdecken. Dort sind sie alle beisammen: der mythologische Himmelsjäger Orion, begleitet von seinen beiden treuen Hunden und dem Hasen. Der Kleine Hund links an seiner Schulter, mit dem hellen Hauptstern Prokyon; der Große Hund tiefer bei Fuß. Sie folgen ihm, denn sie gehen nacheinander am Himmel auf, erst Orion, dann der kleine und dann der große Hund.

Die drei Gürtelsterne des mächtigen Orion weisen in Richtung Alpha Canis Majoris, dem Alphastern im Großen Hund. Gleichsam in dessen Schnauze strahlt der Hundsstern Sirius, der hellste Fixstern am irdischen Firmament. Seine Strahlen gingen vor rund 9 Lichtjahren auf die Reise. Die Ägypter verehrten den ‚Funkelnden‘ als Geist des Flusses und sagten anhand seines Aufgehens das Hochwasser voraus. Vor 5000 Jahren, in der Blütezeit der ägyptischen Kultur, erschien er immer Ende Juni kurz vor Sonnenaufgang. Wurde er gesichtet, wusste man, dass es bis zur Nilüberschwemmung nicht mehr lange dauern konnte. Diese Zeit, in der der wichtigste Fluss Ägyptens mehr Wasser führte als gewöhnlich, war in dem heißen und trockenen Land für die Landwirtschaft lebenswichtig.

Aufgrund der Verschiebung der Erdachse (Präzession) erscheint Sirius heutzutage erst im August in der Morgendämmerung und wird dann bei aufgehender Sonne unsichtbar (der sogenannte heliakische Aufgang war im Kalender vieler antiker Kulturen ein Stichtag). Von den alten Römern stammen die überlieferten Hundstage am Beginn der heißen Jahreszeit. In unseren Breiten hingegen ist Sirius vor allem ein Winterstern, der im Süden majestätisch über den Nachthimmel zieht.

Und was hat es mit dem hellsten Winterstern auf sich?

Nach klassischer Überlieferung können natürlich auch Fixsterne astrologisch gedeutet werden, insbesondere wenn sie bei ihrem erstmaligen Auf- oder Untergang vor oder nach der Sonne sichtbar überstrahlt werden.

Dem Sirius wurde von den alten Sternkundlern unerwarteter Ruhm und Ehre zugeschrieben. Im Positiven soll er Führungsqualitäten verleihen, mit großer Ausstrahlung. Er zeige aber auch übereiltes Handeln und Aufsässigkeit an, und frühen, nicht leicht zu verkraftenden Erfolg. Sirius steht, auf den Tierkreis bezogen, gegenwärtig auf ca. 14° Krebs. Seine gradgenaue Positionierung auf der Geburtssonne oder einem Geburtsplaneten könnte diese Versprechen einlösen, wie etwa im Falle von Matteo Renzi (Saturn), Fußballstar Maradona (Mars) oder auch Philipp Achammer (zwischen Sonne und Mars). Um allerdings in die volle Gunst eines Fixsterns zu gelangen, muss - wie im Falle von Prinzessin Diana - die Sonne bei der Geburt den Stern möglichst an seinem Aufgang oder auf seiner größten Höhe ‚einfangen‘ (sogenannte Paran-Konstellation).

Interessierte Krebs-Geborene können sich ihre genaue Sonnenposition auch von Hand ausrechnen (1 Tag = 1 Grad ab der jeweiligen Sommersonnenwende), um die Nähe zu Sirius (Position siehe oben) ungefähr abzuschätzen (gilt abgeschwächt auch für die ‚Steinböcke‘ vis-a-vis). Im Bereich von 13-15 Grad des Sternzeichens Krebs könnte sich das eine oder andere, wenn auch unscheinbare Glückskind wiederfinden.