Plan für Sinich

Die Liste Rösch/Grüne hat ihr Programm für die Zukunft von Sinich vorgestellt

30. April 2021

„Wir stehen für ein solidarisches, sicheres und lebenswertes Sinich. Und wir haben konkrete Vorschläge, wie wir gemeinsam an einer solchen Zukunft bauen können“, so Bürgermeisterkandidat Paul Rösch.

 

„Sinich hat einen eigenen Charakter, weil es durch einen Grüngürtel von Meran getrennt ist. Sinich ist kein Stadtviertel der Serie B, sondern ein eigenes kleines Dorf der Serie A. Für die Zukunft dieses Dorfes haben wir einen Plan: für ein solidarisches, sicheres und lebenswertes Sinich, in dem alles zu finden ist, was man zum Leben braucht, und das trotzdem gut angebunden ist an die Stadt und das Umland“, so Rösch.

„Unsere Projekte und Vorhaben sind nicht ein Meraner Plan für Sinich. Was wir heute präsentieren, basiert auf den Anliegen, die in Sinich an uns herangetragen worden sind. Der Plan ist aus der Mitte der Bevölkerung entstanden“, betont Listenführerin Madeleine Rohrer.

Bei der Pressekonferenz mit dabei waren daher auch drei Kandidaten der Liste bei den Gemeindewahlen, die Sinich besonders verbunden sind: Mauro Spagnolo, Paolo Talamoni und Paolo Endrizzi präsentierten jeweils Bausteine für die Sinicher Zukunft. 

 

Grundwasserspiegel im Fokus

 

„An erster Stelle steht die Lösung der Probleme mit dem Grundwasserspiegel, die von der Politik jahrzehntelang ignoriert worden sind. Die letzte Stadtregierung war die erste, die sich dieser Probleme angenommen und Maßnahmen ausgearbeitet hat“, so Rösch. „In fünf Jahren kann man nicht alle Fehler aus Jahrzehnten wieder gut machen, aber wir haben den richtigen Weg eingeschlagen.“

Wie genau das Grundwasser abgesenkt werden kann, weiß Mauro Spagnolo. „Die dringendsten Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, dennoch bleibt noch einiges zu tun“, so der ehemalige Direktor des Amts für Wildbach- und Lawinenverbauung West der Agentur für Bevölkerungsschutz, der auf der Liste Rösch/Grüne für den Gemeinderat kandidiert. „Die Gemeinde täte gut daran, eine eigene Stelle für Siedlungswasserbau einzurichten, die alle notwendigen Maßnahmen in den nächsten Jahren begleitet, die verschiedenen zuständigen Stellen koordiniert und die Bevölkerung mit einbezieht. Die Folgen des Klimawandels werden uns ohnehin zwingen, nicht nur in Sinich, sondern auch im restlichen Gemeindegebiet verstärkt Vorbereitungen gegen drohende Naturgefahren zu treffen.“

 

Tagesstätte und Mehrgenerationenhaus

 

Ein wichtiges Ziel für die Liste Rösch/Grüne ist es, die Betreuungsmöglichkeiten für Seniorinnen und Senioren auch in Sinich auszubauen. „In den Räumlichkeiten der alten Bibliothek soll eine Tagesstätte für Senioren eingerichtet werden. Das würde die Tagesstätte im Kurmittelhaus entlasten und den Angehörigen von Senioren zeitraubende Fahrten quer durch die Stadt ersparen“, erklärt der ehemalige Vizebürgermeister Andrea Rossi.

„Das Gebäude der alten Schule dagegen könnte für Wohnzwecke adaptiert werden und als Mehrgenerationenhaus fungieren: Dort könnten Seniorinnen und Senioren aus Sinich – bei Bedarf auch mit Betreuung – gemeinsam mit jungen Familien leistbare Wohnungen finden und zur Belebung der Gemeinschaft beitragen“, so Rossi.

 

Für ein grünes, solidarisches und lebenswertes Sinich

 

Der Schutz der Umwelt spielt für die Liste ebenfalls eine besondere Rolle. Dazu zählen auch begrünte Straßen und Wege, die besonders zum Wohlbefinden der Bevölkerung beitragen.

Paolo Talamoni und Lea Gasser haben dazu bereits ein eigenes Projekt aus dem Boden gestampft. Entlang der Cesare-Battisti-Straße soll auf öffentlichem Grund eine Reihe von Sträuchern gepflanzt werden, die die Straße verschönern und gleichzeitig als Abgrenzung zu den Apfelwiesen dienen. „Ich gehe diese Straße so oft entlang und habe mich gefragt, was man tun kann, damit sie schöner wird. Sträucher und Bäume entlang der Straßen fördern die Umwelt und die Gesundheit, sie bringen mehr Lebensqualität für Sinich“, sagt Talamoni. Das Vorhaben ist bereits mit den zuständigen Gemeindeämtern abgesprochen und wartet nur mehr auf die Umsetzung.

 

Ein anderer Aspekt einer besseren Zukunft für Sinich liegt Paolo Endrizzi am Herzen, dem Berufspädagogen, der eine langjährige Erfahrung mit Problemsituationen sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen hat. In Zusammenarbeit mit mehreren privaten und öffentlichen Akteuren plant er gerade ein Sozialprojekt für Sinich, das sich vor allem an benachteiligte Jugendliche (aber nicht nur) richtet und ihnen Unterstützung und neue Perspektiven bieten soll.

„Natürlich braucht es in Sinich auch Kontrollen und Überwachungskameras. Sicherheit ist ein Grundbedürfnis der hier lebenden Menschen. Doch der Königsweg ist ein anderer. Wenn man den Leuten helfen will und eine funktionierende, solidarische Gemeinschaft etablieren will, sind Sozial- und Erziehungsprojekte das Mittel der Wahl. Die Jugendlichen, die sich abgehängt und ausgeschlossen fühlen und über die Stränge schlagen, brauchen Perspektiven. Aus langjähriger Erfahrung kann ich sagen, dass dieser Ansatz sehr oft erfolgreich ist: Aus Randalierern werden engagierte Bürger. Daran halte ich fest, da ich das selbst gesehen und erfahren habe. Notwendig ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Stellen sowie dem Ehrenamt. Zur Zeit arbeite ich mit anderen daran und hoffe, dass wir in Kürze ein Konzept vorstellen können, das allgemeine Zustimmung bekommt und uns weiterhilft“, so Endrizzi.

 

Erreichbarkeit gewährleisten

 

„Sinich braucht möglichst viele Einrichtungen und Angebote direkt vor Ort. Dazu zählen auch Mobilitätsangebote: ausgebaute Fahrradwege und Busverbindungen, damit Sinich möglichst gut erreichbar ist“, ergänzt die ehemalige Mobilitätsstadträtin Rohrer. „Das betrifft die Wohnhäuser, aber auch die Handwerkerzone. Im Vorjahr hat die Gemeinde mit der MEMC ein Pilotprojekt zur betrieblichen Mobilität gestartet, das die Potentiale des Fahrrads in Sinich aufzeigt. Langfristig bleibt das Ziel ein eigener Bahnhof für Sinich. Der ist aber nur möglich, wenn das Land die Bahnlinie endlich ausbaut.“