Worte zum Nachdenken im Meraner Stadtanzeiger, dem Wochenblatt für Meran



                                        

LIEBE ist nicht nur ein WORT

Das Pfingstfest liegt hinter uns. Die Priester trugen rote Gewänder am Altar, die Farbe der Liebe. Dazu ist der Monat Juni dem Herzen Jesu geweiht und die Herz-Jesu-Feuer werden Ende Juni auf vielen Bergen brennen. Also: Anlass genug, um über die Liebe nachzudenken. „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebet einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ Dieses Wort Jesu kennt wohl jeder Christ und dazu, dass die Liebe das größte Gebot sei. Mir kommt da zuerst der Gedanke: Wie kann man die Liebe zum...


                                        

Die Faszination von Kirchentagen

Jugendgruppe der ev. Gemeinde im Glaubensgespräch

Alle zwei Jahre trifft sich zu Christi Himmelfahrt bzw. zum Pfingstfest eine große christliche Gemeinde. In diesem Jahr, zum 500. Reformationsjubiläum, hatte die Bundeshauptstadt Berlin und die Lutherstadt Wittenberg zum Kirchentag der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) eingeladen. Die Zeitungs- und Fernsehbilder zeugen von einem intensiven und friedlichen Miteinander auch der verschiedenen Konfessionen und Religionen. Am Pfingstwochenende werden nun in Mailand die Evangelischen Kirchen in Italien die Gastgeber des italienischen...


                                        

Ostern hat's nicht leicht

Auf die Frage „Welches ist das höchste Fest im Kirchenjahr?“, antworten erfahrungsgemäß immer eine Reihe von Leuten: „Weihnachten“. Dieses Fest rührt das Herz. Ein Kind wird geboren. Das kennen wir alle aus eigener Erfahrung. Da können wir mitreden. Neues Leben beginnt. Noch unbelastet. Noch nicht verbogen. Wir staunen. Die Geburt eines Kindes, die Geburt des Kindes von Betlehem lässt sich feiern. Ostern dagegen, obwohl das ältere und bedeutendere Fest der Kirche, hat es schwer. (Es sei denn, man...


                                        

Es fließt oder trocknet aus

Wir haben jetzt Halbzeit. Nicht beim Fußball, sondern in der Fastenzeit. Seit Anfang März schallt der Ruf durch die Kirchen: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!“ Umkehren. Das setzt voraus, dass ich mich von etwas abwende und mich einer anderen Sache zuwende. Für viele Menschen bedeutet das in diesen Wochen ganz konkret: Ich wende mich vom täglichen Kaffee ab, von Süßigkeiten oder vom Fernseher. Und ich wende mich Gott zu: Ich übe mich in Nächstenliebe, ich beichte, gehe in den Gottesdienst oder...

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Clown … ein Clown Gottes?

Jetzt ist die Zeit des Faschings; die Zeit, in der Menschen sich gerne verkleiden. Bei Interviews wird manchmal die Frage gestellt: Was möchten Sie für einen Tag sein? An Sie, liebe Leserinnen und Leser, jetzt die Frage: Möchten Sie für einen Tag ein Clown, vielleicht ein Clown Gottes sein? Äußerlich ist es nicht schwierig, in die Rolle eines Clowns zu schlüpfen. Es braucht dazu nur ein dementsprechendes Kostüm und die rote Nase. Aber damit trifft man nicht die eigentliche Gestalt eines Clowns, sein...


                                        

Allein mein Glaube macht mich vor Gott gerecht!

Luthers Rechtfertigungslehre veränderte die Welt

Neben dem lokalen 700-jährigen Stadtjubiläum in Meran steht das Jahr 2017 weltweit für das 500-jährige Reformationsgedenken. So wird der Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober 2017 in Wittenberg zum Anlass genommen, der Veränderungen vor 500 Jahren zu gedenken. Das 95 Thesen umfassende Papier, das ursprünglich nur einer Disputation unter Gelehrten vor Ort dienen sollte, verbreitete sich durch die neue Buchdrucktechnik in Windeseile in ganz Europa. Händler, Kaufleute und andere Reisende brachten Luthers Schriften in die...


                                        

Friede – eine Utopie der Idealisten?

Rückschauend auf das Jahr 2016 kommt in uns wohl ein mulmiges Gefühl auf. Hundert Tausende Menschen haben ihr Leben, Millionen ihr Hab und Gut verloren. 90.000 Christen hat man durch Verfolgung und Überfälle das Leben genommen. So ist wohl der Wunsch der allermeisten Menschen: Friede auf Erden. Der Friede war stets in der Menschheitsgeschichte ein hohes Gut. Das weiß offenbar auch der Himmel! Nach der Ankündigung der Geburt des Messias in der Stadt Davids sangen die Engelscharen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede bei...


                                        

Zwischen Himmel und Erde

Ein Vorgeschmack auf das Paradies ...

Der Weinbau gehörte zu den ersten landwirtschaftlichen Tätigkeiten der Menschheit überhaupt! Von der Urzeit bis zur Antike unterscheidet er sich kaum. Archäologische Funde beweisen, dass das System der Kelter und Presse in dieser Zeit relativ gleich geblieben ist. Damals wie heute gilt: Der Weinbau ist die arbeitsintensivste Tätigkeit in der Landwirtschaft! Auch heute noch, trotz neuer moderner Technik. Wein in der Bibel Der Wein spielt in der Bibel eine wichtige Rolle. Nimmt man alle Worte mit Wein in der Bibel zusammen, so...

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Stille. Schön wär’s!

Erscheint eine neue Ausgabe des „Meraner Stadtanzeiger“, lese ich oft zuerst den Beitrag unter dem Stichwort „Aufgelesen“. Dort erklärt uns jedes Mal Luis Fuchs kenntnisreich und humorvoll die Welt der Sprache. Neulich stellte er die Frage: „Wie hört sich Stille an?“ Dabei erwähnte er - angeregt durch den Südtiroler Liedermacher Doggi Dorfmann - die Stille am Berg und im Walde, die Stille des Wassers und die Stille in der Kirche. Als ich von der Stille in der Kirche las, dachte ich bei mir: Schön...


                                        

„Gutmenschen“ sind gefragt

Mitten in der Flüchtlingskrise ist der Begriff „Gutmensch“ zum „Unwort des Jahres 2015“ erklärt worden. Die Begründung: Dieser Begriff diffamiere „Toleranz und Hilfsbereitschaft als dumm und weltfremd“. Wie kann es sein, dass ein Wort, das sich halb aus „gut" und halb aus „Mensch" zusammensetzt, zu einem Schimpfwort geworden ist? Doch wohl nur, weil es von rechten Menschenverächtern viel zu lange in gehässiger Absicht im Mund geführt worden ist. Und wohl hierzulande immer...


                                        

Papst Franziskus und das Heilige Jahr

Papst Franziskus hat ein außergewöhnliches Heiliges Jahr ausgerufen. An sich wird nur alle 25 Jahre ein Heiliges Jahr begangen. So träfe es das nächste Heilige Jahr erst im Jahre 2025. Papst Franzskus bemerkte im Zusammenhang mit der Ausrufung dieses außergewöhnlichen Heiligen Jahres, dass Gott ihm angesichts seines Alters wohl nicht ein langes Pontifikat zugedacht habe. Dies mag einer der Gründe für die Ausrufung eines außergewöhnlichen Heiligen Jahres sein. Wichtiger ist wohl für den Papst,...


                                        

Mit welchem Proviant gehen wir durchs neue Jahr?

Jahresbeginn eine große Portion guter Wünsche mit auf den Weg und davon reicht der Vorrat noch einige Zeit. Schlimm wäre es, wenn wir alles treiben lassen würden. Man muss dem modernen Menschen vorhalten, dass er oft nicht mehr agiert, sondern nur reagiert. So werden viele von außen gesteuert. Fremdbestimmung und Abhängigkeiten vieler Art gefährden die Freiheit. Es bedarf heute mehr der Nachdenklichkeit, um der Oberflächlichkeit entgegenzuwirken. Texte von Dichtern können uns gute Ratgeber sein. So habe ich ein...

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Wir sind Kirche

Vor einigen Jahren kursierte ein nicht gerade schmeichelhaftes Wort: „Die Kirche gibt Antworten auf Fragen, die keiner stellt.“ Zur Zeit Jesu haben Leute gefragt: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Und der Reformator Martin Luther: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Diese Fragen stellen die heutigen Menschen selten. Ja, nach einer Umfrage sind es fast 70% der Leute, die nicht einmal die Sinnfrage stellen: „Wozu lebe ich?“ Da die Frage nach dem ewigen Leben kaum mehr gestellt wird,...


                                        

Sind Zäune eine Lösung?

Die Flüchtlingswelle hat alle fest in Griff: die Länder,  aus denen die Flüchtlinge kommen, und die Länder, in die sie wollen. Auf diese Flüchtlingstragödie wird verschieden reagiert – auch durch Zäune, die sichtbar wie in Ungarn gegen Flüchtlinge errichtet oder durch Zäune, die unsichtbar durch politische Parteien und Gruppierungen aufgebaut werden mit der Forderung, die Grenzen dicht zu machen und keine Flüchtlinge ins Land zu lassen. Nun, es ist wohl klar, dass eine Lösung der heutigen...


                                        

Zu hohe Erwartungen?

Vom 4. bis 25. Oktober 2015 findet in Rom die entscheidende Ordentliche Bischofssynode zum Thema „Ehe und Familie“ statt, Gestartet ist dieses Unternehmen mit einer Fragebogenaktion. Papst Franziskus wollte möglichst wirklichkeitsgetreue Informationen über Fragen und Probleme der Familien von heute. Diese erste Umfrage hat in den Diözesen der Kirche eine gewisse Euphorie ausgelöst und große Erwartungen geweckt. Dieser Umfrage folgte ein zweiter Fragebogen, der bedeutend nüchterner aufgenommen wurde. Die Fragen seien...


                                        

Warum radikal ... terroristisch?

Es geht einem kalt über den Rücken, wenn im Fernsehen gezeigt wird, wie IS-Milizen (= Kämpfer für den sog. Islamischen Staat) Menschen köpfen. Es ist erschreckend, wenn im Fernsehen von Menschen berichtet wird, die wegen der IS-Milizen alles verlassen und fliehen müssen. Es ist weiters erschreckend, wenn Menschen aus Europa mit diesen Terroristen sympathisieren oder sogar in diese Länder ziehen, um an den Kämpfen für den Islamischen Staat teilzunehmen. Wie ist es möglich, dass Menschen, vor allem...

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Angst vor dem Islam?

In letzter Zeit hat die Anti-Islam-Bewegung „Pegida“ in Deutschland Schlagzeilen gemacht und immer mehr Anhänger gewonnen. „Pegida“ steht für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Die Anhänger dieser Gruppe nutzen die Angst vor dem islamistischen Terror, um auch Stimmung gegen Ausländer und Flüchtlinge zu machen. Abgesehen von den ausländerfeindlichen Parolen dieser Bewegung bleibt die Frage: Ist die Angst vor dem Islam wirklich berechtigt? Wenn wir an den...


                                        

Das Jahr 2015 - ein Weg

Wir stehen am Beginn eines neuen Jahres. Das Jahr 2015 hat soeben begonnen. Ein neues Jahr – auch das Jahr 2015 – ist wie ein „unbeschriebenes Blatt“, wie wir sagen. Tag für Tag werden wir dieses Blatt 2015 beschreiben. Das neue Jahr 2015 ist auch wie ein Weg, den wir gehen werden; ein Weg, den wir Tag für Tag im Jahre 2015 beschreiten werden. Ziel dieses Weges ist ein geglücktes Jahr 2015. Dabei ist dieser Weg des neuen Jahres uns zum Teil bekannt: Auch im begonnenen Jahr führt uns dieser Weg zu den...


                                        

Schein oder Sein?

Heilige, deren Fest wir am 1. November feiern, scheinen immer mehr an Strahlkraft zu verlieren. Oft stellt man sich Heilige als religiöse Spezialisten vor, als Wundertäter oder gar als Übermenschen, die wenig mit unserem Alltag zu tun haben. Die Heiligen scheinen heute von den Stars und Sternchen verdrängt zu werden; diesen gilt weitgehend das öffentliche Interesse. Dabei zeigt sich aber, dass Stars der Gegenwart gerne auf Symbole und Zeichen zurückgreifen, die untrennbar mit dem Leben der Heiligen verbunden sind. Hat also der...


                                        

Der „Maler Herbst“

Mehr als alle anderen Jahreszeiten präsentiert sich der Herbst als großartiger Maler in der Natur. Welch herrliche Bilder können wir, wenn auch das Wetter etwas mitspielt, im Herbst erleben - die in vielen Farben bemalten Hänge am Marlingerberg, von Vellau durch den Vinschgau sowie vom Etschtal zum Tschöggelberg. Welch herrliche Kulissen werden dem Meraner Talkessel geboten. Zu den wunderbaren Werken des Malers Herbst gehören dann auch die Weinberge, die wie gelbe Teppiche unser Land schmücken; auch die vielen...

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An Gott einen Brief schreiben?

Ein ansprechender Gottesdienst entsteht nicht von allein. Er erfordert Vorbereitung. Ich setze mich also an den Computer, überlege, versuche, Texte zu entwerfen, und einzugeben. Gerade habe ich geschrieben „Gott“, da erscheint auf der Bildfläche ein Kasten mit den Worten „Anscheinend möchten Sie einen Brief schreiben. Brauchen Sie Hilfe?“ Zunächst einmal stutze ich und muss schmunzeln. An Gott einen Brief zu schreiben, ist mir noch nie in den Sinn gekommen. Doch dann werde ich nachdenklich: Was...


                                        

Sonnenstrahlen sammeln

Wo bewahren Sie zu Hause Ihre Vorräte auf? Haben Sie eine Vorratskammer oder, wie man auch sagt, eine „Speise“? Die Speisekammer ist meistens direkt neben der Küche und sie ist so etwas wie das Herzstück eines jeden Hauses. Viele schöne Köstlichkeiten lagern hier und sie helfen durch Zeiten hindurch, wo es weniger gibt. Es ist gut, sich in sinnvollem Maß Vorräte anzulegen. Der Kinderbuchklassiker „Frederick“ von Leo Lionni, handelt auch vom Sammeln von Vorräten für die Seele und...


                                        

Christophorus war ein Fußgänger

Das Armaturenbrett vieler Autos schmückt eine Christophorus-Plakette: ein Glücksbringer, ein Maskottchen? Für manche mag es nicht mehr sein als dies, nicht mehr als eine ferne Ahnung, dass der Mensch zum Erreichen eines Zieles Schutz und Wegbegleitung braucht. Wegbegleiter war dieser Heilige schon seit Jahrhunderten. Seit dem 12. Jahrhundert finden sich an vielen Kirchen weithin sichtbare Darstellungen von Christophorus. Ein morgendlicher Blick darauf sollte an jenem Tag vor einem jähen und unvorbereiteten Tod schützen. Es ging den...


                                        

Warten, bis die Seele nachkommt

Der Sommer ist in besonderer Weise die Zeit der Ferien und des Urlaubs. Schüler stehen für einige Wochen nicht mehr unter dem Druck der Schule. Menschen im Beruf sind für einige Zeit nicht der Mühe und dem Stress der Arbeit ausgesetzt. Alle dürfen gleichsam für kurze Zeit „abschalten“. In den Ferien und in der Urlaubszeit ist es auch möglich, dass man sich anderen Dingen zuwendet, die während der übrigen Zeit nicht möglich sind oder die sonst eher zu kurz kommen: Urlaub am Meer, eine Fahrt in die...

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Gott geht unsere Wege mit

Die Griechen der Antike meinten: „Götter können nicht lieben“. Sie glaubten, diese seien Supermenschen, lebten in Saus und Braus im Himmel des Olymps. Sie sähen die Menschen als gefürchtete Konkurrenz an und passten auf, ihre höhere Position zu wahren. Die Konkurrenz liebt man nicht, sie ist zu fürchten. So ein Gottesbild ist dem Christentum fremd. Das Evangelium Jesu ist eine frohe Botschaft, aber wie wenig Freude löst das doch bei Christen aus! Sein Inhalt: Gott ist die Liebe, Gott ist euer Vater, eure Namen...


                                        

Papst Franziskus

Eine Premiere in vieler Hinsicht ist die Wahl des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio zum Papst: Erster Nicht-Europäer seit über 1000 Jahren, erster Jesuit als Papst, erstmals nennt sich ein Papst Franziskus. So wie der neue Papst nach seiner Wahl aufgetreten ist, die Leute angesprochen und dabei sich selbst nicht so ernst genommen hat, das ist ein Hoffnungszeichen. Beeindruckend war, wie seine Einladung zum Gebet die jubelnde Menschenmenge auf dem Petersplatz zum Schweigen brachte. Der von ihm gewählte Name „Franziskus“ betont die...


                                        

Tag der Frau

(Blumen reichen nicht ...)

Der Weltfrauentag geht auf den 8. März 1908 zurück. Damals traten die Arbeiterinnen der Textilfabrik „Cotton“ in New York in Streik, um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu fordern. Die Fabrikbesitzer und Aufseher schlossen die Frauen in die Fabrik ein, um den Kontakt und die Solidarisierung mit anderen Belegschaften zu verhindern. Als plötzlich ein Feuer ausbrach, starben 129 Arbeiterinnen in den Flammen. Der Internationale Frauentag blickt auf eine lange Tradition zurück. Er entstand im Kampf um...


                                        

Danke, Benedikt!

Der angekündigte Rücktritt von Papst Benedikt XVI. hat verschiedene Spekulationen ausgelöst. Viele wollten durchaus nur eine andere Erklärung für den Rücktritt sehen, als die vom Papst selbst gegebene: Der Papst sei getrieben, gescheitert, gezwungen zu gehen. Von Papst Johannes XXIII. wird überliefert, er habe gern sich selbst den Satz gesagt: „Giovanni, nimm dich nicht zu wichtig!“ Genau das mache Papst Benedikt, er nehme sich selbst nicht zu wichtig und mache daraus eine konkrete Entscheidung, schreibt Bernd...

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Utopie oder Vision?

Unterfertigtem ist bewusst, dass die folgenden Gedanken für heute nicht realistisch, also utopisch sind und damit nur ein Denkspiel, ein Traum, eine Vision bleiben. Trotzdem seien diese Gedanken ausgesprochen: Mit Recht wird geklagt, dass die einen (zu) große Gehälter haben, die anderen zu wenig verdienen. Es wird mit Recht auch über die Arbeitslosigkeit geklagt, die im Zunehmen ist. Anderseits seufzen aber viele über den Stress, dem sie heute unterworfen sind; über die Termine, die sie täglich wahrzunehmen...


                                        

Leise

Nur einmal bin ich im letzten Advent zur Roratemesse gekommen. Viele Worte wurden in diesem Gottesdienst gesprochen. Für mein Bedürfnis nach Stille und Besinnung fast zu viele. Drei Worte haben mich angesprochen. Sie haben mich innerlich berührt und sind mir nachgegangen, auch als ich die Kirche schon wieder verlassen hatte. „Gott wandelt leise“ hatte es geheißen. „Da müsste Gott doch dreinfahren“, hat meine Mutter einmal gesagt, als jemand ein Wegekreuz geschändet hatte. Er ist damals nicht...


                                        

Einander die Hände reichen

Wir haben sie einander gereicht, unsere Hände - in den letzten Tagen, als wir immer wieder zusammenkamen, um miteinander die Gebetswoche für die Einheit der Christen zu feiern (sie wird in Südtirol jedes Jahr vom 18. bis 25.01. begangen). Dieses Mal mag das „Wort zum Nachdenken“ aus einigen Beobachtungen bestehen, die ich in dieser Gebetswoche gemacht habe. Zunächst in Arco, nahe dem Gardasee: Besonders berührt hat mich der ausgedehnte Friedensgruß, den nicht nur wir Pfarrer miteinander austauschten, sondern...


                                        

„Auf dem Weg“ - Biblisches Leitwort für 2013

Wie es bei uns Evangelischen Brauch ist, gibt es für jeden Zeitraum ein Leitwort aus der Bibel: Tageslosungen, Wochensprüche, Monatssprüche und eben auch die Jahreslosung. Übrigens: Seit 1969 beteiligt sich die Römisch-katholische Kirche an der Auswahl der Jahreslosungen. Für das Jahr 2013 wurde ein Wort aus dem Hebräerbrief  ausgewählt: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir (Hebräer 14,14). Für mich klingt dieser Bibelvers zuerst „nach Friedhof“,...


                                        

Träume haben - unsterblich sein - Ostern!

Vom Palmsonntag bis Ostersonntag feiern Christen die Karwoche - die Leidenswoche Jesu: Am Palmsonntag den Einzug Jesu in Jerusalem, am Gründonnerstag das Letzte Abendmahl, am Karfreitag den Tod Jesu am Kreuz und am Ostersonntag die Auferstehung Jesu. Mit der Feier von Tod und Auferstehung Jesu feiern wir das Fundament und die Mitte des christlichen Glaubens. Der Tod Jesu am Kreuz ist ein Ereignis, das sich vor 2.000 Jahren in Jerusalem ereignet hat. Es ist ein geschichtliches Ereignis. Davon schreiben und berichten die Schriftsteller der...


                                        

Keiner soll im Schatten bleiben

Es wird heute viel von der „Ellbogengesellschaft“ geredet. Und jeder, der davon hört, versteht sofort, was damit gemeint ist. Ellbogen werden eben benützt, um den Weg freizuboxen, um nach oben oder nach vorne zu kommen. Worte wie: „Jeder ist sich selbst der Nächste“ oder: „Die Plätze an der Sonne sind halt rar, da muss man sehen, wie man sie ergattern kann“, liefern die Begründung für rücksichtsloses Verhalten. Muss das so sein, muss das immer so zugehen? Ich las im Buch...


                                        

Die goldene Mitte

„Tu deinem Leib Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen“, schreibt die heilige Theresia von Avila. Wer fastet, tut seinem Leib Gutes. In den letzten Jahren kann man in unserer Konsumgesellschaft von einer Wiederentdeckung des Fastens sprechen. Heute fasten Menschen aus unterschiedlichsten Beweggründen. Manche wollen einfach „abspecken“. In teuren Fastenkliniken lassen sie sich auf „Nulldiät“ setzen. Zeit des Verzichts oder Fastenzeit – das klingt zunächst nach reichlich...


                                        

Politikergehälter - Gehälter in der Privatwirtschaft

Es wurde und wird oft über die Politikergehälter diskutiert und geschrieben. Trotzdem bleiben einige Fragen immer noch offen: Wie viel verdienen nun Politiker auf Gemeinde-, auf Landes- und Staatsebene tatsächlich, wenn alles einberechnet wird: Gehalt, Zusatzgehalt, Sitzungsgelder, Repräsentationsfond, Fahrtgeld, Geld für Unterhalt und Wohnung, andere Begünstigungen usw.? Alle Parteien - Regierungs- und Oppositionsparteien - beteuern, wie ernst es ihnen mit der Kürzung der Gehälter ist. Wenn es dann ernst wird,...


                                        

Vor allen Terminen

Auf einen Jahreskalender kann und will ich nicht verzichten. Zu viele Termine gilt es zu beachten. Meine Schwester wird in diesem neuen Jahr einen runden Geburtstag feiern. Einer meiner Freunde - er ist Priester - kann sein Goldenes Priesterjubiläum begehen. Das sind nur zwei von den vielen Geburts-, Namens-, Jahrestagen und Jubiläen im Kreis meiner zahlreichen Verwandten, Freunde und Bekannten. Sie alle freuen sich über einen Gruß und einen Glückwunsch von mir. Doch ich kann unmöglich alle diese Daten im Kopf haben. Also...


                                        

Mutter oder Partnerin

Vom „neuen Mann“ ist heute viel die Rede, vom Ehemann also, der sich um ein neues Selbstverständnis bemüht und die drei Bereiche Arbeitswelt, Ehe und Familie zu verbinden versucht. Neue Ideale in der Gestaltung einer Partnerschaft haben die traditionellen Rollenbilder und Beziehungsmuster abgelöst. „Es braucht da eine sanfte Revolution“, sagte einmal der bekannte Erwachsenenbildner Prof. Wassilios E. Fthenakis. Damit haben aber besonders Männer ihre Probleme. Partnerschaftlich zusammenleben ist eine noch junge...


                                        

Osterei - Jesus lebt!

Symbole spielen in unserem Leben und besonders in unserem Glauben eine wichtige Rolle – so auch um Ostern. Ein aussagekräftiges Symbol für Ostern ist das Osterei. Nun, das Ei ist eigentlich eine kleine, alltägliche Speise. Der Inhalt des Eies - das Eiweiß und der Dotter – ist von der Schale umschlossen. Im Blick auf das Ei stellen sich die Fragen, ob wir das Ei hart gesotten oder weich gekocht essen; ob das Frühstücksei von einer Henne in der Käfig-, Boden- oder Freilandhaltung kommt; ob das Ei...


                                        

Apokalypse

Die Hiobsbotschaften aus Japan überschlagen sich geradezu. Erst erreicht uns die Nachricht von dem verheerenden Erdbeben, dann wird uns von der vernichtenden Flutwelle berichtet, dann der Schnee und die Kälte und kurz darauf kommt die Information über die beschädigten Atomkraftwerke und nun spricht man gar vom Super-GAU. Durch Fernsehen und Internet wird uns das wachsende Ausmaß dieser Katastrophe auch hier in Europa drastisch vor Augen geführt. Die Ereignisse in Japan stellen jetzt sogar die grausamen Vorgänge in...


                                        

Hommage an die Väter

Es wird eigentlich nicht so viel über Männer, über Väter diskutiert und geschrieben. Andrea Schwarz hat folgende Hommage an ihren Vater verfasst: Als ich klein war, habe ich dich bewundert. Du warst der Mittelpunkt der Welt und meine Hand in deiner Hand. Dort war es warm, ich war geborgen, aufgehoben. Nichts und niemand konnte mir etwas tun. Du hast mir Schlittenfahren beigebracht und die verschiedenen Sorten des Getreides. Du hast mich schwimmen gelehrt und, dass es wichtig ist zu lesen. Wir haben...


                                        

Wo bleibt die gute Nachricht?

Zeitungen, Radio, Fernsehen und Internet sind unsere ständigen Begleiter. Unsere Diözese begeht am Sonntag, dem 30. Jänner, den Tag der Medien. Die Kirche hat sich lange Zeit schwer getan im Umgang mit den Medien. Sie sah darin eine lästige Konkurrenz, der sie auf verschiedene Weise zu begegnen versuchte, durch den Index verbotener Bücher, durch Rundschreiben und Erlässe. Noch im 19. Jahrhundert hat ein Papst in einem Rundschreiben die Presse- und Meinungsfreiheit als schädlich und als „Ausgeburt eines kranken...


                                        

Stell dir vor ...

Zu meinem Geburtstag im vergangenen November habe ich wieder viele Grüße und Glückwünsche erhalten. Ein Freund hat seinem Brief einen Text beigelegt, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte: Stell dir vor, du hättest bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen: Jeden Morgen stellt dir deine Bank 86.400,00 Euro auf deinem privaten Konto zur Verfügung. Doch dieser Preis hätte auch seine Bedingungen, so wie jedes Spiel eben bestimmte Regeln hat. Die erste Regel wäre: Alles, was du im Laufe des Tages...


                                        

Ostern beginnt mit einem Schock

Ostern beginnt nicht mit einem Osterei oder dem Osterhasen. Auch nicht mit einem Alleluja. Ostern beginnt mit einem Schock. "Schleunigst machten sie, dass sie von der Grabstätte wegkamen, denn sie flatterten vor Angst und Entsetzen. Und zu niemandem sagten sie auch nur einen Ton; denn sie waren voller Furcht", erzählt das Evangelium von den drei Frauen. Die waren frühmorgens zur Grabkammer aufgebrochen, einzig und allein darum besorgt, ihrem geliebten Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Die Frauen sind entsetzt, weil sie...


                                        

Revision ist angesagt

Wer ein Auto besitzt, wird von Zeit zu Zeit eingeladen, das Auto zu einer Revision in die Garage zu bringen. Unter einem zweifachen Aspekt wird in der Garage das Auto behandelt: Da wird das Auto untersucht, ob etwas fehlt. Vielleicht fehlt Öl oder Wasser; vielleicht ist eine Schraube etwas locker oder die Bremsbacken sind abgenützt. Mängel, die am Auto festgestellt werden, werden behoben. Der zweite Aspekt hat eine positive Absicht: Das Auto wird mit allem ausgestattet, damit es gut bzw. besser funktioniert. Wir stehen in der...


                                        

Wie geht es weiter? Wohin geht es?

Solche Fragen stellen sich - immer wieder. In diesen Tagen entscheidet die Gemeindeversammlung der Evangelischen Gemeinde Meran, ob die Gemeinde über den Sommer 2011 hinaus meinen Dienstauftrag als Pfarrer in Meran für weitere drei Jahre zu verlängern bereit ist. So werden Weichen gestellt. Und es sind viele beteiligt. In diesem Fall nicht nur eine Versammlung von Gemeindemitgliedern, nicht nur ich selbst, der ich ja auch entscheiden muss, ob ich weitere drei Jahre Dienst tun will, sondern auch die Evangelische Kirche in Deutschland und...


                                        

Eine Kurskorrektur

Wohl kaum andere Begriffe haben so an Bedeutung verloren, wie die Worte „Buße“ und „Umkehr“. Während Fasten heute wieder „in“ ist, kann man mit dem Wort Buße nicht mehr viel anfangen: Man denkt an Unterdrückung eigener Gefühle, Einschränkung des Lebens und Selbstdemütigung. Was ist aber Buße wirklich? Am Aschermittwoch beginnt ja die Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt. Am Rückgang der Beichten zeigt sich am deutlichsten, dass Buße in eine...


                                        

Miteinander

Christen leben in unterschiedlichen Konfessionen, z.B. als evangelische und katholische Christen. Auch in Meran. Leider. Denn voneinander getrennte Christen, die sich alle auf ein und denselben Jesus Christus berufen, sind ein Skandal. Dieser Skandal wird nicht dadurch erträglicher, dass er nun schon fast 500 Jahre andauert. Mit einer gespaltenen Christenheit dürfen wir uns nicht abfinden. An getrennte Christen dürfen wir uns nicht gewöhnen. Katholische und evangelische Christen in Meran leben nicht gegeneinander und auch nicht...


                                        

„…und ihr seid Zeugen!“

Ist das eine Drohung? Oder ein Hilferuf?  Nein, es ist ein Auftrag: Der auferstandene Jesus hatte sich nach Ostern seinen Jüngern gezeigt und ihnen diesen Auftrag gegeben. So ist es jedenfalls berichtet am Ende des Lukasevangeliums. Zeugen – wofür? Kurz gesagt: für das, was mit Jesus geschehen war, für sein Leiden und seinen Tod, für seine Auferstehung  und für die Verkündigung des Aufrufs zur Lebenswende. Alle Menschen sollten von der befreienden Umkehr erfahren, die es durch den Glauben an Jesus und...