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Zypressen (Himalaya & Arizona)

Cupressus

Arizona-Zypresse bei der Landesfürstlichen Burg
Zweige und Frucht der Arizona-Zypresse
Naturdenkmal Himalaya-Zypresse in der Christomannosstrasse
Zweige und Frucht der Himalaya-Zypresse

Arizona-Zypresse

Die Arizona-Zypresse (Cupressus arizonica  Greene) sticht besonders durch ihr blaugrünes Blattwerk und die rötlichbraune Rinde hervor. Sie ist ein immergrünes Zypressengewächs (Cupressaceae), das in den Bergen Arizonas (Nordamerika) und Mexikos beheimatet ist. Von den fünf Varietäten dieser Art, die von manchen Botanikern als eigene Arten angesehen werden, kommen bei uns zwei Varietäten vor: die Rauborkige Arizona-Zypresse (C. arizonica var. arizonica) und die Glatte Arizona-Zypresse (C. arizonica var. glabra). Sie gelten als kälteunempfindlich und dürrefest und werden bei uns freistehend als Zierbäume, aber auch als lebende Zäune in Heckenform angepflanzt.

Die Arizona-Zypresse ist ein bis 20 m hoher, geradstämmiger Baum mit einer eiförmig-kegelförmigen Krone. Die rötlichbraune, später graue Rinde ist rau und faserig-rissig oder glatt - das Merkmal, das den Varietäten den Namen gegeben hat - und löst sich im Alter in dünnen Streifen ab. Die Zweiglein stehen nach allen Seiten ab. Die schuppenartigen Blätter sind etwa 2 mm lang und graugrün bis blaugrün gefärbt. Besonders bei der Glatten Arizona-Zypresse sind die Harzdrüsen sehr aktiv und bilden auf den Nadeln einen weißlichen Belag. Beim Zerreiben duften sie harzig. Die bis 2,5 cm großen, dunkelbraunen und blau bereiften Zapfen tragen deutlich bedornte Samenschuppen. Wegen der schlechten Holzqualität wird der Baum außer als Brennholz nicht wirtschaftlich genutzt.

Vorkommen: Gilfpromenade, Marconipark, beim Jüdischen Museum in der Schillerstraße, Moser-Anlage, Schillerpark, Friedhöfe, Negrelli-Schule, Texelstraße. Das älteste Exemplar einer Rauborkigen Arizona-Zypresse befindet sich in der Nähe der Landesfürstlichen Burg. Glattborkige Exemplare kann man im zugänglichen Thermenpark finden.

 

Himalaya- oder Nepal-Zypresse

Aus dem trockenen westlichen Himalaja (Nepal und Westchina) stammt die Himalaja- oder Nepal-Zypresse (Cupressus torulosa  D. Don.). Die Pflanze wurde 1826 vom dänischen Botaniker N. Wallich, der den Nepal und andere asiatische Staaten bereiste und deren weitgehend unbekannte Pflanzenwelt erschloss, nach Europa gebracht.

Der langsam wachsende, in seiner Heimat bis zu 40 m, bei uns bis 25 m hohe Baum besitzt eine schlanke bis breit kegelförmige Krone und eine braune Rinde, die in kurzen Streifen abblättert. Die waagrecht abstehenden Äste tragen Zweiglein, die alle in einer Ebene stehen und locker herabhängen. Die schuppenförmigen und dicht anliegenden Blätter sind gelblichgrün bis dunkelgrün. Zerriebene Zweiglein riechen nach frischem Gras. Die zahlreichen kleinen und kugeligen Zapfen tragen bedornte Samenschuppen.

In ihrer Heimat ist die Himalaya-Zypresse ein wichtiger Holzlieferant. Das harte und fein gemaserte Holz ist dauerhaft und wird hauptsächlich für Tischlerarbeiten verwendet. Bei uns wird der Baum als Ziergehölz angepflanzt.

Vorkommen: Zwei Himalaya-Zypressen sind in Meran als Naturdenkmal ausgewiesen. Ein über 100 Jahre altes Exemplar steht an der Winterpromenade nördlich vom Passeirer Tor (mit rankender Glyzinie); weitere Exemplare an der Gilfpromenade.