Musikerviertel: Generalversammlung
04. Juni 2026
Vor Kurzem fand im Auditorium Gandhi die vom Komitee „Musikerviertel und Umgebung“ organisierte Generalversammlung statt. Das Treffen bot die Gelegenheit, einen Überblick über die 120 Verbesserungsanträge vorzunehmen, die im ersten Teil der Amtszeit eingereicht worden sind, und vor allem die Lage im Viertel zu analysieren. Das Komitee, vertreten durch den Präsidenten Tiziano Rosani, die Mitglieder Emiliano Lutteri, Robert Kofler, Dario Boninsegna und den Schatzmeister Mauro Dellafiore, konnte bei der Organisation der Veranstaltung auch auf die Mitarbeit von Lisa Nadine Längerer, Mirko Wenter und Werner Schwienbacher zurückgreifen. Tatsächlich haben sich in letzter Zeit viele Menschen dem Komitee angeschlossen, um dessen Arbeit zu unterstützen, und zahlreiche Anwesende bei der Versammlung kamen aus verschiedenen Teilen des Viertels. Vorsitzender Rosani leitete die Versammlung ein und stellte zunächst das Stadtviertel selbst vor, das mehr als 4000 Bürger zählt und somit mehr Einwohner als verschiedene Gemeinden in der Umgebung von Meran hat, wie zum Beispiel Schenna, Riffian, Marling und Burgstall.
Vor allem aber wurde die Philosophie dieses Komitees deutlich, die darauf beruht, sich nicht auf die zweifelsohne notwendige Meldung der verschiedenen Probleme des Viertels zu beschränken, sondern parallel dazu detaillierte Vorschläge für strukturelle und organisatorische Verbesserungen auszuarbeiten und dabei die Zusammenarbeit mit den Verwaltungen auf der Grundlage gegenseitiger Rücksichtnahme anzustreben. Es geht darum, ein Modell der aktiven Bürgerbeteiligung aufzubauen und bedeutende Veränderungen sowie eine echte Aufwertung des Musikerviertels anzustreben. In diesem Sinne fanden in den vergangenen Monaten verschiedene Treffen zu einzelnen Teilen des Viertel statt sowie Sitzungen mit den Verwaltungsverantwortlichen, und es wurden detaillierte Vorschläge zu den Themen Verkehr, Radwege, Parkplätze, Reinigung, Müllabfuhr und sogar ein Projekt zur Neugestaltung des kleinen Platzes zwischen Verdi- und Karl-Wolf-Straße ausgearbeitet. Die vom Komitee eingereichten Anträge wurden nummeriert und in Kategorien unterteilt: Die der Versammlung vorgelegten statistischen Daten zeigten jedoch als objektive und mathematische Tatsache, dass die Reaktion einiger Verwaltungen und Ämter zu langsam war und der Anteil positiver Antworten gering ist, was sich nur schwer verbessern lässt. Viele der Anträge befinden sich noch in der Prüfungsphase. Eine schnellere Lösung, so hieß es, läge im Interesse der Verwaltungen selbst. Emiliano Lutteri legte auch einen umfassenden und detaillierten Bericht über das Civic Lab, die vor einigen Monaten im Rahmen des Ausschusses gegründete Arbeitsgruppe, vor, welche das Arbeitsvermögen verstärken soll und sich aus verschiedenen Bewohnern des Bezirks zusammensetzt.
Lutteri hat anschließend die Verkehrslage im Viertel und dessen Umgebung Punkt für Punkt analysiert, dabei einige Knotenpunkte hervorgehoben und verschiedene Forderungen formuliert, darunter die Notwendigkeit, die Situation sowohl in der Karl-Wolf-Straße – wo sich die Anwohner ständig über die Gefährlichkeit der Straße beschweren – als auch in der Goethestraße zu verbessern. Zahlreiche Unklarheiten hinsichtlich der Verkehrssituation werden den Verkehr im Rahmen des bald entstehenden Cura Resorts erschweren und, wie zu befürchten ist, zu Verkehrsbehinderungen führen. Darüber hinaus müssen die Auswirkungen der Eröffnung des neuen Tunnels auf das Viertel und seine Umgebung geprüft werden.
Dario Bonisegna hat in seinem Bericht auf die Probleme beim Bau des Gemeinschafskrankenhauses hingewiesen, der sich deutlich verzögert, während mehrere Straßen des Stadtteils von Autos befahren werden, die aufgrund der Baustellenarbeiten dorthin umgeleitet werden. Es sei wirklich bedauerlich, betonten die Anwesenden, dass die Landesverwaltung die Bedürfnisse der Anwohner nicht angemessen berücksichtigt habe und offenbar nicht in der Lage sei, die Arbeiten zügig abzuschließen, wie angekündigt worden war. Das Komitee bestehe darauf, so hieß es weiter, Parkmöglichkeiten für die Anwohner zu finden, doch sei hierfür die Zusammenarbeit der Landesverwaltung erforderlich. Das Komitee steht der Ein- und Ausfahrt über die Laurin-Straße/Goethe-Straße kritisch gegenüber und fordert diesbezüglich weitere Informationen. Das Ziel des Komitees ist es nämlich, ein lebenswerteres, sichereres und saubereres Stadtviertel mit einer sanfteren Mobilität zu schaffen, und aus diesem Grund wurden verschiedene Vorschläge unterbreitet. Was hingegen das Thema Sicherheit betrifft, schlägt das Komitee die Installation einer intelligenten Videoüberwachung sowie den Einsatz eines Bezirkspolizisten vor und wünscht sich vor allem schnellere Maßnahmen: Die Bürger melden dem Komitee in diesem Punkt allzu oft Verzögerungen und einen damit eingehenden Vertrauensverlust. Es wurde auch das Thema Schlehdorfweg behandelt, dessen Zufahrt vorläufig wieder geöffnet wurde und die noch auf eine endgültige Lösung wartet.
Ein weiterer wichtiger Punkt, die Müllabfuhr und die Reinigung, wurde den Anwesenden von Robert Kofler in seinem ausführlichen Bericht zur Kenntnis gebracht. Zwar sind insgesamt Verbesserungen in einigen Bereichen zu verzeichnen, beispielsweise bei der Aufstellung der Kartonpresse, doch wurde darauf hingewiesen, dass die Situation derjenigen verbessert werden muss, die derzeit gezwungen sind, weite Wege zurückzulegen, um das Presscontainer-System zu nutzen. Die Entscheidung, welches System genutzt wird, sollte laut Kofler frei sein. Außerdem wurde betont, wie wichtig es ist, die Abfallsammelstellen sauber zu halten. Während die Installation einer neuen Kühlzelle für organische Abfälle in der Klostergasse positiv aufgenommen wurde, wird hingegen betont, dass die Kosten für illegale Müllablagerungen auf alle Nutzer aufgeteilt werden. Kofler forderte daher, dass die eingenommenen Bußgelder dazu verwendet werden, den ehrlichen Bürgern, die ihre Gebühren regelmäßig bezahlen, wirtschaftlich gerecht zu werden. In seinem Bericht forderte Kofler außerdem eine Überprüfung der Tarife für Zweitwohnungen, die überwiegend touristisch genutzt werden. Darüber hinaus wurden flexiblere Abgabezeiten an den Recyclinghöfen, die Aufstellung eines Kühlcontainers auch am School Village sowie – auf sozialer Ebene – die Abschaffung der ärztlichen Bescheinigungspflicht für ältere und kranke Menschen gefordert, die eine Mülltonne benötigen, da dies ein zusätzliches Hindernis in einer ohnehin schon komplexen Situation darstellt.
Bei der Generalversammlung waren auch Vertreter der Institutionen anwesend, was sehr geschätzt wurde, insbesondere die Stadträte Antonella Costanzo und Stefan Frötscher, sowie der Präsident der Stadtwerke, Giorgio Balzarini und der Direktor der Stadtwerke, Patrik König. Nach Abschluss der Vorträge ergriff Antonella Costanzo das Wort, bedankte sich für die geleistete Arbeit und ging nacheinander auf die zahlreichen Fragen des anwesenden Publikums sowie auf die Anmerkungen des Komitees ein. Dabei hob sie hervor, dass gewisse Schwierigkeiten bei der raschen Lösung der Probleme auch auf Personalmangel zurückzuführen seien – ein Problem, dessen Ursachen in der Vergangenheit liegen und das angegangen und gelöst werden müsse. Es wurde unterstrichen, dass es der Verwaltung nicht an Engagement mangele und dass die Probleme nach und nach angegangen werden, natürlich soweit sie in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde fallen. Auch der Direktor Patrik König äußerte sich zum Thema Abfallwirtschaft, beantwortete die gestellten Fragen und analysierte die vorgelegten Tabellen.
Die Versammlung des Musikerviertels bot Raum für Diskussionen und einen zivilisierten Austausch, auch über unterschiedliche Standpunkte hinweg, mit dem Ziel, das Leben der dort ansässigen Bürger zu verbessern. Lösungen für die anstehenden Probleme lassen sich nur durch eine offene und loyale Zusammenarbeit zwischen Bürgern, dem Komitee und den Institutionen finden.
Foto: Mitglieder des Komitees Musikerviertel, Mitglieder der Unterstützergruppe Civic Lab, einige Bürger, die an der Versammlung teilgenommen haben, Stadträte und die Vertreter der Institutionen.
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