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Obwohl die Prozessionen von Fronleichnam und Herz Jesu bereits vorbei sind, so ist doch kirchlich gesehen in Meran Hektik angesagt. Die Pfarrei St. Nikolaus bereitet sich auf eine Primiz vor. Es ist erfreulich, dass heuer sogar zwei Priester geweiht wurden. Allerdings gibt es zurzeit nur mehr einen jungen Mann, der sich in unserer Diözese auf das Priestertum vorbereitet. Es ist schon seit Jahren kein Geheimnis, dass die Zahl der Priester- und Ordensleute abnimmt. Von den Weltpriestern unserer Diözese gibt es 80 Priester, die jünger als 70 Jahre...

„Leben Sie, wir kümmern uns um die Details“ – mit diesem oder ähnlichen Versprechen wird immer wieder der Werbespot einer Firma im Dienstleistungssektor eingeleitet. Es geht um die großen Fragen des Lebens, um Menschen und Mächte und das kleine Glück in dieser Zeit. Und dann folgt eine Texteinblendung mit dem Versprechen: „Leben Sie, wir kümmern uns um die Details.“ Ich genieße das turbulente Spiel unseres heutigen Lebens. Manchmal wird es mir einfach zu viel. Dann hätte ich gerne...

Bei der Frage, was Glaube sei, geistert immer noch die Meinung herum: An Dogmen, an Lehrsätze glauben. Wenn ich aber auf Maria schaue, ist diese obige Aussage obsolet. Mir gefällt Jesu Wort: „Wenn euer Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn!“ (Mt 17,20). Der Glaube ist etwas Lebendiges, den Kern unserer Person Berührendes, er wächst, er hat Vertrauen zu Jesus Christus, der das lebendige Wort Gottes in Person ist: „Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ Wer...

Wenn eine Mutter vor der Geburt ihres Kindes steht, dann ist die Zeit mit Freude und Hoffnung, zugleich aber auch mit Ängsten und Sorgen verbunden. Sie weiß, dass sie unter Schmerzen gebären wird. Ängste um das Kind und die Sorge um das eigene Wohl gehen mit der Geburt einher. Aber die Hoffnung und die Freude auf das neue Leben überwiegen. Wenn neues Leben entsteht, wenn neues Leben geweckt wird, dann verabschiedet man sich von etwas Altem. Der Kreislauf in der Natur zeigt es in diesen Frühlingstagen immer deutlicher. Was...

Wer nach Meran kommt, dem fällt sofort der mächtige Turm der Stadtpfarrkirche zum hl. Nikolaus auf. Die Italiener sprechen sogar vom „duomo“. Der hl. Nikolaus stammt aus Myra in Kleinasien und nicht aus Europa. Meran wählte als ihren Stadtpatron einen aus der Ferne. Alle Weltreligionen sind in Asien entstanden und keine in Europa. Dieser Stadtpatron zeigt uns bis heute das Wesentliche des Christ-Seins auf: Nächstenliebe in Wort und Tat aufgrund der Gottesliebe. Macht man einen Rundgang durch die Stadt Meran oder schaut...

Diese Worte von Andreas Knapp gingen mir zum Jahreswechsel durch den Kopf. Ist das nicht „in“? Man könnte es meinen, denn noch nie waren so viele unterwegs wie heute. Aber im Kapitalismus sitzen viele auf ihrem Besitz, konzentrieren sich auf ihn und sind doch stets unterwegs, auf der Flucht vor sich selbst. Kaum vom Urlaub zurück, wird die nächste Reise gebucht. Andreas Knapp versteht mit dem Wort: „Schuhe mehr lieben als Stühle“ sicher nicht die heutige Reiselust. Was dann? Die Bibel erzählt...

In der vergangenen Woche stand das Fest des hl. Franz von Assisi auf dem Kalender. So einen wie diesen Heiligen könnten wir heute brauchen, bei unseren Problemen mit Wölfen und Bären. Bruder Franz brachte es ja fertig, den gefürchteten Wolf von Gubbio zu zähmen, wie die Legende berichtet. Der Wolf versetzte die Bewohner eines kleinen Dorfes in Angst und Schrecken. Franziskus hörte davon, stellte sich mutig dem Wolf und redete ihm gut zu. Er ging aber auch zu den Menschen und versuchte, um Verständnis für das Tier zu...

Bob Moorehead beschreibt in wenigen Sätzen, was Geld und Macht sowie die Moderne mit uns macht: Wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit. Wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät...

Das Pfingstfest liegt hinter uns. Die Priester trugen rote Gewänder am Altar, die Farbe der Liebe. Dazu ist der Monat Juni dem Herzen Jesu geweiht und die Herz-Jesu-Feuer werden Ende Juni auf vielen Bergen brennen. Also: Anlass genug, um über die Liebe nachzudenken. „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebet einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ Dieses Wort Jesu kennt wohl jeder Christ und dazu, dass die Liebe das größte Gebot sei. Mir kommt da zuerst der Gedanke: Wie kann man die Liebe zum...

Jugendgruppe der ev. Gemeinde im...

Alle zwei Jahre trifft sich zu Christi Himmelfahrt bzw. zum Pfingstfest eine große christliche Gemeinde. In diesem Jahr, zum 500. Reformationsjubiläum, hatte die Bundeshauptstadt Berlin und die Lutherstadt Wittenberg zum Kirchentag der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) eingeladen. Die Zeitungs- und Fernsehbilder zeugen von einem intensiven und friedlichen Miteinander auch der verschiedenen Konfessionen und Religionen. Am Pfingstwochenende werden nun in Mailand die Evangelischen Kirchen in Italien die Gastgeber des italienischen...

Auf die Frage „Welches ist das höchste Fest im Kirchenjahr?“, antworten erfahrungsgemäß immer eine Reihe von Leuten: „Weihnachten“. Dieses Fest rührt das Herz. Ein Kind wird geboren. Das kennen wir alle aus eigener Erfahrung. Da können wir mitreden. Neues Leben beginnt. Noch unbelastet. Noch nicht verbogen. Wir staunen. Die Geburt eines Kindes, die Geburt des Kindes von Betlehem lässt sich feiern. Ostern dagegen, obwohl das ältere und bedeutendere Fest der Kirche, hat es schwer. (Es sei denn, man...

Wir haben jetzt Halbzeit. Nicht beim Fußball, sondern in der Fastenzeit. Seit Anfang März schallt der Ruf durch die Kirchen: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!“ Umkehren. Das setzt voraus, dass ich mich von etwas abwende und mich einer anderen Sache zuwende. Für viele Menschen bedeutet das in diesen Wochen ganz konkret: Ich wende mich vom täglichen Kaffee ab, von Süßigkeiten oder vom Fernseher. Und ich wende mich Gott zu: Ich übe mich in Nächstenliebe, ich beichte, gehe in den Gottesdienst oder...