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Maria – „Selig, die geglaubt hat.“

Bei der Frage, was Glaube sei, geistert immer noch die Meinung herum: An Dogmen, an Lehrsätze glauben. Wenn ich aber auf Maria schaue, ist diese obige Aussage obsolet. Mir gefällt Jesu Wort: „Wenn euer Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn!“ (Mt 17,20). Der Glaube ist etwas Lebendiges, den Kern unserer Person Berührendes, er wächst, er hat Vertrauen zu Jesus Christus, der das lebendige Wort Gottes in Person ist: „Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ Wer...

Hier kommt uns Gott ganz nah

Wenn eine Mutter vor der Geburt ihres Kindes steht, dann ist die Zeit mit Freude und Hoffnung, zugleich aber auch mit Ängsten und Sorgen verbunden. Sie weiß, dass sie unter Schmerzen gebären wird. Ängste um das Kind und die Sorge um das eigene Wohl gehen mit der Geburt einher. Aber die Hoffnung und die Freude auf das neue Leben überwiegen. Wenn neues Leben entsteht, wenn neues Leben geweckt wird, dann verabschiedet man sich von etwas Altem. Der Kreislauf in der Natur zeigt es in diesen Frühlingstagen immer deutlicher. Was...

SCHUHE mehr lieben als STÜHLE

Diese Worte von Andreas Knapp gingen mir zum Jahreswechsel durch den Kopf. Ist das nicht „in“? Man könnte es meinen, denn noch nie waren so viele unterwegs wie heute. Aber im Kapitalismus sitzen viele auf ihrem Besitz, konzentrieren sich auf ihn und sind doch stets unterwegs, auf der Flucht vor sich selbst. Kaum vom Urlaub zurück, wird die nächste Reise gebucht. Andreas Knapp versteht mit dem Wort: „Schuhe mehr lieben als Stühle“ sicher nicht die heutige Reiselust. Was dann? Die Bibel erzählt...

Bruder Franz und der Wolf

In der vergangenen Woche stand das Fest des hl. Franz von Assisi auf dem Kalender. So einen wie diesen Heiligen könnten wir heute brauchen, bei unseren Problemen mit Wölfen und Bären. Bruder Franz brachte es ja fertig, den gefürchteten Wolf von Gubbio zu zähmen, wie die Legende berichtet. Der Wolf versetzte die Bewohner eines kleinen Dorfes in Angst und Schrecken. Franziskus hörte davon, stellte sich mutig dem Wolf und redete ihm gut zu. Er ging aber auch zu den Menschen und versuchte, um Verständnis für das Tier zu...

LIEBE ist nicht nur ein WORT

Das Pfingstfest liegt hinter uns. Die Priester trugen rote Gewänder am Altar, die Farbe der Liebe. Dazu ist der Monat Juni dem Herzen Jesu geweiht und die Herz-Jesu-Feuer werden Ende Juni auf vielen Bergen brennen. Also: Anlass genug, um über die Liebe nachzudenken. „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebet einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ Dieses Wort Jesu kennt wohl jeder Christ und dazu, dass die Liebe das größte Gebot sei. Mir kommt da zuerst der Gedanke: Wie kann man die Liebe zum...

Die Faszination von Kirchentagen

Jugendgruppe der ev. Gemeinde im...

Alle zwei Jahre trifft sich zu Christi Himmelfahrt bzw. zum Pfingstfest eine große christliche Gemeinde. In diesem Jahr, zum 500. Reformationsjubiläum, hatte die Bundeshauptstadt Berlin und die Lutherstadt Wittenberg zum Kirchentag der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) eingeladen. Die Zeitungs- und Fernsehbilder zeugen von einem intensiven und friedlichen Miteinander auch der verschiedenen Konfessionen und Religionen. Am Pfingstwochenende werden nun in Mailand die Evangelischen Kirchen in Italien die Gastgeber des italienischen...

Ostern hat's nicht leicht

Auf die Frage „Welches ist das höchste Fest im Kirchenjahr?“, antworten erfahrungsgemäß immer eine Reihe von Leuten: „Weihnachten“. Dieses Fest rührt das Herz. Ein Kind wird geboren. Das kennen wir alle aus eigener Erfahrung. Da können wir mitreden. Neues Leben beginnt. Noch unbelastet. Noch nicht verbogen. Wir staunen. Die Geburt eines Kindes, die Geburt des Kindes von Betlehem lässt sich feiern. Ostern dagegen, obwohl das ältere und bedeutendere Fest der Kirche, hat es schwer. (Es sei denn, man...

Es fließt oder trocknet aus

Wir haben jetzt Halbzeit. Nicht beim Fußball, sondern in der Fastenzeit. Seit Anfang März schallt der Ruf durch die Kirchen: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!“ Umkehren. Das setzt voraus, dass ich mich von etwas abwende und mich einer anderen Sache zuwende. Für viele Menschen bedeutet das in diesen Wochen ganz konkret: Ich wende mich vom täglichen Kaffee ab, von Süßigkeiten oder vom Fernseher. Und ich wende mich Gott zu: Ich übe mich in Nächstenliebe, ich beichte, gehe in den Gottesdienst oder...

Clown … ein Clown Gottes?

Jetzt ist die Zeit des Faschings; die Zeit, in der Menschen sich gerne verkleiden. Bei Interviews wird manchmal die Frage gestellt: Was möchten Sie für einen Tag sein? An Sie, liebe Leserinnen und Leser, jetzt die Frage: Möchten Sie für einen Tag ein Clown, vielleicht ein Clown Gottes sein? Äußerlich ist es nicht schwierig, in die Rolle eines Clowns zu schlüpfen. Es braucht dazu nur ein dementsprechendes Kostüm und die rote Nase. Aber damit trifft man nicht die eigentliche Gestalt eines Clowns, sein...

Allein mein Glaube macht mich vor...

Luthers Rechtfertigungslehre...

Neben dem lokalen 700-jährigen Stadtjubiläum in Meran steht das Jahr 2017 weltweit für das 500-jährige Reformationsgedenken. So wird der Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober 2017 in Wittenberg zum Anlass genommen, der Veränderungen vor 500 Jahren zu gedenken. Das 95 Thesen umfassende Papier, das ursprünglich nur einer Disputation unter Gelehrten vor Ort dienen sollte, verbreitete sich durch die neue Buchdrucktechnik in Windeseile in ganz Europa. Händler, Kaufleute und andere Reisende brachten Luthers Schriften in die...

Eine unbequeme Persönlichkeit

Nicht bloß aus kirchlicher Sicht ist es wohl eines der wichtigsten Ereignisse dieses neuen Jahres: Am 18. März wird Josef Mayr-Nusser in Bozen selig gesprochen. Mayr-Nusser ist eine unbequeme Persönlichkeit: Er fordert heraus, man muss Stellung beziehen. Es ist leicht, sich großer Persönlichkeiten zu erinnern, die nicht umstritten sind, wie die eines Andreas Hofer. Schwieriger ist es, an die Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern. Es wäre grundfalsch, die Menschen von damals zu verurteilen, die mitgetan haben oder mittun...

Friede – eine Utopie der Idealisten?

Rückschauend auf das Jahr 2016 kommt in uns wohl ein mulmiges Gefühl auf. Hundert Tausende Menschen haben ihr Leben, Millionen ihr Hab und Gut verloren. 90.000 Christen hat man durch Verfolgung und Überfälle das Leben genommen. So ist wohl der Wunsch der allermeisten Menschen: Friede auf Erden. Der Friede war stets in der Menschheitsgeschichte ein hohes Gut. Das weiß offenbar auch der Himmel! Nach der Ankündigung der Geburt des Messias in der Stadt Davids sangen die Engelscharen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede bei...