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Obermaiser Bauern erstreiten sich im Jahr 1540 ein Wasserrecht aus der Meraner Stadtbrunnenleitung, allerdings beschränkt auf drei Pippen an festgelegten Stellen und in bestimmter Größe. Herzog Sigmund, Landesfürst von Tirol, hatte im Jahre 1462 der Stadt Meran erlaubt, Trinkwasser von Labers in Röhren durch die Güter von Obermais in die Stadt zu führen. Die Obermaiser Bauern, durch deren Gründe die Leitung verlief, schlugen im Laufe der Jahre Zapfen und Pippen in die Röhren, um Trinkwasser für ihren...

Der Familienname „Torggler“, ursprünglich Hofname, ist im Burggrafenamt weitverzweigt. Der Haus- und Hofname tritt er uns nicht selten in seiner Verkleinerungsform als „Törggele“ entgegen. Hergeleitet von Torggl, der urtümlichen Weinpresse, weist der Name auf betriebenen Weinbau und einträgliche Weinhöfe hin. Geheimnisvolle Hohlräume Das Brugger-Törggele verbindet der Benediktiner Topograph Beda Weber mit folgender Begebenheit: „Beim Umbau der Felder stößt man häufig...

Unzählige Einheimische und Gäste gehen täglich an der Georgenkirche in Obermais vorbei, ohne auf das fünf Jahrhunderte alte Fresko zu achten, das die Südfassade ziert. Nur anfangs dieses Jahres erregte es mehr und mehr Aufmerksamkeit, als die Schäden so deutlich wurden, dass sie niemand mehr übersehen konnte. Denn am unteren Rand begann sich offensichtlich das Bild von der Mauer zu lösen, was befürchten ließ, dass Teile davon unwiederbringlich verloren gehen würden. In Abstimmung mit dem...

Nie wieder Krieg! Die Gedenksteine auf den Soldatenfriedhöfen rufen es zu Tausenden aus der kühlen Erde. Von wie vielen leidvollen Gefühlen und Erfahrungen könnte jeder Soldat in seinen letzten Lebensminuten aus den Schützengräben des Ersten und aus dem Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs erzählen? Wie viel Angst- und Entsetzensschreie würde er hinausschreien? Und dies gilt unterschiedslos für alle: „Sieger“ und „Verlierer“ gibt es im Krieg keine. Italienische, österreichische und...

Die Gold-, Silber- und Seidensticker bzw. Näher galten als ausgesprochene Kunsthandwerker, die verschiedene Grundstoffe wie Seide, Samt und Brokat, aber auch Baumwolle, Leinen oder Wolle genauso wie Tuch und Leder mit drellierten Gold- und Silbergespinsten sowie farbigen Seidengarnen und Perlen bestickten. Allen gemeinsam ist, dass sie künstliche Figuren mit dem entsprechenden Material stickten, wobei Geschicklichkeit gefordert war. Es handelt sich um eine sehr alte Kunst, die zunächst insbesondere in China und Japan beheimatet war und...

Die Grafschaft Tirol war seit dem späten Mittelalter in eine Unzahl größerer und kleinerer Gerichtsbezirke aufgesplittert, die, bis auf wenige Ausnahmen, das Eigentum des Landesfürsten waren und zu seinem Kammergut zählten. Grundsätzlich wurde dabei zwischen Nieder- und Hochgerichten unterschieden, wobei letzteren der Titel Landgericht vorbehalten war: Im Bereich des Zivilrechtes hatten Nieder- und Hochgerichte dieselben Kompetenzen. Die qualitative Grenze zog seit alters das Strafrecht, aufgrund dessen das Malefizgericht...

Die Ausgangsbedeutung des Wortes Friedhof geht auf das althochdeutsche „frithof“ zurück, was die Bezeichnung für einen eingefriedeten, also umgrenzten Platz ist. Mit der Zeit vollzog sich der Bedeutungswandel zu einem „Hof des Friedens“. Tatsächlich gibt es kaum einen Friedhof, der nicht von einer Mauer oder wenigstens von einem Zaun umschlossen wird. Das Asylrecht, das im Innenraum einer Kirche bestand, erstreckte sich auch auf den Kirchhof. Umgrenzt wird etwas, das geschont und behütet, etwas, dem Ruhe, Respekt und...

Ein Richtschwert konnte sowohl dem Gerichtsherrn als auch dem Henker gehören. Von einem „Richtschwerdt “, das zwar dem Gerichtsherrn und gleichzeitigen Erblasser gehörte, aber wohl dem Scharfrichter von Meran zur Ausübung seines Amtes diente, erfährt man aus dem Nachlass von 1563 des Philipp von Liechtenstein-Kastelkorn. Es wurde früher nachweislich „ Auf dem Grossen Sal “ des Schlosses Schenna aufbewahrt. Das schon öfters dokumentierte „Meraner Richtschwert“, ein breitschneidiges...

Der Scharfrichter, dessen Tätigkeit den unehrbaren Berufen zuzuordnen ist, musste mit seiner Familie außerhalb der Stadtmauern wohnen. Auch durfte er nach seinem Ableben nicht auf dem ortsüblichen Friedhof bestattet werden. Diese soziale Isolation führte dazu, dass der Beruf des Henkers bzw. Scharfrichters vielfach vom Vater auf den Sohn übertragen wurde. Somit begann die Lehre in der Henkersfamilie sehr früh. Das Meisterstück wurde durch eine tadellos durchzuführende Enthauptung vorgeführt, oft schon mit 16...

Sowohl literarische als auch historische Quellen europäischer Herkunft sind von der christlichen Kultur beeinflusst, die unter anderem sowohl in Abbildungen als auch in Texten nachzuweisen ist. Setzt man sich damit auseinander, eröffnen sich Möglichkeiten, Rückschlüsse über religiöse und soziale Tendenzen der Auftraggeber zu ziehen, wie beispielsweise folgende, die im Zusammenhang mit Schloss Rubein in Obermais stehen. Gleich dem gesamten deutschsprachigen europäischen Raum, waren im südlichen Tirol und...

Etymologische Wurzeln der Berufsbezeichnung Das Wort Metzger ist auf das mittelhochdeutsche Wort metzjaere zurückzuführen, das wohl vom mittellateinischen macellare , was schlachten bedeutet, abgeleitet ist. Hat man einen Schlachter im Mittelalter noch als Knochenhauer bezeichnet, so werden heute diverse Begriffe dafür verwendet, wie Fleischhacker, Fleischhauer, Fleischmann, Fleischwerker (mlat. carnarius, carnifex, macellarius, lanio, laniarius ) und Schlachter.   Historisches Das Schlachterhandwerk...

Im Laufe des vergangenen Jahres wurde die Villa Mathilde in der Obermaiser Leichtergasse umfassend renoviert. Dabei hat die Besitzerfamilie Zeller zusammen mit dem Architekten Stefan Palla sorgfältig darauf geachtet, die Bausubstanz in ihrem ursprünglichen Aussehen stilgerecht zu erhalten. Der neue Anbau an der Nordseite ist durch das Treppenhaus verdeckt und somit den Blicken entzogen. Die Dachgauben, als Zugeständnis an eine zeitgemäße Nutzung der Giebelräume, sind vertretbar. „Cottage Bertha“ liest man auf...