Editorial 11/2026
Im Frühling 2026 von Eva Pföstl
Manche Orte halten die Zeit fest. Nicht weil sich nichts verändert, sondern weil das, was bleibt, stärker ist als das, was vergeht.
Unsere Titelgeschichte führt in die oberen Lauben. Die Metzgerei Siebenförcher trägt seit 1930 denselben Namen und ist dennoch nie stehengeblieben. Meran verändert sich. Die Siebenförchers auch, aber auf ihre Art: behutsam, generationsweise, immer mit einem Ohr an der Tür und einem Blick dafür, was sie sind und woher sie kommen. Gottfried Junior hat seinen Kindern kein Rezept hinterlassen, sondern eine Haltung.
Monika Mader hat mit dem abschließenden Band von Karl Gögeles Pfarrchronik ein außergewöhnliches Dokument zugänglich gemacht. Gögele beobachtete zwanzig Jahre lang eine spannungsreiche Zeit, die italienische Besatzung hielt er zunächst für vorübergehend. Genau das macht die Chronik wertvoll: Sie zeigt, wie Geschichte erlebt wird.
Und dann ist da Alexander Veit, aufgewachsen in einer Familie, in der Musik Sprache war. Mit 22 übernahm er die Musikschule Passeier, später die Direktion Meran. Heute führt er die fusionierte Schule Meran-Passeier mit über 60 Mitarbeiter:innen und nahezu 1.500 Schüler:innen und empfindet das als Privileg. Nicht das Erbe verwalten, sondern es weiterdenken.
Drei Geschichten, ein Grundton.