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Geht es Ihnen auch manchmal, wenn sie im Kino waren und einen dieser wirklich guten, dieser großartigen Filme gesehen haben, so, dass sie das Gefühl haben, ihr Leben ist irgendwie so gar nicht filmreif? Man trägt ja dieses Kinogefühl nicht nur auf den durchnummerierten Sesseln mit der Tüte Popcorn oder Nachos in sich, sondern es rettet sich meiner Erfahrung nach bis man wieder zuhause ist – manchmal sogar, wenn man ganz schnell einschläft, bis zum nächsten Morgen. Nun ist ja Gott sei Dank das nächste Kino...

Ich hätte wirklich gerne ein Dirndl. So ein richtig gut sitzendes, klassisches und durchaus auch traditionelles Dirndl. Ich mache mir in der Tat Vorwürfe, dass ich mir in meinen elf Jahren Österreich keines zugelegt habe – ich hab es schlichtweg verabsäumt, zumal eine gute Freundin und Schneiderkollegin beim Steirischen Heimatwerk gearbeitet und praktisch ihr halbes Leben damit verbracht hat, Dirndln zu nähen. Es scheint, als hätte ich, ehe es an der Zeit gewesen wäre, auf den Hochzeiten meiner...

Morgen geh ich zum Frisör. Ich bin dann immer in einem kleinen Konflikt mit mir selber, ob ich mir nur ganz fad die Spitzen schneiden lasse und mir die Haare à la praktisch und unkompliziert weiterhin zusammenbinde oder ob ich mir einen Schnitt und eine vernünftige Farbe verpassen lasse – und glauben Sie mir: Ich hatte schon beinahe alles an Schnitten und Farben, was es so gibt. Es gab Phasen in meinem Leben, da hab ich mich – denk ich – in erster Linie über die Frisur definiert. Ich habe mit Beinahe-Glatze (3 mm mit...

Meine Befürchtung hat sich bestätigt: Unsere Stadt lässt sich modetechnisch gesehen gehen. Gerade gestern war wieder so ein Moment. Es hat geregnet und ich bin Richtung Zentrum gegangen und hab mich über diese unzähligen schlecht gekleideten Menschen bei Regenwetter gewundert: In Ordnung, es sollte praktisch sein bei Schlechtwetter und manchmal wird man vom Regen überrascht und man hat es eilig, aber wenn schon seit den frühen Morgenstunden des Tages zuvor dichte Wolken über der Stadt hängen und man sich...

Ich saß neulich auf der Promenade, da vor dem Kurhaus, nicht auf der Seite vom Kinderspielplatz, sondern auf der anderen. Ich sitze da und wundere mich darüber, dass kaum ein Paar Füße bei mir vorbeispaziert, das nicht in Wanderschuhen, Trekkingschuhen oder zumindest Sportsandalen steckt. Damit impliziere ich, – und das ist nicht minder erschreckend – dass fast alle dazu passenden Beine käsig weiß, behaart (und ich meine nicht die männlichen Beine) und oder bis zum oberen Schienbeinrand weiß...

Sind Sie gewappnet für den Herbst? Haben Sie eine fesche Übergangsjacke und einen Regenschirm in den trendigen Herbstfarben? Haben Sie Schuhe und eine Tasche in Naturleder oder Schlammfarbe? Haben Sie einen schicken Schal oder ein Tuch, das ihre Persönlichkeit farblich unterstreicht? Haben Sie sich darauf eingestellt, bald im Zwiebellook durch die Gegend zu rennen? Bald Strumpfsocken zu tragen, die ihren einschneidenden Abdruck auf ihrer Fußfessel hinterlassen? Bald etwas drüberwerfen zu müssen, wenn sie das...

Da liegen sie nun alle wieder in ihren Liegestühlen und braten wie die noch nicht zur Gänze aufgebackenen Frühstückscroissants. Und wenn sie aufhören könnten, sobald sie goldgelb sind, dann wäre das alles ja auch total ok, aber wer tut das schon? Die meisten Sonnenanbeter bräunen sich ja nicht, sondern sie verbrennen ihre Haut vorsätzlich oder sagen wir besser: Sie schmoren in der Sonne. Ich meine, wer mag seine Pommes schon dunkelbraun? Ich persönlich stehe auf Goldgelb. Und wer mag schon jeden Tag,...

…und nehme ganz bestimmt Dinge mit, die völlig konzeptlose Outfits ergeben werden – wie jedes Jahr im Urlaub. Es wird so sein wie immer, nämlich dass ich mir vorher weiß Gott was für Gedanken mache, so von wegen, was ich womit kombinieren kann und welche Schuhe zu welchen Kleidungsstücken Sinn machen, und ich werde gedanklich versuchen, farblich eine Richtung einzuschlagen und am Ende werde ich auf den letzten Drücker meinen Koffer packen. Das Bett wird voll mit Häufen nicht passender Teilen sein, ich...

Die Steigerung von „gut aussehen“ ist „mit Kind gut aussehen“, denn dann wird als herausfordernde Komponente nicht nur das Kind erschwerend addiert - und das müsste ja auch gut aussehen - sondern der Faktor Zeit subtrahiert, und das ist die tatsächliche Schwierigkeit an der ganzen Sache. Ich meine, ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten, dass man mit Baby wirklich manchmal schwer Zeit findet, auf die Toilette zu gehen oder sich die Haare zu waschen. Es ist, wenn man keines hat, fast nicht...

Sie füllten sich wieder am vergangenen Sonntag – die Restaurants unserer Stadt, mit vorbildlichen Familienvätern, die ihre besseren Hälften zum Essen ausführten, damit die Mamis an diesem Tag ja nicht selbst in der Küche stehen mussten. Dann wurde etwas Schönes angezogen, die Kids legten die Gaben auf den Tisch, die die Kindergartentanten in mühevoller Kleinarbeit für jeden einzelnen Schützling angefertigt hatten, und man bemühte sich, die Mutter hochleben zu lassen: mit gutem Benehmen, der...

Ist es heutzutage noch zeitgemäß, einer Frau die Autotür aufzuhalten und im Linienbus den Sitzplatz anzubieten? Ist es nicht völlig veraltet, immer die Dame zuerst eine Tür passieren zu lassen und im Lokal die Rechnung zu übernehmen? Sind denn Männer, die einem in den Mantel helfen und vor dem Hinsetzen den Stuhl zurechtrücken out und gehört es sich noch immer nicht, eine Dame nach ihrem Alter zu fragen? Die Parole „Ladies first“ haben die Männer...

Ich hatte ja bereits erwähnt, wie sehr ich mich immer darüber amüsiere, wenn jemand in ein Geschäft kommt und etwas sucht, das einfach immer passt, das universell verwendbar und mit allem anderen im Schrank kompatibel ist. Manche Menschen glauben, dass man eine Tasche oder ein paar Schuhe oder eine Hose zu jedem Anlass tragen kann. Kann man auch, aber dann muss man wirklich ein gutes Händchen haben und ein derartig geschultes Auge, dass man weiß, wie man wann was womit kombiniert. Ich meine: Natürlich gibt es...