Studie zur Coronaschutzimpfung: Ja, sie wirkt

17. November 2023

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Impfstatus und Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation bei Covid-Patientinnen und -Patienten?

Die Epidemiologische Überwachungseinheit des Südtiroler Sanitätsbetriebes hat im Winter 2021/22 in Zusammenarbeit mit der Universität von Modena und Reggio Emilia eine Studie über die Delta/Omicron-Variante durchgeführt. Die Idee zu dieser Studie ging von einigen Ärzten der Epidemiologischen Überwachungseinheit aus. Ziel war es, sowohl die Ausbreitungsdynamik des Virus als auch die Wirksamkeit der Coronaschutzimpfung in Südtirol zu untersuchen.

Der Winter 2021/22 war eine besondere Pandemiephase in Südtirol, die gekennzeichnet war durch die geringste Durchimpfungsrate in ganz Italien, aber gleichzeitig konnte das Land mit der am weitesten fortgeschrittene Booster-Impfkampagne aufwarten. Die Inzidenz lag allerdings über dem italienischen Durchschnitt und wurde durch die Verbreitung der neuen Omicron-Variante noch einmal befeuert. Dazu kam, dass es der erste Corona-Winter ohne verhängte Restriktionen und erneut anschwellenden Touristenströmen war.

Zwei Fragen stellten die Forscher und Forscherinnen ins Zentrum der Studie:

  • Kann der zur Verfügung stehende Impfstoff auch in einer Übergangsphase schwerwiegende Folgen von COVID-19 verhindern? 

         und

  • Gibt es in Südtirol einen Zusammenhang zwischen epidemiologischen Indikatoren und geo-sozio-kulturellen Merkmalen?

Zur Beantwortung der ersten Frage wurde eine zufällige Stichprobe aus einer Grundgesamtheit von 93.642 in Südtirol ansässigen Personen genommen, deren Impfstatus und deren Verlauf des Klinikaufenthalts bekannt war.

Um die zweite Frage beantworten zu können, wurde eine Stichprobe aus aggregierten Daten aus allen 20 Südtiroler Gesundheitssprengel gezogen und mit den vorhandenen geo-sozialen Informationen verknüpft.

Die ersten Ergebnisse der Studie, die nun zur Verfügung stehen, sprechen eine klare Sprache: Die Wirksamkeit der Erstimpfung betrug 61 Prozent bezogen auf die Verhinderung von Krankenhausaufenthalten, 84 Prozent bei der Verhinderung von Aufenthalten auf der Intensivstation sowie 59 Prozent bei der Verhinderung von Todesfällen infolge einer Covid-Infektion. Die Wirksamkeit der Auffrischungsimpfung bei der Verhinderung von Krankenhausaufenthalten lag laut Studie sogar bei 67 Prozent, bei der Verhinderung von Aufenthalten auf der Intensivstation bei 69 Prozent und ganze 79 Prozent bei der Verhinderung von Todesfällen.

Die Daten zeigen auch, dass die Wahrscheinlichkeit, länger auf der Intensivstation verweilen zu müssen, bei Nichtgeimpften signifikant höher war als bei Geimpften. Nichtgeimpfte mussten im Durchschnitt neun Tage länger auf der Intensivstation behandelt werden als Personen, die den ersten Impfzyklus bereits abgeschlossen hatten. Die vorläufigen Studienergebnisse weisen darauf hin, dass die Durchimpfungsrate die Inzidenz verringert. Vor allem dort, wo es intensiven Tourismus, größere Familien und weniger geimpfte Personen gibt. Am stärksten betroffen waren die Gesundheitssprengel in der Peripherie, wo es weniger Impfungen, mehr Corona-Fälle und weniger Zugänge zu den normalen Krankenstationen gab. Besonders auffällig ist die Tatsache, dass die ladinischen Gesundheitssprengel zwar die höchste Inzidenz aber die niedrigste Hospitalisierungsrate aufwiesen.

„Die ersten Ergebnisse der Studie lässt eine klare Schlussfolgerungen zu“, meint Catalina Doina Cristofor, Leiterin der Epidemiologische Überwachungseinheit des Südtiroler Sanitätsbetriebes und eine der Hauptverantwortlichen der Studie. „die Coronaschutzimpfung hat gewirkt. Jetzt sind wir gespannt, welche weiteren Ergebnisse wir noch erhalten werden, denn die Auswertung der Studie ist noch nicht abgeschlossen.“


Symptome, Risiken, Prävention

  Seit einigen Wochen steigen die Corona-Infektionszahlen in ganz Europa wieder an. Prof. Dr. Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Südtiroler Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health , erläutert die Hintergründe und gibt wichtige Empfehlungen, wie man sich und andere im Sommer 2024 schützen kann. Gründe für den ...

Mehr lesen

European Alliance Against Depression

  Südtirol hat eine großartige Leistung vollbracht. Von 1990 bis 2023 ist die Suizidrate von 20,1 auf 8,9 Opfer pro Jahr pro 100.000 Einwohner gefallen . Dieser Rückgang an Toten von eigener Hand konnte nur gelingen, weil Fachleute und Südtiroler Bevölkerung seit Langem sehr aufmerksam darauf achten, dass schwere psychische Krankheiten und seelische Krisen ...

Mehr lesen

Seit Mai gibt es auch in Meran einen Außensitz des Dienstes für Pflegeeinstufung.

  Bei einem Lokalaugenschein in Meran hat sich Landesrätin Rosmarie Pamer selbst einen Überblick über die Aufgaben und Herausforderungen bei der Pflegeeinstufung verschaffen. Seit dem Vorjahr ist es möglich, die Pflegeeinstufung nicht mehr nur zu Hause abzuwickeln, sondern auch in mehreren barrierefrei zugänglichen, zentralen Räumen des Amtes für ...

Mehr lesen

Multiple Sklerose Vereinigung Südtirol

Was ist MS? MS ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. MS ist eine Autoimmunkrankheit: Das Immunsystem greift die Isolierschicht der Nervenfasern an. Im Gehirn, an den Sehnerven oder im Rückenmark entstehen Entzündungen, welche narbig abheilen und entsprechende Funktionsstörungen hinterlassen. Nervenhüllen (Myelinscheiden) ...

Mehr lesen
Hotel Residence RabensteinDas Hofer Alpl - Erholung in den BergenMortec Tore
Ausgabe 14 Blättern
Meraner Stadtanzeiger 14/2024