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„Kalender machen die Leute, das Wetter der liebe Gott“, sagt der Volksmund, der die Unzuverlässigkeit der Vorhersagen auf den Punkt bringt. Es gibt immer noch Zeitgenossen, die sich auf den „Hundertjährigen Kalender“ verlassen. Der Abt Moritz Knauer begann im Jahr 1652 aufgrund der Stellung der Planeten, das Wetter vorauszusagen: Demnach würde uns 2015 ein ziemlich warmes und wiederum feuchtes Jupiterjahr bevorstehen. Was die Wetterprognosen anbelangt, werden die meisten von uns wohl eher dem Meteorologen Peterlin als...

„Das F lackern und F limmern der F ackeln f lutet die f euchtkalte F insternis vor dem Bahnhofsgebäude am Brenner“. Mit gekonnt poetischer Wortwahl verstand es der Redakteur der „Z“ über die Protestaktion gegen das geplante Flüchtlingszentrum zu berichten. Die Dramatik des Flüchtlingsalltags dürfte alles eher als zu Poesie anregen. Immerhin findet es der Journalist der Mühe wert, über die Demonstration nicht einfach nur in prosaischer Manier zu berichten, er bedient sich eines rhetorischen...

„Apple hat lange geheimnisgekrämt“, bemerkte unlängst die Sprecherin der Rai Südtirol; es ging dabei um die Vorstellung der neuen Generation von iPhone. Die „Geheimniskrämerei“ auch in politischen Belangen hat viele von uns verunsichert und zeitigt ihre Folgen. Jedoch geheimniskrämen als neues Verb ist uns noch nicht geläufig. Erst daran gewöhnen müssen wir uns, wenn beispielsweise der Bildreporter eine berühmte Sängerin schnappschießt und darüber leitartikelt ....

„Der Jennerwein“, ein von Franco Marini verfasstes und am Theater in der Altstadt inszeniertes Volksstück, hat sich als Publikumserfolg erwiesen. Offenbar haben sich die um Jäger und Wilderer rankenden Legenden noch nicht endgültig in die Heimatfilm-Romantik zurückgezogen. Überhaupt sind wir uns kaum bewusst, dass wir nicht wenige Begriffe und Redewendungen aus dem Jägerjargon in unserer Alltagssprache auch heute noch verwenden. Auf witzige Weise politische Zustände aufs Korn zu nehmen , darauf...

Der Nobelpreis für Medizin wird heuer an die Neuroforscher John O'Keefe und das Ehepaar May-Britt und Edvard Moser verliehen. Sie sind die Entdecker von Hirnzellen, die bei Tieren und Menschen den Orientierungssinn ermöglichen, also eine Art inneres Navigationssystem darstellen. Bei den Alzheimer-Patienten versagen gerade diese Zellen ihren Dienst, weshalb das Orientierungsvermögen eingeschränkt wird. Nobel und Alzheimer haben in zweierlei Hinsicht Gemeinsamkeiten: Sie sind Wissenschaftler, deren Namen zum Begriff wurden und...

„Je weniger die Leute wissen, wie die Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie“, meinte einst der preußische Ministerpräsident Otto E. L. von Bismarck, einer der sich auskannte, was alles schon zu seiner Zeit nicht nur in die Gesetze gepackt wurde. Was so in die Würste hineingestopft wird, bleibt uns zu gutem Glück ein Geheimnis, sonst würden wir nach mancher Törggelepartie wohl schwerlich Schlaf finden. Hüten wir uns aber davor, das Ansehen der Wurst durch Vorurteile zu...

Der Apfel im Mittelpunkt einer Dorffehde, er ist wortwörtlich zum Zankapfel geworden. Es könnte sich ohne Weiteres um eine mittelalterliche Sage aus dem Vinschgau handeln, mitnichten, die Geschichte ist brandaktuell, von einem „Bauernkrieg im 21. Jahrhundert“ schreibt das Wochenmagazin ff . Der Ausdruck „Zankapfel“ geht als malum discordiae auf die griechische Mythologie zurück. Er ist das Symbol für den Preis der Schönheit, den der trojanische Königssohn Paris der Liebesgöttin Aphrodite...

Müssen nunmehr Zeitungen Federn bzw. Buchstaben lassen? Die Lettern bröckeln ihnen ab, wie an einem Postkasten, gesehen in einer Südtiroler Berggemeinde, ersichtlich ist. Die Zeitungshäuser geben offen zu, dass ihnen seit 2009 die Leser abhandenkommen und gleichzeitig die Umsätze aus der Werbung schrumpfen. Stellt die Zeitung ein Auslaufmodell in der Medienlandschaft dar? Aber können wir uns einen Alltag ohne Zeitung vorstellen? Die erste Zeitung wurde im Jahr 1605 in Straßburg von einem gewissen Johann Carolus als...

„Es wäre höchste Zeit, wenn sich in der Flughafenfrage die Vernunft allmählich durchsetzen würde .“ K. Zimmermann drückt im Leitartikel der ff einen erfüllbaren Wunsch aus; mit der Möglichkeitsform „würde“ verweist er auf die Realisierbarkeit. „Die Jugend wäre eine schöne Zeit, wenn sie erst später im Leben käme “, träumte Ch. Chaplin nostalgisch von seinen besten Jahren, sein Wunsch ist jedoch unerfüllbar. Nicht nur als Wunsch, mehr noch als ein...

Die deutsche Nationalmannschaft hat es bewiesen: Wer die Ärmel hochkrempelt , kann auch hochgesteckte Ziele erreichen. Wir lassen die DFB-Kicker derzeit hochleben . Nicht wenige würden sie gerne höher leben lassen, was aber sprachlich unzulässig ist. Was Wunder, dass der Ärger über die Rechtschreibreform manch einen die Wände hochgehen lässt: Wie sollen wir beispielsweise wissen, ob Verbindungen aus „hoch“ und Verb getrennt oder zusammenzuschreiben sind? Nach neuen Regeln sind die zwei...

„Niemand hat das Recht zu gehorchen.“ Das Zitat der Philosophin Hannah Arendt soll als Leuchtschrift das Duce-Relief am Bozner Finanzgebäude entschärfen. Dieser Vorschlag findet nicht nur Zustimmung. Das ganze Relief sollte entfernt und in einem Museum untergebracht werden, schlägt der Bozner Vizebürgermeister Klaus Ladinser vor. Andere befürchten, die Aufforderung könnte Jugendliche zum Ungehorsam ermutigen. Ein Denkmal sollte immer die Botschaft übermitteln: „Denk mal nach!“ In diese...

Vom kollektiven Fußballfieber angesteckt berauschen wir uns in Gemeinschaft an der schönsten Nebensache der Welt, die Übertragung auf Großbildschirmen macht’s möglich. Als Public Viewing werden Großveranstaltungen solcher Art bezeichnet. Im „Center Court“ der Meraner Tennisanlage können wir alle WM-Spiele bis hin zum Finalspiel auf einem 4 x 3 Meter großen Bildschirm verfolgen. Der Ausdruck „Public Viewing“ geht eigentlich auf die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland...