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Der Kampferbaum - Er sorgt für gute Luft

Cinnamomum camphora (L.) J.S. Presl

Der Kampferbaum an der St.-Valentin-Straße
Die unscheinbaren Blüten
Die kleinen Früchte

Gelegentlich begegnet man in privaten Gärten dem Kampferbaum oder Kampferlorbeer. Seine Heimat ist Ostasien, wo er in der traditionellen asiatischen Medizin für seine vitalisierende Wirkung schon sehr lange bekannt ist, aber auch als Rauschmittel wurde er missbraucht. Heute wird Kampfer weltweit in pflanzlichen Arzneimitteln zur äußerlichen Anwendung und zur Inhalation eingesetzt. Zur Gewinnung des Kampfers wird der Baum vor allem in Ostasien, Ostafrika und Brasilien kultiviert. Im Mittelmeergebiet wird er als Zierbaum angepflanzt.

Die Gattung Cinnamomum gehört in die Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Von ihr sind an die 300 Arten im tropischen und subtropischen Ostasien bekannt. Einige Arten, wie z.B. der Kampferbaum und der Ceylon-Zimtbaum (Cinnamomum ceylandica) haben einen großen wirtschaftlichen Wert. Die getrocknete Rinde junger Zweige des Zimtbaumes kommt in zusammengerollten Stücken als Stangen-Zimt oder gemahlen in den Handel.

Der Stamm des immergrünen Kampferbaumes (am natürlichen Standort erreicht der Baum 40 m) ist jung mit einer glatten, grünen Rinde bedeckt. Die Äste bilden eine dichte Krone mit stark geäderten, ledrigen Blättern, die im Austrieb und im Herbst rötlich, sonst oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits matt hellgrün sind. Die unscheinbaren, gelblich- bis grünlich-weißen Blüten erscheinen im Frühling in achselständigen, wenigblütigen Rispen. Die kleinen, kugeligen Früchte sind einsamige Beeren, die sich reif purpurn bis fast schwarz verfärben. Alle Teile des Baumes riechen nach Kampfer, dem Eukalyptus ähnlich. Der intensive Geruch ist beim Zerreiben der Blätter leicht festzustellen.

Der aus Holzspänen von Ästen, alten Kampferbäumen und der Rinde durch Wasserdampfdestillation und anschließende Reinigung und Kristallisation gewonnene Kampfer ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung zahlreicher medizinischer, kosmetischer und industrieller Produkte. Kampfer wird heute wegen seiner vielfältigen Verwendung und der hohen Nachfrage meist synthetisch hergestellt. In medizinischen Präparaten fördert er die Durchblutung, bringt Entspannung bei Muskelzerrungen und wirkt bei Erkältungen. Er wird häufig in Salben, Balsamen und Badezusätzen, in der Aromatherapie und bei Saunaaufgüssen mit ätherischen Ölen anderer Heilpflanzen kombiniert. Die wohl bekannteste nichtmedizinische Verwendung ist die Schädlingsbekämpfung, denn mit Kampfer bekämpft man die Kleidermotte und anderes Ungeziefer.

Vorkommen: in privaten Gärten, z.B. an der St.-Valentin-Straße, in Bozen an der Guntschna-Promenade.

Ein Artikel aus der Rubrik Botanischer Spaziergang  von Dr. Wilhelm Mair (wm)

Sie finden diesen Artikel im Meraner Stadtanzeiger 3/2018 und können die Ausgabe hier als PDF downloaden