Die Grafschaft Tirol war seit dem späten Mittelalter in eine Unzahl größerer und kleinerer Gerichtsbezirke aufgesplittert, die, bis auf wenige Ausnahmen, das Eigentum des Landesfürsten waren und zu seinem Kammergut zählten. Grundsätzlich wurde dabei zwischen Nieder- und Hochgerichten unterschieden, wobei letzteren der Titel Landgericht vorbehalten war: Im Bereich des Zivilrechtes hatten Nieder- und Hochgerichte dieselben Kompetenzen. Die qualitative Grenze zog seit alters das Strafrecht, aufgrund dessen das Malefizgericht...

Die Ausgangsbedeutung des Wortes Friedhof geht auf das althochdeutsche „frithof“ zurück, was die Bezeichnung für einen eingefriedeten, also umgrenzten Platz ist. Mit der Zeit vollzog sich der Bedeutungswandel zu einem „Hof des Friedens“. Tatsächlich gibt es kaum einen Friedhof, der nicht von einer Mauer oder wenigstens von einem Zaun umschlossen wird. Das Asylrecht, das im Innenraum einer Kirche bestand, erstreckte sich auch auf den Kirchhof. Umgrenzt wird etwas, das geschont und behütet, etwas, dem Ruhe, Respekt und...

Ein Richtschwert konnte sowohl dem Gerichtsherrn als auch dem Henker gehören. Von einem „Richtschwerdt “, das zwar dem Gerichtsherrn und gleichzeitigen Erblasser gehörte, aber wohl dem Scharfrichter von Meran zur Ausübung seines Amtes diente, erfährt man aus dem Nachlass von 1563 des Philipp von Liechtenstein-Kastelkorn. Es wurde früher nachweislich „ Auf dem Grossen Sal “ des Schlosses Schenna aufbewahrt. Das schon öfters dokumentierte „Meraner Richtschwert“, ein breitschneidiges...

Der Scharfrichter, dessen Tätigkeit den unehrbaren Berufen zuzuordnen ist, musste mit seiner Familie außerhalb der Stadtmauern wohnen. Auch durfte er nach seinem Ableben nicht auf dem ortsüblichen Friedhof bestattet werden. Diese soziale Isolation führte dazu, dass der Beruf des Henkers bzw. Scharfrichters vielfach vom Vater auf den Sohn übertragen wurde. Somit begann die Lehre in der Henkersfamilie sehr früh. Das Meisterstück wurde durch eine tadellos durchzuführende Enthauptung vorgeführt, oft schon mit 16...

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Etymologische Wurzeln der Berufsbezeichnung Das Wort Metzger ist auf das mittelhochdeutsche Wort metzjaere zurückzuführen, das wohl vom mittellateinischen macellare , was schlachten bedeutet, abgeleitet ist. Hat man einen Schlachter im Mittelalter noch als Knochenhauer bezeichnet, so werden heute diverse Begriffe dafür verwendet, wie Fleischhacker, Fleischhauer, Fleischmann, Fleischwerker (mlat. carnarius, carnifex, macellarius, lanio, laniarius ) und Schlachter.   Historisches Das Schlachterhandwerk...

In früheren Zeiten wurde viel weniger Fleisch gegessen und in den Ländern der Dritten Welt ist es auch heute noch eine Mangelware. Die Wohlstandsgesellschaft bedient sich aber großzügig an diesem Produkt. Umweltschützer und Ernährungsforscher warnen vor dem überdimensionierten Angebot an Fleisch. Um den Hunger in der Welt zu reduzieren, müssten die Weideflächen für Ackerbau genutzt werden, ganz abgesehen von der Methangas-Belastung, die die Tierhaltung verursacht. Aber natürlich ist Fleisch seit Urzeiten...

Im Laufe des vergangenen Jahres wurde die Villa Mathilde in der Obermaiser Leichtergasse umfassend renoviert. Dabei hat die Besitzerfamilie Zeller zusammen mit dem Architekten Stefan Palla sorgfältig darauf geachtet, die Bausubstanz in ihrem ursprünglichen Aussehen stilgerecht zu erhalten. Der neue Anbau an der Nordseite ist durch das Treppenhaus verdeckt und somit den Blicken entzogen. Die Dachgauben, als Zugeständnis an eine zeitgemäße Nutzung der Giebelräume, sind vertretbar. „Cottage Bertha“ liest man auf...

Das Handwerk in der alpinen Welt konnte sprichwörtlich nie den goldenen Boden erreichen, aber es war immer eine notwendige und taugliche Lebensform. Die Menschen versuchen, möglichst viel selbst zu erzeugen und zu verarbeiten. So vollzieht sich ihr Leben durchwegs autark, was bedeutet, dass der arbeitende, wirkende, sein Leben nach besten Kräften gestaltende, immer Neues suchende und landwirtschaftlich geprägte Mensch das, was er zum Leben benötigt, durch Fleiß, Geschicklichkeit und Wissen auf dem Feld, auf dem Acker, im Wald,...

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Die Pechsammler wurden oft auch „Pechmandlen“ genannt, denen früher die Kinder gerne nachliefen und um das „Kuipech“ (Kauharz) bettelten. Ein Pechler wusste, welche Sorte von der Sonn- oder Schattenseite eines Baumes Magendrücken, faule Zähne oder Halsschmerzen heilte. Sie bereiteten das sogenannte „Saupech“, das Kolophonium, zum Abhaaren der geschlachteten Schweine und lieferten das Pechöl gegen lästige Fliegen. (Wenn aus dem Terpentin das ätherische Öl abgetrieben und der...

Während der hl. Nikolaus in der Stube die Kinder zum Guten ermahnt, poltert der Krampus vor der Tür mit Rute und rasselnder Kette, dass es zum Fürchten ist. Ein solcher Hausbesuch, wie er vor einigen Jahrzehnten noch üblich war, ist heute überholt und abzulehnen, es muss deswegen aber nicht insgesamt die Gestalt des Teufels aus der Vorstellung und dem Gedächtnis verdrängt werden. Die Volksfantasie hat im Laufe der Zeit diese Figur als Sinnbild des Bösen in schillernden Farben ausgemalt und facettenreiche...