Ein Richtschwert konnte sowohl dem Gerichtsherrn als auch dem Henker gehören. Von einem „Richtschwerdt “, das zwar dem Gerichtsherrn und gleichzeitigen Erblasser gehörte, aber wohl dem Scharfrichter von Meran zur Ausübung seines Amtes diente, erfährt man aus dem Nachlass von 1563 des Philipp von Liechtenstein-Kastelkorn. Es wurde früher nachweislich „ Auf dem Grossen Sal “ des Schlosses Schenna aufbewahrt. Das schon öfters dokumentierte „Meraner Richtschwert“, ein breitschneidiges...

Der Scharfrichter, dessen Tätigkeit den unehrbaren Berufen zuzuordnen ist, musste mit seiner Familie außerhalb der Stadtmauern wohnen. Auch durfte er nach seinem Ableben nicht auf dem ortsüblichen Friedhof bestattet werden. Diese soziale Isolation führte dazu, dass der Beruf des Henkers bzw. Scharfrichters vielfach vom Vater auf den Sohn übertragen wurde. Somit begann die Lehre in der Henkersfamilie sehr früh. Das Meisterstück wurde durch eine tadellos durchzuführende Enthauptung vorgeführt, oft schon mit 16...

Sowohl literarische als auch historische Quellen europäischer Herkunft sind von der christlichen Kultur beeinflusst, die unter anderem sowohl in Abbildungen als auch in Texten nachzuweisen ist. Setzt man sich damit auseinander, eröffnen sich Möglichkeiten, Rückschlüsse über religiöse und soziale Tendenzen der Auftraggeber zu ziehen, wie beispielsweise folgende, die im Zusammenhang mit Schloss Rubein in Obermais stehen. Gleich dem gesamten deutschsprachigen europäischen Raum, waren im südlichen Tirol und...

Etymologische Wurzeln der Berufsbezeichnung Das Wort Metzger ist auf das mittelhochdeutsche Wort metzjaere zurückzuführen, das wohl vom mittellateinischen macellare , was schlachten bedeutet, abgeleitet ist. Hat man einen Schlachter im Mittelalter noch als Knochenhauer bezeichnet, so werden heute diverse Begriffe dafür verwendet, wie Fleischhacker, Fleischhauer, Fleischmann, Fleischwerker (mlat. carnarius, carnifex, macellarius, lanio, laniarius ) und Schlachter.   Historisches Das Schlachterhandwerk...

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Im Laufe des vergangenen Jahres wurde die Villa Mathilde in der Obermaiser Leichtergasse umfassend renoviert. Dabei hat die Besitzerfamilie Zeller zusammen mit dem Architekten Stefan Palla sorgfältig darauf geachtet, die Bausubstanz in ihrem ursprünglichen Aussehen stilgerecht zu erhalten. Der neue Anbau an der Nordseite ist durch das Treppenhaus verdeckt und somit den Blicken entzogen. Die Dachgauben, als Zugeständnis an eine zeitgemäße Nutzung der Giebelräume, sind vertretbar. „Cottage Bertha“ liest man auf...

Das Handwerk in der alpinen Welt konnte sprichwörtlich nie den goldenen Boden erreichen, aber es war immer eine notwendige und taugliche Lebensform. Die Menschen versuchen, möglichst viel selbst zu erzeugen und zu verarbeiten. So vollzieht sich ihr Leben durchwegs autark, was bedeutet, dass der arbeitende, wirkende, sein Leben nach besten Kräften gestaltende, immer Neues suchende und landwirtschaftlich geprägte Mensch das, was er zum Leben benötigt, durch Fleiß, Geschicklichkeit und Wissen auf dem Feld, auf dem Acker, im Wald,...

Infolge der Harzgewinnung war mit einem Holzmassenzuwachsverlust zu rechnen. Auch die technische Holzqualität wurde beeinträchtigt. Lärchenholz wird nämlich durch das Anbohren auf „Lörget“ innerlich trocken und hart. Statt als Bauholz 50 bis 100 Jahre zu halten, überdauerte es durch übermäßigen Harzentzug nur wenige Jahre. Wenn Bohrlöcher außerdem nicht verschlossen werden, setzt die Fäulnis des Holzes ein. Hinzu kommt, dass der Harzverlust der Bäume zur geringeren...

Die Pechsammler wurden oft auch „Pechmandlen“ genannt, denen früher die Kinder gerne nachliefen und um das „Kuipech“ (Kauharz) bettelten. Ein Pechler wusste, welche Sorte von der Sonn- oder Schattenseite eines Baumes Magendrücken, faule Zähne oder Halsschmerzen heilte. Sie bereiteten das sogenannte „Saupech“, das Kolophonium, zum Abhaaren der geschlachteten Schweine und lieferten das Pechöl gegen lästige Fliegen. (Wenn aus dem Terpentin das ätherische Öl abgetrieben und der...

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Neues Wandgemälde im Ortszentrum von Obermais Kürzlich hat der Kunstmaler und Grafiker Herbert Schönweger am Haus an der Ecke Dantestraße/Apothekergasse im Auftrag der Besitzerfamilie Bartolini ein schmuckes Wandgemälde angebracht, das „Maria im Weinberg“ zeigt. Dieses seltene Motiv erinnert hier an die ausgedehnten Weingärten, die vor weniger als 100 Jahren noch die Kulturlandschaft zwischen der einstigen Langen Gasse (heute Dantestraße) und dem Winkelweg prägten. Den Gedanken, an der Fassade ein...

Wir, zwei Halunken aus Untermais, noch im Krieg geboren  und in der Nachkriegszeit hier aufgewachsen, ließen das Verbotene öfter einmal außer Acht, hielten aber zomm wia Pech und Schwefel, machten die Gegend unsicher, sorgten bei den Madlen gern für groaßes Ansehn und genossen eine unvergessliche Jugendzeit. Geld hatten wir keines, aber ollm a mords Hetz. Von der Schule brachten wir nur Fünfer heim, hatten aber ollm die beschte Pause mit. Ende der 50er- und Anfang der 60er-Jahre war die Freiheit politisch sehr...