„Die UNO hat das Jahr 2011 zum internationalen Jahr des Waldes ausgerufen, sie versteht den Wald als Lebensraum für Flora, Fauna und den Mensch“, lautete kürzlich die Meldung im Frühstücksradio des Senders Bozen. In diesem Lebensraum kommt der Mensch allerdings zu kurz, denn er müsste ja ein Bereich für den Mensch en sein. Ist es Hektik oder ist es Bequemlichkeit, die unsere Zeitgenossen veranlassen, die Endung -en zu verschlucken? „Die Natur dem Wanderer, das Obst dem Bauer!“ Dem Bauer n im...

Sinkende Kreditwürdigkeit wurde von der Ratingagentur S&P für Italien prognostiziert, Aussichten auf Produktivitätssteigerungen seien nicht in Sicht. Prognosen können uns ebenso irritieren wie animieren. Schönwetter-Prognosen verleiten uns zu spontanen Unternehmungen im Freien. Das lateinische Verhältniswort pro bedeutet etwa: vor, für, zugunsten, anstatt. Das „Pro“ verweist auf Zukunft und Fortschritt, es stimmt uns zuversichtlich, es klingt bejahend und zustimmend. Jedenfalls ist es in den...

„Der Landeshauptmann empfahl dem Landesrat nicht zu widersprechen.“ Wer sollte wem nicht widersprechen? Zweideutigkeiten entstehen, wenn ein Komma an der richtigen Stelle fehlt. „Er begann seine Brille auf der Nase zu beobachten, wie die Gäste eintrafen.“ Beim Lesen dieses Satzes werden wir höchstwahrscheinlich irregeführt, weil der Einschub „seine Brille auf der Nase“ nicht durch Beistriche gekennzeichnet ist. „Er fürchtet sich zu verlieren.“ Um Missverständnisse zu...

Ein Vierteljahrhundert nach dem Tschernobyl-GAU drängt sich uns die Frage auf: Trägt die Nutzung der Atomenergie anscheinend zum Wohlergehen der Menschheit bei oder ist dieser Nutzen nur ein scheinbarer ? Wenn die Regierung Berlusconi auf den Wiedereinstieg in die Kernenergie anscheinend verzichten will, dann können wir hoffen, dass ihr dabei auch Ernst ist. Wenn sie aber scheinbar die Atomkraft auf Eis legt, so setzt sie weiterhin auf den Ausbau der Kernenergie. Es besteht nämlich ein wesentlicher Unterschied zwischen...

Werbung

Installateur Heiss und Schwabl
Meraner Stadtanzeiger Online-Werbung

„Italien ist geschaffen . Schaffen wir nun die Italiener“, soll Massimo d’Azeglio, Schriftsteller und Politiker, vor 150 Jahren gesagt haben, nachdem die Einigung Italiens vollzogen war. Vor allem war dies dem diplomatischen Geschick des Grafen Camillo Benso Cavour zu verdanken, der nach erfolgter Einigung dermaßen geschafft war, dass er im Juni desselben Jahres verstarb. Nachdem er Himmel und Erde geschaffen hatte, musste sogar Gottvater einen Ruhetag einlegen. Warum aber lautet das Perfektpartizip von schaffen einmal...

Wehe, wenn sie losgelassen wachsend ohne Widerstand ... Die erschütternden Bilder aus Japan rufen uns die Verse von Friedrich Schiller wieder ins Bewusstsein. Die Illusion von der absoluten Beherrschung der Natur durch menschliche Technik hat sich im Laufe der Geschichte selten so dramatisch gezeigt wie in den letzten Tagen. Denn die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand, gibt Schiller im Lied von der Glocke zu bedenken. Die Selbstüberhebung und Vermessenheit des Menschen führten schon die Griechen in Tragödien als...

„In unser’n urig’n Stub’n gibt’s Schweinsbrat’n, Knöd’l und Bratkartoffel’n Oma’s Art.“ Der Berggasthof scheint sich mit der Apostrophitis infiziert zu haben, ohne Schaden zu leiden, denn Floskeln mit Häk’chen klingen urig und scheinen sogar werbewirksam zu sein. Auch in den Tallagen wird nicht weniger apostrophiert. Der „Media Markt“ bietet uns in Prospekten und Schaufenstern seine Artikel kaum ohne den Oberstrich an: Die CD’s und DVD’s , die...

Kürzlich berichtete die „Zett“ von einem Einsatz der Bergrettung in Vals, bei dem eine Frau mit gebrochenem Arm auf dem Leitens-teig gefunden und dann mit Gebirgstrage geboren wurde. Die ach so praktischen elektronischen Textverarbeitungsprogramme werden vom Fehlerteufel nicht selten ausgetrickst. Wenn das Rechtschreibprogramm herzeigen trennen soll, findet es herz-eigen ebenso wie her-zeigen. Witzig fanden wir schon früher die zwei Möglichkeiten der korrekten Trennung des Wortes Urinstinkt : Es kann daraus ebenso der...

Werbung

Hotel Restaurant Zum Löwen in Mölten
Gärtnerei Wielander Meran

Neunundvierzig Sängerinnen und ein Sänger sind zusammen fünfzig Sänger. Frauen werden in der gängigen Sprachpraxis vielfach unsichtbar gemacht. Die männliche Dominanz unserer Sprache fällt einem erst bei genauerem Hinsehen auf: So werden Bezeichnungen wie Schüler, Maturant, Magister, Doktor, Meister durchwegs als rein männliche Formen verwendet; weibliche Personen sind darin höchstens „mitgemeint“ und keineswegs geschlechtsspezifisch genannt. Die Forderung nach einer Sprache, die Frauen und...

Um ein Jahr älter werden wir im Laufe des neuen Jahres, was aber ganz und gar nicht heißen muss, dass wir alt sind. Ein älterer Herr ist ja auch nicht so alt wie ein alter Herr, und eine jüngere Dame ist nicht so jung wie eine junge Dame. Wenn wir bestimmte Eigenschaftswörter steigern, wird ihr Wert in gewissen Fällen vermindert. Sagen wir, dem Kranken gehe es schon besser , so geht es ihm noch lange nicht gut. Ein höherer Einsatz beim Glücksspiel ist nicht so hoch wie ein hoher Einsatz. Überhaupt...