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Schwarzärgern werden sich derzeit manche Landsleute, wenn sie ab heuer nicht mehr schwarzsehen können. In manchen Regionen Italiens verweigerte über die Hälfte der Italiener die Einzahlung der Fernsehgebühren; über 500 Millionen Euro gingen dadurch jährlich der RAI verloren. Damit ist jetzt Schluss, die schlauen Schwarzseher werden nunmehr über die Stromrechnung zur Kasse gebeten. Trotzdem wird manch einer, der die Zukunftsaussichten pessimistisch einschätzt, auch weiterhin schwarzsehen . Verben, die mit...

„Wer Mut zeigt, macht Mut“, mahnte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und forderte von den Bürgern „Mut zu immer neuen kleinen Anfängen“. „Mut“ wird gern als Schlüsselwort für Neujahrsansprachen in Anspruch genommen. „Ich werde all meinen Mut und meine Energie einbringen“, versicherte auch Matteo Renzi bei seinem Amtsantritt als Ministerpräsident. Bereits im 8. Jahrhundert taucht das althochdeutsche muot im Sprachgebrauch auf und steht dann im Mittelalter für...

Höher schlugen unsere Herzen einst zur Weihnachtszeit, das Schenken und Beschenktwerden versetzte uns in Hochstimmung wie zu keiner anderen Jahreszeit. Christmas Time ist das Zauberwort, das nunmehr weniger die Herzen zu erwärmen als vielmehr die Geldbeutel zu öffnen vermag. Als X-mas feiern manche Zeitgenossen das Weihnachtsfest, eine zusätzliche Steigerung der festlichen Stimmung, könnte man vermuten, à la XXL, was aber keineswegs zutrifft. Man ist versucht, in diesem X-mas einen von den modischen Anglizismen zu...

„Nach vorläufigem Endergebnis fallen auf den Bürgermeisterkandidaten Tobia Moroder 59 % der Stimmen.“ In den Frühnachrichten der Rai Südtirol wurden wir über den Wahlausgang in St. Ulrich unterrichtet. Kann jedoch ein vorläufiges Ergebnis als Endergebnis bezeichnet werden? Die Aussage ist widersprüchlich genug. Logik scheint in der Berichterstattung keinen hohen Stellenwert einzunehmen. Zum Thema des Flüchtlingsdramas befragt, erklärte die österreichische Innenministerin im Ö1: „Wir...

Eine Ansammlung von leeren Sektflaschen, Gläsern und Dekorationsartikeln war in den Augen der beflissenen Raumpflegerin des Bozner Museions kein Kunstwerk. Kurzerhand verräumte sie die „Trümmer des Schlaraffenlands“, so die Bezeichnung der Kunstinstallation, in den Müll. „Soll das Kunst sein? So was kann ich auch!“ Äußerungen wie diese geben Besucher von Ausstellungen zeitgenössischer Kunstwerke mitunter von sich. Kunst kommt von können und können kann noch lange nicht jeder. Wer etwas...

„Wirtschaft will dem Bozner Flugplatz Flügel verleihen.“ Südtirol müsse unbedingt von der Luft aus erreichbar sein, fordern die Wirtschaftstreibenden. Dies sei eine Voraussetzung, dass Südtirol nicht von der Landkarte verschwinde, bekräftigt Landeshauptmann Kompatscher. Geschickt setzt das Tagblatt der Südtiroler die Redewendung „Flügel verleihen“ als Schlagzeile ein: Ohne Flügel fliegt kein Flieger, und auch die Hoffnung muss beflügelt werden. Unsere Umgangssprache ist reich an...

So viel Dreistigkeit sei schwer zu glauben und die Manipulation unglaublich dumm, schrieb die taz zum Abgas-Skandal der VW. Nicht nur in Wolfsburg herrscht dicke Luft, seit der „Schummel-Diesel“ weltweit für stickige Luft verantwortlich gemacht wird. Dabei kann die VW AG auf eine von Erfolgen gezeichnete Betriebsgeschichte zurückblicken. Im Jahre 1938 als „Volkswagenwerk GmbH“ gegründet, wurde der Grundstein für die Produktionsstätte von keinem Geringeren als Adolf Hitler gelegt. Dem Konstrukteur Ferdinand...

„Die Carabinieri hielten in Kastelbell einen Mann aus Apulien an. Er hat versucht, 140.000 Euro über die Grenze zu schmuggeln. Der Fahrer verstaute die Geldscheine in den Sitzen des Autos.“ Von einem lokalen Fernsehsender wurden wir darüber kürzlich informiert. Auszusetzen an der Meldung ist, dass die Zeitenfolge (Consecutio Temporum) nicht konsequent ist. Der Fahrer „verstaute“ hier das Geld genau genommen erst nach der Kontrolle. Heißen müsste es dagegen: „Er hatte die Scheine verstaut “....

Als Publikumsmagnet wird Reinhold Messners Museum am Kronplatz von einer Südtiroler Tageszeitung bezeichnet: Die meisten Besucher hätten sich wohl an den Neubau der Sta-rarchitektin Zaha Hadid gewöhnt. In diesem Zusammenhang verweist dieselbe Zeitung, auch die Plattform am 80 Meter hohen Sendemast der RAS könne bes-tiegen werden. Irreführende Worttrennungen häufen sich in den Zeitungen, seit die Korrekturarbeit der Redakteure durch Redaktionssoftware ersetzt wurde. Soll das Rechtschreibprogramm das Wort Staubecken...

Nach sechs erfolgreichen Jahren startet der Meraner Stadtanzeiger ins bedeutsame siebte Erscheinungsjahr. Nicht weniger als 144 Ausgaben wurden in einer durchschnittlichen Auflagenzahl von 7.000 Stück bisher gedruckt. Dass unsere Zeitung heuer im Zeichen der Glückszahl Sieben steht, ist ein gutes Omen. Die Sieben faszinierte die Menschen seit Urzeiten, bereits im Altertum galt sie als heilige Zahl. Die mit bloßem Auge erkennbaren sieben Planeten bestimmten nach ursprünglichem Glauben des Menschen Schicksal, sieben Weltwunder...

„Frau Merkel trug einen türkisen Zweiteiler“, berichtete die „Zett“ anlässlich der Eröffnungspremiere von den Bayreuther Festspielen. „Eine Kanzlerin in Schlumpfblau“, stand dort auch als Bildunterschrift. Türkis ist auf den himmelblauen bis blaugrünen Schmuckstein zurückzuführen, der von den Türken nach Europa gebracht wurde. Die Farbe zeigt sich im Meeres- und Gletschereis und wird wegen der eisigen Tönung als die kälteste aller Farben empfunden. „De gustibus...

„In etlichen Gemeindestuben weht seit den letzthinigen Kommunalwahlen eine ungewohnt frische Brise; eine geradezu Aufbruchstimmung beflügelt die Einsatzbereitschaft junger, engagierter Volksvertreter“, war einer Kolumne zu entnehmen. Die Aussage ist inhaltlich gewiss zutreffend, nur mit der Grammatik nimmt es der Verfasser nicht ganz ernst. Letzthin und geradezu sind Umstandswörter, hier sind sie aber unzulässigerweise als Eigenschaftswörter eingesetzt. Die Rede müsste eher gehen von „kürzlich stattgefundenen...