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„Wirtschaft will dem Bozner Flugplatz Flügel verleihen.“ Südtirol müsse unbedingt von der Luft aus erreichbar sein, fordern die Wirtschaftstreibenden. Dies sei eine Voraussetzung, dass Südtirol nicht von der Landkarte verschwinde, bekräftigt Landeshauptmann Kompatscher. Geschickt setzt das Tagblatt der Südtiroler die Redewendung „Flügel verleihen“ als Schlagzeile ein: Ohne Flügel fliegt kein Flieger, und auch die Hoffnung muss beflügelt werden. Unsere Umgangssprache ist reich an...

So viel Dreistigkeit sei schwer zu glauben und die Manipulation unglaublich dumm, schrieb die taz zum Abgas-Skandal der VW. Nicht nur in Wolfsburg herrscht dicke Luft, seit der „Schummel-Diesel“ weltweit für stickige Luft verantwortlich gemacht wird. Dabei kann die VW AG auf eine von Erfolgen gezeichnete Betriebsgeschichte zurückblicken. Im Jahre 1938 als „Volkswagenwerk GmbH“ gegründet, wurde der Grundstein für die Produktionsstätte von keinem Geringeren als Adolf Hitler gelegt. Dem Konstrukteur Ferdinand...

„Die Carabinieri hielten in Kastelbell einen Mann aus Apulien an. Er hat versucht, 140.000 Euro über die Grenze zu schmuggeln. Der Fahrer verstaute die Geldscheine in den Sitzen des Autos.“ Von einem lokalen Fernsehsender wurden wir darüber kürzlich informiert. Auszusetzen an der Meldung ist, dass die Zeitenfolge (Consecutio Temporum) nicht konsequent ist. Der Fahrer „verstaute“ hier das Geld genau genommen erst nach der Kontrolle. Heißen müsste es dagegen: „Er hatte die Scheine verstaut “....

Als Publikumsmagnet wird Reinhold Messners Museum am Kronplatz von einer Südtiroler Tageszeitung bezeichnet: Die meisten Besucher hätten sich wohl an den Neubau der Sta-rarchitektin Zaha Hadid gewöhnt. In diesem Zusammenhang verweist dieselbe Zeitung, auch die Plattform am 80 Meter hohen Sendemast der RAS könne bes-tiegen werden. Irreführende Worttrennungen häufen sich in den Zeitungen, seit die Korrekturarbeit der Redakteure durch Redaktionssoftware ersetzt wurde. Soll das Rechtschreibprogramm das Wort Staubecken...

Nach sechs erfolgreichen Jahren startet der Meraner Stadtanzeiger ins bedeutsame siebte Erscheinungsjahr. Nicht weniger als 144 Ausgaben wurden in einer durchschnittlichen Auflagenzahl von 7.000 Stück bisher gedruckt. Dass unsere Zeitung heuer im Zeichen der Glückszahl Sieben steht, ist ein gutes Omen. Die Sieben faszinierte die Menschen seit Urzeiten, bereits im Altertum galt sie als heilige Zahl. Die mit bloßem Auge erkennbaren sieben Planeten bestimmten nach ursprünglichem Glauben des Menschen Schicksal, sieben Weltwunder...

„Frau Merkel trug einen türkisen Zweiteiler“, berichtete die „Zett“ anlässlich der Eröffnungspremiere von den Bayreuther Festspielen. „Eine Kanzlerin in Schlumpfblau“, stand dort auch als Bildunterschrift. Türkis ist auf den himmelblauen bis blaugrünen Schmuckstein zurückzuführen, der von den Türken nach Europa gebracht wurde. Die Farbe zeigt sich im Meeres- und Gletschereis und wird wegen der eisigen Tönung als die kälteste aller Farben empfunden. „De gustibus...

„In etlichen Gemeindestuben weht seit den letzthinigen Kommunalwahlen eine ungewohnt frische Brise; eine geradezu Aufbruchstimmung beflügelt die Einsatzbereitschaft junger, engagierter Volksvertreter“, war einer Kolumne zu entnehmen. Die Aussage ist inhaltlich gewiss zutreffend, nur mit der Grammatik nimmt es der Verfasser nicht ganz ernst. Letzthin und geradezu sind Umstandswörter, hier sind sie aber unzulässigerweise als Eigenschaftswörter eingesetzt. Die Rede müsste eher gehen von „kürzlich stattgefundenen...

„Um jeden Krisenherd hocken Leute, die ihr Süppchen darauf kochen.“ Die hintergründige Bemerkung des deutschen Chemikers Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger trifft derzeit mehr denn je auf die aktuelle politische Lage zu: Griechen-Krise, Euro-Krise, Flüchtlings-Katastrophe. Unser Augenmerk wird von einem Krisengipfel zum nächsten gelenkt, eine Art Krisen-Rhetorik treibt seltsame Blüten. Das Wort Krise haben wir von den Griechen übernommen, es bezeichnet den „Höhepunkt einer gefahrvollen...

„Endlich“ ist das neue Stadtmuseum eröffnet worden, es hat im restaurierten Barock-Palais Mamming einen würdigen Standort gefunden. Von durchaus gelungener Sanierung war die Rede, das Palais sei neu renoviert und neu restauriert worden. Wenn etwas als „neu“ bezeichnet wird, dann ist ihm die Aufmerksamkeit sicher. Bei einer Restaurierung oder Renovierung ist die Erneuerung schon mit inbegriffen, weswegen der Zusatz „neu“ in dieser Wendung inhaltlich überflüssig ist. Eine derartige...

Großer Bahnhof wurde vorige Woche zum Jubiläum „10 Jahre Vinschger Bahn“ den Ehrengästen in Meran bereitet. Zwei bahnbrechende Abkommen sind unterzeichnet worden, Landeshauptmann Kompatscher sprach von einem „Quantensprung“ in Südtirols Bahnverkehr und einem „historischen Meilenstein“. Im Gegenzug scheint sich der Bozner Flugbetrieb auf dem Abstellgleis zu befinden, denn im Sommer soll kein Flieger mehr nach Rom abheben. Am Boden zu bleiben ist anscheinend zukunftsträchtiger, denn für die...

„Tiroler Schützen gedachten dem Ersten Weltkrieg“, war neulich im Internetportal stol.it zu lesen. Es ist gewiss ehrenhaft, wenn die Schützen nach hundert Jahren des heldenhaften Einsatzes der Tiroler Standschützen zur Verteidigung unserer Heimat gedenken. Wenn sich die Schützen der damals Gefallenen erinnern, dann sollten sie allerdings nicht dem Ersten Weltkrieg, sondern des Ersten Weltkriegs gedenken . Wie auch weitere bestimmte Verben verlangt „gedenken“ immer noch den Genitiv, dessen Überleben in...

Wegen Geschwindigkeitsüberschreitung wurden dem Chauffeur des Landeshauptmannes fünf Führerscheinpunkte abgezogen. Zum „Fliegen“ begnügt sich der Landeshauptmann mit einem Audi A6, erweist sich die Geschwindigkeit allerdings als gefährlich, wird der „Auto-Pilot“ abgestraft. In früheren Zeiten konnte ein Chauffeur gar nie zum Temposünder werden, denn der ursprünglich französische „chauffeur“ war nichts anderes als ein „Heizer“, der den Ofen einer Lokomotive befeuerte....