In Zukunft könnten wir die Gletschermumie im Archäologiemuseum nicht nur bestaunen, sondern seine Stimme zu hören bekommen. Ein Ärzteteam des Bozner Ambulatoriums für Phoniatrie will mithilfe einer eigens entwickelten Software die Stimme des Mannes vom Hauslabjoch rekonstruieren. Wie sprach Ötzi? Die Sonderausstellung „In Wort und Schrift“ im Schnalser ArcheoParc bot letztes Jahr Gelegenheit, uns auf Spurensuche hin zu den Wurzeln unserer Sprache zu begeben. Untersuchungen haben ergeben, dass sich eine ansehnliche...

„Das Gegenteil von gut ist gut gemeint“, soll dereinst der Schriftsteller Kurt Tucholsky definiert haben. Wie leicht sich die Grenze zwischen „gut“ und „ungut“ verschieben kann, zeigt sich am Wort Gutmensch , das zum „Unwort des Jahres 2015“ her­abgewürdigt worden ist. Menschen, die sich in selbstloser Flüchtlingshilfe ehrenamtlich engagieren, werden als Gutmenschen bespöttelt und ihre Toleranz als naiv, dumm und weltfremd diffamiert. Die sechs Herren der Darmstädter Jury werten das...

Die Stadtgemeinde Meran hat unlängst einen Akustikplan erstellt, um die Lebensqualität der Bürger zu steigern. In diesem „Gemeindeplan zur akustischen Klassifizierung“ (GAK) sind sechs Klassen vorgesehen; von Klasse I im Bereich des Krankenhauses bis hin zur Klasse VI in einer Industriezone mit durchgehendem Betrieb. Mit Lärmschutz hat sich jüngst auch der Landesrat Richard Theiner befasst, als er mit Bezug auf die Umweltauswirkungen des Flughafens in Bozen versicherte, „garantieren zu können, dass die...

Schwarzärgern werden sich derzeit manche Landsleute, wenn sie ab heuer nicht mehr schwarzsehen können. In manchen Regionen Italiens verweigerte über die Hälfte der Italiener die Einzahlung der Fernsehgebühren; über 500 Millionen Euro gingen dadurch jährlich der RAI verloren. Damit ist jetzt Schluss, die schlauen Schwarzseher werden nunmehr über die Stromrechnung zur Kasse gebeten. Trotzdem wird manch einer, der die Zukunftsaussichten pessimistisch einschätzt, auch weiterhin schwarzsehen . Verben, die mit...

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Mein Beck

Höher schlugen unsere Herzen einst zur Weihnachtszeit, das Schenken und Beschenktwerden versetzte uns in Hochstimmung wie zu keiner anderen Jahreszeit. Christmas Time ist das Zauberwort, das nunmehr weniger die Herzen zu erwärmen als vielmehr die Geldbeutel zu öffnen vermag. Als X-mas feiern manche Zeitgenossen das Weihnachtsfest, eine zusätzliche Steigerung der festlichen Stimmung, könnte man vermuten, à la XXL, was aber keineswegs zutrifft. Man ist versucht, in diesem X-mas einen von den modischen Anglizismen zu...

„Nach vorläufigem Endergebnis fallen auf den Bürgermeisterkandidaten Tobia Moroder 59 % der Stimmen.“ In den Frühnachrichten der Rai Südtirol wurden wir über den Wahlausgang in St. Ulrich unterrichtet. Kann jedoch ein vorläufiges Ergebnis als Endergebnis bezeichnet werden? Die Aussage ist widersprüchlich genug. Logik scheint in der Berichterstattung keinen hohen Stellenwert einzunehmen. Zum Thema des Flüchtlingsdramas befragt, erklärte die österreichische Innenministerin im Ö1: „Wir...

Eine Ansammlung von leeren Sektflaschen, Gläsern und Dekorationsartikeln war in den Augen der beflissenen Raumpflegerin des Bozner Museions kein Kunstwerk. Kurzerhand verräumte sie die „Trümmer des Schlaraffenlands“, so die Bezeichnung der Kunstinstallation, in den Müll. „Soll das Kunst sein? So was kann ich auch!“ Äußerungen wie diese geben Besucher von Ausstellungen zeitgenössischer Kunstwerke mitunter von sich. Kunst kommt von können und können kann noch lange nicht jeder. Wer etwas...

„Wirtschaft will dem Bozner Flugplatz Flügel verleihen.“ Südtirol müsse unbedingt von der Luft aus erreichbar sein, fordern die Wirtschaftstreibenden. Dies sei eine Voraussetzung, dass Südtirol nicht von der Landkarte verschwinde, bekräftigt Landeshauptmann Kompatscher. Geschickt setzt das Tagblatt der Südtiroler die Redewendung „Flügel verleihen“ als Schlagzeile ein: Ohne Flügel fliegt kein Flieger, und auch die Hoffnung muss beflügelt werden. Unsere Umgangssprache ist reich an...

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„Die Carabinieri hielten in Kastelbell einen Mann aus Apulien an. Er hat versucht, 140.000 Euro über die Grenze zu schmuggeln. Der Fahrer verstaute die Geldscheine in den Sitzen des Autos.“ Von einem lokalen Fernsehsender wurden wir darüber kürzlich informiert. Auszusetzen an der Meldung ist, dass die Zeitenfolge (Consecutio Temporum) nicht konsequent ist. Der Fahrer „verstaute“ hier das Geld genau genommen erst nach der Kontrolle. Heißen müsste es dagegen: „Er hatte die Scheine verstaut “....

Als Publikumsmagnet wird Reinhold Messners Museum am Kronplatz von einer Südtiroler Tageszeitung bezeichnet: Die meisten Besucher hätten sich wohl an den Neubau der Sta-rarchitektin Zaha Hadid gewöhnt. In diesem Zusammenhang verweist dieselbe Zeitung, auch die Plattform am 80 Meter hohen Sendemast der RAS könne bes-tiegen werden. Irreführende Worttrennungen häufen sich in den Zeitungen, seit die Korrekturarbeit der Redakteure durch Redaktionssoftware ersetzt wurde. Soll das Rechtschreibprogramm das Wort Staubecken...