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Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Das Sprichwort hat sich heuer wieder in seiner bildhaften Andeutung als zutreffend erwiesen. In einer Fabel Äsops lesen wir von einem verschwenderischen Jüngling, der seinen Mantel verkaufte, als er die erste Schwalbe heimkehren sah, sich dann aber von der inzwischen erfrorenen Schwalbe betrogen sah, weil es weiterhin winterlich kalt blieb. Wenn es dem Sommer dann richtig ernst wird und brütende Hitze uns in lähmende Müdigkeit versetzt, dann haben sich die Hundstage eingestellt....

„Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken“, mahnte Lothar Matthäus nach einem Spiel der Mannschaft Rapid. Hat der Trainer damals aus Unwissenheit die bekannte Redewendung entstellt oder ist ihm einfach ein Versprecher unterlaufen? „Das wird doch alles von den Medien hochsterilisiert“, beklagte sich Bruno Labbadia, der Cheftrainer des Hamburger SV; es liegt auf der Hand, dass er „hochstilisiert“ sagen wollte, also handelt es sich auch hierbei um einen „Lapsus Linguae“. Wenn...

Das wohl meist verwendete Wort, ein Wort in aller Welt Munde, ist das englische Okay. Dieser erfolgreichste aller Amerikanismen ist als o. k. gleichzeitig eine der am häufigsten gebrauchte Abkürzung. Woher genau sie stammt, gibt immer noch Rätsel auf. Eine Version verweist auf den preußischen General von Steuben, der es unter George Washington als Generalstabschef im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu höchsten Ehren gebracht hat. Mit dem Englischen nicht allzu vertraut, habe er Dokumente, die für ihn Ordnung gingen, mit...

„Allgemein kann ich sagen, dass mir das Ganze reichlich hanebüchen erscheint“, bemerkte Johannes Fragner Unterpertinger in einer ersten Stellungnahme, nachdem die Malser Volksbefragung zum Pestizidverbot vom Gericht als unzulässig erklärt worden war. Was der Sprecher des Promotorenkomitees mit dem Begriff hanebüchen sagen wollte, hat jemand wissen wollen, und was das Wort mit „Hähnen“ oder „Büchern“ zu tun habe. Rein gar nichts, denn das Eigenschaftswort ist von „Hagebuche“, also...

„Sichere Fahrt“ wird uns des Öfteren im Verkehrsfunk der RAI Südtirol angesagt. Sollen wir dies als eine Feststellung oder als eine Aufforderung verstehen? Oder darin doch einen wohlgemeinten Wunsch heraushören? „Wir wünschen Ihnen eine sichere Fahrt“ wäre eine eindeutige Botschaft und käme bei den Hörern sicher gut an. Leider legen wir vielfach wenig Wert darauf, die alltäglichen Grüße und Wünsche in vollem Wortlaut bewusst auszusprechen. Statt „Guten Morgen“...

„Ein Prozent der Weinreben ist in Mitleidenschaft gezogen worden“, schätzt der Beratungsring für Obst- und Weinbau das Ausmaß der jüngsten Frostschäden. Es müsste wohl heißen: „... sind in Mitleidenschaft gezogen worden“, bemerkte ein kritischer Zeitungsleser, denn betroffen seien die Reben und nicht das einzige Prozent. „Ist“ oder „sind“, Einzahl oder Mehrzahl, was soll nun richtig sein? Der Duden, die höchste Instanz in grammatischen Fragen, lässt beides...

„Sind Sie noch mit der gleichen Frau verheiratet?“, wurde ein Lokalpolitiker von der Journalistin gefragt. „Nicht mit der gleichen, wohl aber mit derselben Frau“, gab er zur Antwort. Der Interviewte war kritisch genug, um „dieselbe“ Frau von einer „gleichen“ zu unterscheiden. Bei derselben Frau kann es sich nur um eine einzige handeln, bei der gleichen Frau aber kommt eine zweite, zwar sehr ähnliche Person mit ins Spiel. „Das Gleiche“ ist im Vergleich zu etwas anderem zum Verwechseln...

Ray Tomlinson, der Erfinder der E-Mail, ist heuer am 5. März im Alter von 74 Jahren verstorben. Er war es, der die typischen Adressen mit dem @-Zeichen erfand und 1971 die erste E-Mail zwischen Computern verschickte. In Anbetracht von Hunderten Milliarden Mails, die Tag für Tag weltweit gesendet werden, stellt die Erfindung Tomlinsons einen Meilenstein auf dem Weg ins Internet-Zeitalter dar. Kein konkreter Auftrag sei der Anlass zur Erfindung gewesen, bestätigte Tomlinson später, nur eine Spielerei mit „unbedeutenden“...

„Wer nicht liest, wird mit 70 Jahren ein einziges Leben gelebt haben. Wer liest, wird 5.000 Jahre gelebt haben. Das Lesen ist eine rückwärts gelebte Unsterblichkeit.“ Der jüngst verstorbene Schriftsteller und Philosoph Umberto Eco gibt uns mit dieser Aussage ganz einfach zu verstehen: Wer liest, hat mehr vom Leben. Die Schrift ermöglicht uns, die Zeiten zu überbrücken, sie macht uns die Gedankenwelten ferner Generationen zugänglich. Hätte Homer sein Epos nicht in Schriftzeichen festgehalten, wüssten...

In Zukunft könnten wir die Gletschermumie im Archäologiemuseum nicht nur bestaunen, sondern seine Stimme zu hören bekommen. Ein Ärzteteam des Bozner Ambulatoriums für Phoniatrie will mithilfe einer eigens entwickelten Software die Stimme des Mannes vom Hauslabjoch rekonstruieren. Wie sprach Ötzi? Die Sonderausstellung „In Wort und Schrift“ im Schnalser ArcheoParc bot letztes Jahr Gelegenheit, uns auf Spurensuche hin zu den Wurzeln unserer Sprache zu begeben. Untersuchungen haben ergeben, dass sich eine ansehnliche...

„Das Gegenteil von gut ist gut gemeint“, soll dereinst der Schriftsteller Kurt Tucholsky definiert haben. Wie leicht sich die Grenze zwischen „gut“ und „ungut“ verschieben kann, zeigt sich am Wort Gutmensch , das zum „Unwort des Jahres 2015“ her­abgewürdigt worden ist. Menschen, die sich in selbstloser Flüchtlingshilfe ehrenamtlich engagieren, werden als Gutmenschen bespöttelt und ihre Toleranz als naiv, dumm und weltfremd diffamiert. Die sechs Herren der Darmstädter Jury werten das...

Die Stadtgemeinde Meran hat unlängst einen Akustikplan erstellt, um die Lebensqualität der Bürger zu steigern. In diesem „Gemeindeplan zur akustischen Klassifizierung“ (GAK) sind sechs Klassen vorgesehen; von Klasse I im Bereich des Krankenhauses bis hin zur Klasse VI in einer Industriezone mit durchgehendem Betrieb. Mit Lärmschutz hat sich jüngst auch der Landesrat Richard Theiner befasst, als er mit Bezug auf die Umweltauswirkungen des Flughafens in Bozen versicherte, „garantieren zu können, dass die...