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„Mein Name ist Ismail Hoxha, ich komme aus Albanien; 1990 bin ich während der Krise in Jugoslawien zusammen mit 200 Albanern in die Kaserne „Cesare Battisti“ von Welsberg gekommen.“ Der im Gastgewerbe tätige Albaner erzählt nicht ohne Stolz, sein Familienname Hoxha sei der häufigste Nachname in Albanien und Enver Hoxha sei dort bis 1985 Führer der kommunistischen Partei gewesen. Hoxha bedeute bei ihnen einfach „Prediger“. Mit 5.482 Ansässigen machen die Albaner den größten...

Wir schaffen das : Drei Worte, die wir nicht so schnell vergessen werden. Die Botschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für ihre Anhänger zum Leitmotiv geworden. Die Gegner haben eine Art Schubumkehr betrieben, nicht ohne eben dasselbe Motto einfach zu ergänzen: Wir schaffen das nie . Über die unvorhersehbare Auswirkung selbst überrascht, relativierte Merkel ihren Leitsatz und gab dann heuer zu, dass sie ihn „am liebsten kaum noch wiederholen mag.“ Ebenso auf drei Worte hatte der Präsidentschaftskandidat...

„Die intoxikierte Frau wurde in die Innsbrucker Klinik eingeliefert“, berichtete der ORF Tirol kürzlich. Eine derartige Wortneuschöpfung ist natürlich gewöhnungsbedürftig. Das Hauptwort „Intoxikation“ wurde in diesem Fall „verbalisiert“, daraus wurde einfach ein Verbum gebildet. „Bravourös spedierte der Torjäger B. Embolo den Ball in die Maschen“, kommentierte ein Schweizer Sportjournalist. „Das Match wurde vom Schiedsrichter A. Bieri arbitriert .“ Der...

Wie ist es zu erklären, dass ein Leichenfund Anlass zu jahrelangem Streit geben konnte? Lag die Leiche des Mannes vom Tisenjoch, dessen Tod manchen Kriminologen zu dramatischen Mordszenarien inspiriert, auf österreichischem oder italienischem Staatsgebiet? Der Fundort war eine Zeit lang strittig und Mord als Todesursache bleibt weiterhin umstritten . Jahre langen Rechtsstreit gab es dann noch den Finderlohn betreffend zwischen dem Ehepaar Simon aus Nürnberg und dem Land Südtirol. Rund um das Wort „Streit“ scharen sich...

„ Mein letzter Sommer ist ein voll fesselnder Roman. Ich konnte im Urlaub nicht mehr von ihm lassen“, berichtete uns eine Bekannte. Wir wollten genauer wissen, ob die Autorin darin einfach von irgendeinem Sommer oder von ihrem endgültig letzten erzählt. Tatsächlich bezieht sich die Autorin Cesarina Vighy auf den letzten Sommer ihres Lebens, denn ein Jahr nach Veröffentlichung ihres Erstlingsromans erlag sie einer schweren Nervenkrankheit. Es gilt zu unterscheiden, ob jemand unter dem „Letzten“ einen definitiven...

Anlässlich des Welttages der Jugend hat das Landesinstitut für Statistik ASTAT die Ergebnisse einer entsprechenden Studie veröffentlicht. Die zwischen den Jahren 1980 und 2000 Geborenen, also die 15- bis 35-Jährigen, werden als Generation Y bezeichnet, auch Ypsiloner oder Millennials , auf Deutsch die „Jahrtausender“, genannt. Zu dieser Generation zählen derzeit 120.000 Südtiroler. Von den 20- bis 35-Jährigen leben 45.000 Unverheiratete immer noch im Elternhaus, sind also als „Nesthocker“ noch...

Die Situation ist uns bekannt: Wir sitzen in geselliger Runde, mitten in der Unterhaltung zückt einer das Smartphone, widmet diesem seine ganze Aufmerksamkeit. Statt am Gespräch teilzunehmen, wird Interesselosigkeit bekundet, dem Gegenüber bleibt man Antworten schuldig, das Lesen von WhatsApp hat Vorrang. Worüber sich nicht wenige ärgern, hat nunmehr auch einen Namen: Phubbing . Es ist ein Kunstwort und besteht aus den Wörtern „phone“ und „snubbing“ (von „snub“, Brüskierung). Dieses...

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Das Sprichwort hat sich heuer wieder in seiner bildhaften Andeutung als zutreffend erwiesen. In einer Fabel Äsops lesen wir von einem verschwenderischen Jüngling, der seinen Mantel verkaufte, als er die erste Schwalbe heimkehren sah, sich dann aber von der inzwischen erfrorenen Schwalbe betrogen sah, weil es weiterhin winterlich kalt blieb. Wenn es dem Sommer dann richtig ernst wird und brütende Hitze uns in lähmende Müdigkeit versetzt, dann haben sich die Hundstage eingestellt....

„Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken“, mahnte Lothar Matthäus nach einem Spiel der Mannschaft Rapid. Hat der Trainer damals aus Unwissenheit die bekannte Redewendung entstellt oder ist ihm einfach ein Versprecher unterlaufen? „Das wird doch alles von den Medien hochsterilisiert“, beklagte sich Bruno Labbadia, der Cheftrainer des Hamburger SV; es liegt auf der Hand, dass er „hochstilisiert“ sagen wollte, also handelt es sich auch hierbei um einen „Lapsus Linguae“. Wenn...

Das wohl meist verwendete Wort, ein Wort in aller Welt Munde, ist das englische Okay. Dieser erfolgreichste aller Amerikanismen ist als o. k. gleichzeitig eine der am häufigsten gebrauchte Abkürzung. Woher genau sie stammt, gibt immer noch Rätsel auf. Eine Version verweist auf den preußischen General von Steuben, der es unter George Washington als Generalstabschef im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu höchsten Ehren gebracht hat. Mit dem Englischen nicht allzu vertraut, habe er Dokumente, die für ihn Ordnung gingen, mit...

„Allgemein kann ich sagen, dass mir das Ganze reichlich hanebüchen erscheint“, bemerkte Johannes Fragner Unterpertinger in einer ersten Stellungnahme, nachdem die Malser Volksbefragung zum Pestizidverbot vom Gericht als unzulässig erklärt worden war. Was der Sprecher des Promotorenkomitees mit dem Begriff hanebüchen sagen wollte, hat jemand wissen wollen, und was das Wort mit „Hähnen“ oder „Büchern“ zu tun habe. Rein gar nichts, denn das Eigenschaftswort ist von „Hagebuche“, also...

„Sichere Fahrt“ wird uns des Öfteren im Verkehrsfunk der RAI Südtirol angesagt. Sollen wir dies als eine Feststellung oder als eine Aufforderung verstehen? Oder darin doch einen wohlgemeinten Wunsch heraushören? „Wir wünschen Ihnen eine sichere Fahrt“ wäre eine eindeutige Botschaft und käme bei den Hörern sicher gut an. Leider legen wir vielfach wenig Wert darauf, die alltäglichen Grüße und Wünsche in vollem Wortlaut bewusst auszusprechen. Statt „Guten Morgen“...