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„Da wird der Fußball mit Füßen getreten“, klagte der Kabarettist im Radio Bayern 2 nach der WM-Auftaktniederlage für den Weltmeister Deutschland. „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen“, legte der Sprecher zynisch noch eins drauf. Die Abschlussvorstellung der DFB-Elf wurde vom Kicker-Sportmagazin als „Zeitlupen-Fußball“ und „Schlafwagen-Fußball“ abgestuft. Welcher Spieler der deutschen Nationalmannschaft wird „die Fußballschuhe an den Nagel hängen“?...

„God save the Queen“: Wird es die Hymne sein, die uns zum Finale der Fußball-WM 2018 einstimmt, oder singen die Weltmeister diesmal „Rossija – swjaschtschennaja nascha derschawa“? Das Abspielen der National­hymnen stellt ein unverzichtbares Ritual dar, Zuschauer erheben sich und Fans stimmen voller Inbrunst mit ein. So wie die Flagge gilt die Landeshymne als nationales Symbol eines Staates. Dabei wird vorzugsweise die Freiheit zum obersten Ideal erhoben. „Mit blitzendem Strahl erschien die Sonne der...

Wann wohl die Gladiatorenkämpfe im Kolosseum beginnen würden, wollte ein Tourist in Rom vom Stadtführer erfahren. Ob man auch in den Katakomben übernachten könne, wollte er zudem wissen. Fremdenführer können ein Lied davon singen, mit welch skurrilen Fragen sie konfrontiert werden. Allerdings sagt man uns immer wieder, dumme Fragen gebe es nicht, dumm sei nur, wer nicht fragt. Kein Geringerer als Albert Einstein gibt uns den Rat: „Wichtig ist, dass man nie aufhört zu fragen.“ Wie weit Lisboa entfernt...

„Unglaublich: Epischer Ehezwist auf dem Flughafen!“ Die Schlagzeile auf „Südtirol News“ war nicht zu übersehen: Die Ehefrau habe am Flughafen vom kolumbianischen Córdoba ihren Mann mit der Liebhaberin ertappt, diese an den Haaren gezerrt und nicht mehr losgelassen. Als „episch“ bezeichnet das Nachrichtenportal die dramatische Ehe-Episode. Wenn uns der Begriff „Epik“ unterkommt, denken wir zuallererst an erzählende Dichtkunst, in der meist heldenhafte Taten in allen Einzelheiten, eben in...

In einem Südtiroler Berggasthof musterte ein Tourist mit prüfendem Blick die Speisekarte. Auf die Frage des Wirtes nach dessen Essenswunsch bestellte der Gast den Rindsbraten, beanstandete aber gleichzeitig, das Gericht sei korrekterweise als „Rinderbraten“ zu bezeichnen. Schlagfertig rechtfertigte der Wirt die Schreibweise: „Der Braten stammt von einem einzigen Rind und nicht von Rindern, ebenso wie wir Rindsgulasch und nicht Rindergulasch anbieten. „Wer hatte hier recht? Im Grunde beide: Im norddeutschen Sprachraum wird das...

„Wenn das so weitergeht, wird die Mönchsgrasmücke, die da so flott singt, irgendwann auch nicht mehr da sein. Und dann wird es still.“ Der Vogelkundler Leo Unterholzner schlägt im Wochenmagazin ff Alarm. Infolge des dramatischen Insektensterbens fehle die Nahrungsgrundlage für die Vögel, deren Artenvielfalt zusehends dahinschwinde. „Und wir werden seelisch darunter leiden“, macht sich der Vogelkundler Sorgen. Dann werden wir wohl den 5-Uhr-Weckruf der Frühaufsteher wie Gartenrotschwanz, Rotkehlchen und...

„Wann ist genug genug?“ Markus Larcher stellt im Wochenmagazin ff die Frage, ob der stetig wachsende Tourismus Südtirols Bevölkerung noch zugemutet werden kann. Nirgendwo sonst, verweist der Autor, kommen so viele Gäste auf einen einzelnen Einwohner wie südlich der Brennergrenze. Der Schauspieler Tobias Moretti hat zum 125-Jahr-Jubiläum der Tourismuswerbung von Tirol in einer kritischen Rede den Touristikern den Spiegel vorgehalten: Dem Denkmuster, dass alles immer mehr werden muss, seien sie immer noch verhaftet. Das Ganze...

„Ich denke, also spinn ich.“ Dies sei zurzeit seine Lektüre auf dem stillen Örtchen, gab der Eventmanager Alex Ploner auf dem ff-Frage­bogen zu. Die Autoren des Buches befassen sich mit der Frage, warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen. Der Titel ist offensichtlich vom bekannten Grundgedanken „Ich denke, also bin ich“ abgeleitet, auf dem der französische Denker René Descartes sein philosophisches System aufgebaut hat. Im „Cogito ergo sum“ sah der Philosoph den Beweis dafür, dass es...

S amuel T heodor A nton D ora T heodor A nton N ordpol Z acharias E mil I da G ustav E mil R ichard: Gilt es die Bezeichnung „Stadtanzeiger“ korrekt und unmissverständlich per Telefon zu diktieren, bedienen wir uns des gängigen Buchstabieralphabets. Hierfür hat uns das Deutsche Institut für Normung die Regeln vorgegeben. Bereits vor genau hundert Jahren wurde die allererste DIN-Norm erlassen; sie legte Standards für Verbindungselemente von Maschinenteilen fest. Die rund 34 000 bisher erlassenen Normen...

„Wer Mehrausgaben in Milliardenhöhe verspricht, müsste den Wählern schon auch sagen, wem er das Geld nehmen will“, warnte Gianclaudio Bressa in einem ff-Interview. Die Erfahrung lehrt uns: Vor den Wahlen wurde uns nicht etwa etwas versprochen, sondern offenbar haben sich Kandidaten nur einfach versprochen. Wahlversprechen müsse man sich nicht merken, ihr Verfallsdatum sei abzusehen, meint die Lyrikerin Traudel Zölffel. Die Mindestrente soll auf 1000 Euro verdoppelt und ein einheitlicher Einkommen-Steuersatz von 23...

„Wind, windig, Windisch.“ Wohl der koreanische Wind hat dem Sportjournalisten Alex Raffeiner die Schlagzeile eingegeben. „Wierer vom Winde verweht.“ Auch in dieser Titelzeile stehen die drei „W“ für den widrigen Wind. Mit raffinierter Wortwahl verstehen es die Redakteure, die Aufmerksamkeit der Leser zu wecken. Gelungen ist dies ebenso einem italienischen Reporter, der sich eines lateinischen Sprichwortes bedient: „Veni, vidi, Windisch.“ Stimmen die Anfangsbuchstaben zweier oder mehrerer Wörter...

„Was man so zu hören bekommt“, wundert sich Brigitte Comploj in einem Leserbrief. Schon mit dem penetranten Klingelton würden die Mitbürger auf ihre musikalischen Vorlieben aufmerksam machen und uns mit lautstark geführten Handy-Gesprächen an ihren Familiengeschichten teilhaben lassen. „Immer online, nie mehr allein“, scheint als Devise unseren Zeitgenossen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Einer Studie der Universität Bonn zufolge aktiviert der typische Handy-Nutzer 80 Mal am Tag das...