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Zu den in der vorhergehenden Ausgabe des Meraner Stadtanzeigers beschriebenen europäischen Arten Flaum- und Zerr-Eiche gesellen sich weitere Arten, die bei uns einheimisch oder alteingebürgert sind. Die Stiel-Eiche ( Q. robur L.), auch Sommer-Eiche oder Deutsche Eiche genannt, ist in Mitteleuropa die am weitesten verbreitete Eichenart und in den Südtiroler Wäldern natürlich vertreten. Weil sie ein ausgezeichnetes Nutzholz und reichlich Viehfutter liefert (insbesondere für die Schweine), wird sie seit alter Zeit...

In Merans öffentlichen Parkanlagen und Promenaden sind acht Arten von laubabwerfenden Eichenarten vertreten. Europäische Arten sind die Flaum-, Stiel-, Trauben- und Zerr-Eiche, die ersten drei sind auch in Südtirol heimisch. Die Weiden-, Sumpf-, Rot- und Scharlach-Eiche stammen vom nordamerikanischen Kontinent; sie sind beliebt wegen der farbenfrohen herbstlichen Verfärbung der Blätter. Im Rahmen der Projekte „Schenk Meran einen Baum“ des Heimatschutzvereins Meran in den 1980er-Jahren und in der noch laufenden Aktion...

Die Stein-Eiche ( Quercus ilex L.) ist ein Charaktergehölz der Macchie in den Küstengebieten der Mittelmeerländer . Sie bildete dort ursprünglich ausgedehnte Bestände mit artenreichem Unterwuchs. Diese Wälder sind auf vielen Standorten weitflächig durch Steineichen-Gebüsche ersetzt als Folge von Abholzung, Überweidung und Bränden. Die Stein-Eiche drang auch in das Etschtal vor und kann hier an warmen und trockenen Standorten bis 1000 m ü.d.M. vorkommen. Sie wächst zwar langsam, ist aber sehr...

Der nach der letzten Eiszeit (sie endete vor ca. 10.000 Jahren) aus dem Mittelmeergebiet längs des Etschtales eingewanderte Südliche Zürgelbaum ist Bestandteil des natürlich gewachsenen Flaum­eichenwaldes, der sich besonders an den sonnigen Hängen des Küchelberges , entlang des Tappeinerweges und oberhalb Algund und bis Tirol hinauf ausgebreitet hat. Er ist in Teilen Afrikas , in der Türkei und im Mittelmeerraum beheimatet und erreicht in Südtirol seine Nordgrenze. Der Baum ist anspruchslos und wächst...

Zwei exotische, allerdings selten anzutreffende Gehölze fallen im Sommer durch ihre auffälligen Blüten bzw. Blütenstände auf: das Asiatische Gelbholz und die Brasilianische Guave . Das Asiatische Gelbholz ( Maackia amurensis Rupr. et Maxim.) stammt aus dem Steppengebiet der Mandschurei im äußersten Nordosten Chinas und wird in Europa seit Mitte des 19. Jhs. wegen seiner schmucken Blätter und Blütenstände als Zierbaum gepflanzt. Er gehört in die Familie der Hülsenfrüchtler...

Die Myrte hatte in der Mythologie verschiedener Völker eine große Bedeutung. Sie galt schon in der Antike als Symbol für Schönheit, Jugend und Jungfräulichkeit. Die Braut wurde bei der Hochzeit mit einem Myrtenkranz geschmückt, ein Brauch, der sich mancherorts bis heute erhalten hat; der Strauch heißt deshalb auch Brautmyrte . Im Alten Testament der Bibel wird die Myrte an mehreren Stellen genannt. Die wohl älteste Erwähnung findet sie im babylonischen Gilgamesch-Epos (2100 – 600 v.Chr.). Einer...

Wegen der schmucken und fein geschlitzten Blätter und ihrer farbenfrohen Herbstfärbung und auch wegen der karminroten, kolbenartigen Fruchtstände ist der Essigbaum zu einem gerne gepflanzten Gartengehölz geworden. Er stellt keine Ansprüche an den Boden und ist auch stadtklimafest. Beheimatet ist der Essigbaum in den Laubwäldern Nordamerikas ; seit Mitte des 17. Jhs. wurde er europaweit als Zierpflanze in Gärten und Parks eingeführt und ist von dort oft verwildert. Er ist ein ausläufertreibender und sich...

Von Natur aus bevorzugt die Echte Sumpfzypresse sumpfige Gebiete und Flussufer, sie wächst aber auch auf trockeneren Standorten. Ihre Heimat sind die feuchten Niederungen und periodisch überschwemmten Standorte im südöstlichen Nordamerika . Bekannt sind die Sumpfzypressen-Sümpfe des Mississippi-Deltas. Diese Standorte sind allerdings durch das Trockenlegen und die forstliche Ausbeutung bedroht. Schon seit geraumer Zeit wird der Baum in Europa als Park- und Zierbaum gepflanzt. Die Gattung Taxodium gehört zur Unterfamilie...

Mit überreicher Blütenfülle sind ab Mai zwei Sträucher übersät, die zur großen und vielfältigen Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gehören: der Perlmuttstrauch mit zarten rosa Blüten und die Weigelie mit größeren und auch kräftiger gefärbten Blüten. Der erst ab Anfang des 20. Jhs. in Europa bekannt gewordene Perlmuttstrauch ( Kolkwitzia amabilis Graebn.) hat seine Heimat in China ; er ist nach dem deutschen Botaniker Richard Kolkwitz (1873-1957)...

Auf den Reisen ans Mittelmeer sind uns sicher die Böschungen entlang der Autobahn und die felsigen Trockenhänge an der Küste aufgefallen, die mit dem reich blühenden Pfriemenginster bewachsen sind. Die goldgelben Blüten bilden dort einen wunderschönen Kontrast zum Blau des Meeres. Der Pfriemenginster, auch Binsenginster und Spanischer Ginster genannt, ist eine Charakterpflanze der Macchia des Mittelmeergebietes von Spanien bis zur Türkei. Er gehört zu den Schmetterlingsblütlern in der großen...

Bereits im April erscheinen die hellgelben, zu Sträußen vereinigten, gefüllten Blüten der Gelben Banks-Rose ( Rosa banksiae Ait. var. lutea ), bei uns als das „Meraner Röschen“ bekannt. Die Rose wurde 1824 von John Parks im Auftrag der Royal Horticultural Society aus China in England eingeführt; von dort wurde sie in Mitteleuropa verbreitet. Sie ist sehr anpassungsfähig, verträgt Wärme und Trockenheit und kann auch tiefe Temperaturen ertragen; sie bevorzugt lichte Standorte an Kletterhilfen und...

Es herrschte große Begeisterung im Kreise der Naturwissenschaftler, als 1941 in einer unzugänglichen Bergregion im Südwesten Chinas lebende Bäume entdeckt wurden, deren Merkmale mit wenig vorher in Japan gefundenen fossilen Blatt- und Zapfenabdrücken aus der späten Kreidezeit und dem Tertiär übereinstimmten und die als ausgestorben galten. Die chinesischen Botaniker Hu und Cheng nannten den Baum Metasequoia glyptostroboides. Metá (griech.) bedeutet hinter , was auf das höhere Alter gegenüber der...