Aufgelesen im Meraner Stadtanzeiger, dem Wochenblatt für Meran



                                        

Was wäre Weihnachten ohne das Lied von der stillen, heiligen Nacht?

„Stille Nacht, heilige Nacht – ein Lied geht um die Welt.“ Der ORF Salzburg sendet heuer am Heiligen Abend eine Fernseh-Dokumentation, in der die Geschichte des bedeutendsten Weihnachtsliedes der Welt erzählt wird. Zu Weihnachten 2018 werden es 200 Jahre, dass das Lied geschrieben und in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt worden ist. Heute wird das Lied in mehr als 350 Sprachen und Dialekten in aller Welt gesungen. Wem man den berührenden Text und die schlichte Melodie zu verdanken hatte, nämlich Joseph Mohr und...


                                        

Bewegung beginnt im Kopf – wo denn sonst?

„Wie bringen wir die Gehirnzellen unserer Kinder wieder in Bewegung – und damit zum Skifahren?“ Südtirols Skilehrer widmeten letzthin bei der Vollversammlung diesem Anliegen besondere Aufmerksamkeit; man stellte nämlich fest, dass die Begeisterung der Kinder für den Skisport in den letzten Jahren nachgelassen habe. „Ich habe Spaß – ganz sicher“, ist das Motto der Kampagne, mit der junge Wintersportler für Sicherheit sensibilisiert werden sollen. Am „Kids Snow Day 2017“ können Kinder...


                                        

Wörter vertragen sich nicht immer

„Gewaltig endet so das Jahr mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.“ In wenigen Versen vermag Georg Trakl uns in die verklärte Atmosphäre des Herbstzaubers zu versetzen. Die Jahreszeit gibt Anlass genug, für die Ernte zu danken und Erntefeste zu feiern. Vor Kurzem waren Ernährungsbewusste zu einem „Biofestl“ nach Algund geladen; eine bunte Fülle an Bio-Produkten und Gerichten aus der Vollwertküche wurde einem dort angeboten. Anderswo veranstaltete man ein biologisches Erntefest , dessen Bezeichnung...


                                        

Wenn Prozente zu Proz-Enten mutieren

Das Schild mit dem Wortlaut S-Kuh-rrile Begegnungen fällt als besonderer Hingucker ins Auge. Im Schaufenster vom „Sportler Alpin“ in den Meraner Berglauben sollen Hinweisschilder in Form von alpinen Wegweisern unser Interesse für Bergerlebnisse wecken. Geläufige Ausdrücke können so durch kreative Worttrennung den Kunden „skurrile“ Bedeutungen suggerieren. Im Supermarkt MPreis werden Packungen mit ROHROHR-Zucker angeboten. Bei einem flüchtigen Blick auf den Artikel ist man versucht, die Bezeichnung in...

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Ist SPRAR etwa ein Spartipp?

„Sind auch Sie NEUgierig?“ Wer will etwa unsere Neugier wecken? Es ist der NOI-Technologiepark, der ab November auf dem Gelände der ehemaligen Aluminiumwerke in Bozen seinen Betrieb aufnehmen wird. Werbewirksam ist die Kurzform NOI, die für „Nature of Innovation“ steht, auf der Webseite platziert. „Innovation nach dem Vorbild der Natur“ soll dieses Logo ausdrücken. Wörter abzukürzen ist nicht erst ein Trend unserer Zeit. Schon die alten Römer verwendeten Abkürzungen, um Inschriften...


                                        

Warum ausgerechnet Südtirol?

„Hier atmet man durch – endlich bin ich wieder zuhause“, bemerkte sichtlich erleichtert der Ex-Staatspräsident Giorgio Napolitano bei seinem Eintreffen im Südtiroler Urlaubsdomizil. Es ist wohl nicht dem Zufall zuzuschreiben, dass Spitzenpolitiker wie Merkel, Steinmeier, Mattarella und nicht zuletzt auch Berlusconi ausgerechnet in Südtirol ihren Urlaub verbringen. „In Südtirol schmeckt die Natur nach Ewigkeit“, schwärmte Sahra Wagenknecht, Bundestagsabgeordnete und Lebensgefährtin von Oskar...


                                        

Der Zug kommt wieder in Fahrt

„Wir verstehen nur Bahnhof“, klagten kürzlich Touristen auf dem Meraner Bahnhofsgelände; sie hatten eine Fahrt mit dem Vinschger Zug geplant. Wegen der zeitweiligen Stilllegung des Zugverkehrs befuhren weniger Radfahrer den Vinschger Radweg, dafür schlenderten gewiefte Fischer das Bahngleis entlang auf der Suche nach günstigen Standplätzen. Die Wendung „nur Bahnhof verstehen“ geht vermutlich auf die Soldaten zu Ende des 1. Weltkrieges zurück, die nur „Bahnhof“, d. h. Entlassung und...


                                        

Auf zwei Rädern Südtirol er-fahren

„Ich verbrenne nur Cholesterin!“, hatte der umweltbewusste Radfahrer auf das Schild an seinem Rücken geschrieben. Die originelle Botschaft sollte anderen Verkehrsteilnehmern zu denken geben. Der Wettbewerb „Südtirol radelt“ soll uns Ansporn sein, unseren Beitrag zur CO 2 -Reduktion zu leisten. Am Projekt haben sich letztes Jahr 3.000 Südtiroler beteiligt und dabei 2,3 Millionen Kilometer erradelt. Dem Fahrrad gebührt heuer besondere Aufmerksamkeit, denn vor 200 Jahren erfolgte seine Jungfernfahrt. Karl Drais...

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Warum nicht mit dem Auto sprechen?

Nunmehr sind in Städten zu Stoßverkehrszeiten Autos nicht schneller unterwegs als Kutschen vor 200 Jahren, nämlich etwa 12 Stundenkilometer. Wer am Wochenende von Fronleichnam auf Merans Straßen unterwegs war, sah sich einem völligen Verkehrskollaps ausgesetzt. Mit Fluchen und Schimpfen auf weiß Gott wen alles lassen viele in einer derartigen Situation Dampf ab. Unbeirrbare Autofahrer dagegen wissen sich zu helfen, indem sie mit ihrem Fahrzeug sprechen. Eine von mobile.de durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass zwei...


                                        

Wenn die Sprache Koffer packt

„Wir haben eine Reihe von kleinen Anpassungen vorgenommen, das Resultat war aber eine Verschlimmbesserung“, rechtfertigte sich nüchtern der Technikchef A. Green beim Großen Preis von Monaco auf die Frage, was mit den plötzlich unter ferner liefen fahrenden Mercedes-Rennfahrern los war. Auf Anhieb vermutet man, beim Ausdruck Verschlimmbesserung handle es sich um eine neudeutsche Wortschöpfung. Dies trifft nicht zu, denn der Ausdruck ist bereits in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts vom Schriftsteller Georg Christoph...


                                        

Deutsche Schrift soll neuen Großbuchstaben bekommen

Herr Großrubatscher ist in Weißenbach ansässig, doch im Personalausweis scheint er als GROSS­RUBATSCHER auf und ist in WEISSENBACH wohnhaft. Warum werden Name und Ortschaft im amtlichen Dokument nicht korrekt wiedergegeben? Ganz einfach: Für das ß gibt es keinen Großbuchstaben, es wird durch ein großgeschriebenes Doppel-S ersetzt. Das soll sich bald ändern: Der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ hat die Einführung eines großen ß – in Form eines neuen Zeichens –...


                                        

Bleibt Europa ein schöner Mythos?

„Ich habe Europa im Herzen“, hat der junge französische Staatspräsident Emmanuel Macron den Bürgern versichert. Erfreut über das Wahlergebnis äußerte sich Italiens Ministerpräsident Gentiloni: „Hoch lebe Präsident Macron. Eine Hoffnung geht durch Europa.“ Das große Zittern in Europa ist vorerst vorbei, das Schreckgespenst eines „Frexit“ hat sich verzogen. Wo liegen die Wurzeln dieses so sehr strapazierten Wortes „Europa“? Vorerst schwebt uns ein schöner...

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Diesen Sonntag kräht in Frankreich der Hahn

„Sollten die Franzosen der Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen eine Stimmenmehrheit verschaffen, dann würde der gallische Hahn einen Abflug aus der EU anstreben“, spekulierte der Fondsmanager Christoph Bruns in Cash.ONLINE über die richtungweisende Stimmabgabe in Frankreich. Wie hat sich der Hahn zum Nationaltier des französischen Staates aufgeschwungen? Als inoffizielles Symbol findet man ihn als Verzierung für viele öffentliche Gebäude, wie im Louvre, in Versailles und auf Münzen. Der Hahn...


                                        

Jetzt geht die Post ab

„Nur nicht gleich, nicht auf der Stell', denn bei der Post geht’s nicht so schnell.“ Die Arie der Christel von der Post aus der Operette „Der Vogelhändler“ hätte als Devise für die bisherigen Dienste der „Poste italiane“ gelten können. Mit dem jüngsten Abkommen zwischen der Provinz Südtirol und der staatlichen Post wird der Umweg der Sendungen über Verona eingestellt und ein selbstständiges Verteilungszentrum in Bozen wieder in Betrieb genommen. Auf welche Zeit gehen...


                                        

Wenn die Spinner unterwegs sind

„Für Menschen und andere Tiere ist das Präparat unschädlich“, informierte uns ein Regionalsender in einem Beitrag über die Bekämpfung der Prozessionsspinner. Die Formulierung wirkt im ersten Moment irritierend, doch genau genommen beziehen sich „andere Tiere“ ja nicht auf die Menschen, sondern auf die gefährlichen Raupen. Eine Vinschger Tierärztin erteilt den Hundebesitzern den Rat, Spazierwege zu meiden, auf denen die Raupen ihre Prozession ziehen; die Gifte der Brennhaare können Ausschläge...


                                        

Nicht nur Türken können türken

„Man kann nichts italienern oder koreanern, man kann nicht briten oder herumjapanern, aber man kann etwas türken,“ befand nicht ohne Hintersinn die in Berlin erscheinende Tageszeitung „Der Tagesspiegel“. Immer dann, wenn falsche „Tatsachen“ vorgespiegelt werden, was auf der politischen Bühne derzeit an der Tagesordnung ist, wird getürkt oder ein Türke gebaut . Hat diese Redewendung etwas mit einer Charaktereigenschaft von Türken zu tun? Nein, rein gar nichts. Die Herkunft des Ausdrucks ist...

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Wenn wir durch die Blumen sprechen

„Blühende Sprache für geflüchtete Menschen“: So nennt sich ein Lehrgang, an dem dreizehn Asylantragsteller aus sechs unterschiedlichen Ländern derzeit teilnehmen; sie lernen täglich Deutsch und erwerben gleichzeitig Grundkenntnisse für Gartenarbeit und Gartenpflege. Die Südtiroler Gärtnervereinigung hat anlässlich der Jahresversammlung das Projekt vorgestellt, das sie gemeinsam mit dem Amt für Weiterbildung und der Gartenbauschule Laimburg durchführt. Anschließend an den Lehrgang...


                                        

Verstehen die US-Amerikaner auch Deutsch?

„Deutschland, Deutschland über alles“, sang ein Solist bei der Eröffnungszeremonie der Tennis-Fed-Cup-Partie zwischen den USA und Deutschland. Dieser wichtige Wettkampf für Nationalmannschaften im Damentennis wurde Mitte Februar auf Hawaii ausgetragen. War es Zufall oder Absicht, dass die deutsche Nationalhymne ausgerechnet mit diesem Text angestimmt wurde, wo in Zeiten des Nationalsozialismus gerade diese Strophe zusammen mit der Kampfhymne „Die Fahne hoch“ für martialische Stimmung sorgte? „Einigkeit und...


                                        

Mit weniger ist oft mehr gesagt

„Sehr geehrter Herr Trump! Wo Sie Ängste schüren, entscheiden wir uns für Mitgefühl. Wo Sie Verzweiflung verbreiten, entscheiden wir uns für Hoffnung. Wo Sie Ignoranz propagieren, entscheiden wir uns für Verständnis.“ Gegen die Hetztiraden Trumps haben Millionen geschockter Bürger auf dem Netzwerk „avaaz“ diese Online-Petition unterzeichnet. In drei Sätzen zu je neun Wörtern ist der Appell klar und deutlich formuliert. Wie lang darf ein Satz sein, dass die Aussage vom Leser auch...


                                        

Wozu sollen wir noch von Hand schreiben?

Sechs private Briefe von Prinzessin Diana haben zum Jahresende beim Auktionshaus Cheffins für 15.000 Pfund (17.500 Euro) den Besitzer gewechselt. Die handgeschriebenen Briefe aus den 80er- und 90er-Jahren waren an den königlichen Butler Cyril Dickman gerichtet. Erstaunlich, welcher Wert dem handgeschriebenen Wort in unserem digitalen Zeitalter noch beigemessen wird. Für einen Brief Einsteins, an den Philosophen Erich Gutkind adressiert und als „Gottesbrief“ bezeichnet, wurden bei einer Auktion drei Millionen Dollar geboten; das kurze...

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Angekommen im postfaktischen Zeitalter

„Was ist das für 1 life.“ Die Jugendlichen Österreichs bedienen sich dieses Ausdrucks, um ihr Unverständnis, ihre Resignation und Hoffnungslosigkeit in den sozialen Medien zu äußern. Aufgrund der Umfrageergebnisse ist die Wendung zum österreichischen Jugendwort des Jahres 2016 gekürt worden. Auf derart gedrückte Stimmung ist wohl auch Öxit , das österreichische Unwort des Jahres zurückzuführen. Der Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer hatte die Wähler dazu aufgefordert,...


                                        

O du stille Zeit!

O du fröhliche, o du selige … flötet es nun aus den Beschallungsanlagen der Kaufhäuser. Mancher Kunde lässt sich in euphorische Konsumlaune aufputschen, manch anderer ist gegen den Akustik-Kitsch allergisch und sucht das Weite. Der Dezember weist sich als Monat der „O-Lieder“ aus: O Tannenbaum, O Jubel, O Freud, O freudenreicher Tag . Ob dieses vorangestellte „O“ nur bei Liedern stehe, so wie bei O du lieber Augustin , wollte ein interessierter Zeitgenosse wissen. Der Buchstabe steht auch...


                                        

Werden wir wieder Adwentslieder oder Adfentlieder singen?

„Advent, sagt man, das ist die stillste Zeit im Jahr.“ Als Karl Heinrich Waggerl beim Salzburger Adventsingen dereinst mit sonorer Stimme seine Weihnachtserzählungen vortrug, wäre im voll besetzten Saal des Großen Festspielhauses das sprichwörtliche Fallen einer Stecknadel vernehmbar gewesen. Die Stimme Waggerls ist heute noch untrennbar mit Weihnachten verknüpft. Hellhörigen Zeitgenossen ist nicht entgangen, dass „Advent“ von Waggerl mit einem F ausgesprochen wurde. Nachdem das Wort auf das lateinische...


                                        

Smirnov und Müller sind Spitzenreiter in Europa

„Mein Name ist Ismail Hoxha, ich komme aus Albanien; 1990 bin ich während der Krise in Jugoslawien zusammen mit 200 Albanern in die Kaserne „Cesare Battisti“ von Welsberg gekommen.“ Der im Gastgewerbe tätige Albaner erzählt nicht ohne Stolz, sein Familienname Hoxha sei der häufigste Nachname in Albanien und Enver Hoxha sei dort bis 1985 Führer der kommunistischen Partei gewesen. Hoxha bedeute bei ihnen einfach „Prediger“. Mit 5.482 Ansässigen machen die Albaner den größten...

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Wenn wenige Worte reichen

Wir schaffen das : Drei Worte, die wir nicht so schnell vergessen werden. Die Botschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für ihre Anhänger zum Leitmotiv geworden. Die Gegner haben eine Art Schubumkehr betrieben, nicht ohne eben dasselbe Motto einfach zu ergänzen: Wir schaffen das nie . Über die unvorhersehbare Auswirkung selbst überrascht, relativierte Merkel ihren Leitsatz und gab dann heuer zu, dass sie ihn „am liebsten kaum noch wiederholen mag.“ Ebenso auf drei Worte hatte der Präsidentschaftskandidat...


                                        

Nicht nur Speditionsfirmen spedieren

„Die intoxikierte Frau wurde in die Innsbrucker Klinik eingeliefert“, berichtete der ORF Tirol kürzlich. Eine derartige Wortneuschöpfung ist natürlich gewöhnungsbedürftig. Das Hauptwort „Intoxikation“ wurde in diesem Fall „verbalisiert“, daraus wurde einfach ein Verbum gebildet. „Bravourös spedierte der Torjäger B. Embolo den Ball in die Maschen“, kommentierte ein Schweizer Sportjournalist. „Das Match wurde vom Schiedsrichter A. Bieri arbitriert .“ Der...


                                        

Da streiten sich die Leut' herum

Wie ist es zu erklären, dass ein Leichenfund Anlass zu jahrelangem Streit geben konnte? Lag die Leiche des Mannes vom Tisenjoch, dessen Tod manchen Kriminologen zu dramatischen Mordszenarien inspiriert, auf österreichischem oder italienischem Staatsgebiet? Der Fundort war eine Zeit lang strittig und Mord als Todesursache bleibt weiterhin umstritten . Jahre langen Rechtsstreit gab es dann noch den Finderlohn betreffend zwischen dem Ehepaar Simon aus Nürnberg und dem Land Südtirol. Rund um das Wort „Streit“ scharen sich...


                                        

Der letzte Sommer ist gar nicht der letzte

„ Mein letzter Sommer ist ein voll fesselnder Roman. Ich konnte im Urlaub nicht mehr von ihm lassen“, berichtete uns eine Bekannte. Wir wollten genauer wissen, ob die Autorin darin einfach von irgendeinem Sommer oder von ihrem endgültig letzten erzählt. Tatsächlich bezieht sich die Autorin Cesarina Vighy auf den letzten Sommer ihres Lebens, denn ein Jahr nach Veröffentlichung ihres Erstlingsromans erlag sie einer schweren Nervenkrankheit. Es gilt zu unterscheiden, ob jemand unter dem „Letzten“ einen definitiven...

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Ypsiloner fliegen ungern aus

Anlässlich des Welttages der Jugend hat das Landesinstitut für Statistik ASTAT die Ergebnisse einer entsprechenden Studie veröffentlicht. Die zwischen den Jahren 1980 und 2000 Geborenen, also die 15- bis 35-Jährigen, werden als Generation Y bezeichnet, auch Ypsiloner oder Millennials , auf Deutsch die „Jahrtausender“, genannt. Zu dieser Generation zählen derzeit 120.000 Südtiroler. Von den 20- bis 35-Jährigen leben 45.000 Unverheiratete immer noch im Elternhaus, sind also als „Nesthocker“ noch...


                                        

Gesprächspartner müssen sich gedulden

Die Situation ist uns bekannt: Wir sitzen in geselliger Runde, mitten in der Unterhaltung zückt einer das Smartphone, widmet diesem seine ganze Aufmerksamkeit. Statt am Gespräch teilzunehmen, wird Interesselosigkeit bekundet, dem Gegenüber bleibt man Antworten schuldig, das Lesen von WhatsApp hat Vorrang. Worüber sich nicht wenige ärgern, hat nunmehr auch einen Namen: Phubbing . Es ist ein Kunstwort und besteht aus den Wörtern „phone“ und „snubbing“ (von „snub“, Brüskierung). Dieses...


                                        

Warum der Hund für die Hundstage herhalten muss

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Das Sprichwort hat sich heuer wieder in seiner bildhaften Andeutung als zutreffend erwiesen. In einer Fabel Äsops lesen wir von einem verschwenderischen Jüngling, der seinen Mantel verkaufte, als er die erste Schwalbe heimkehren sah, sich dann aber von der inzwischen erfrorenen Schwalbe betrogen sah, weil es weiterhin winterlich kalt blieb. Wenn es dem Sommer dann richtig ernst wird und brütende Hitze uns in lähmende Müdigkeit versetzt, dann haben sich die Hundstage eingestellt....


                                        

Im Alter nützt auch Torheit nichts

„Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken“, mahnte Lothar Matthäus nach einem Spiel der Mannschaft Rapid. Hat der Trainer damals aus Unwissenheit die bekannte Redewendung entstellt oder ist ihm einfach ein Versprecher unterlaufen? „Das wird doch alles von den Medien hochsterilisiert“, beklagte sich Bruno Labbadia, der Cheftrainer des Hamburger SV; es liegt auf der Hand, dass er „hochstilisiert“ sagen wollte, also handelt es sich auch hierbei um einen „Lapsus Linguae“. Wenn...


                                        

Wer hat uns mit dem O. K. beglückt?

Das wohl meist verwendete Wort, ein Wort in aller Welt Munde, ist das englische Okay. Dieser erfolgreichste aller Amerikanismen ist als o. k. gleichzeitig eine der am häufigsten gebrauchte Abkürzung. Woher genau sie stammt, gibt immer noch Rätsel auf. Eine Version verweist auf den preußischen General von Steuben, der es unter George Washington als Generalstabschef im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu höchsten Ehren gebracht hat. Mit dem Englischen nicht allzu vertraut, habe er Dokumente, die für ihn Ordnung gingen, mit...


                                        

Wenn Mundtote sprechen

„Allgemein kann ich sagen, dass mir das Ganze reichlich hanebüchen erscheint“, bemerkte Johannes Fragner Unterpertinger in einer ersten Stellungnahme, nachdem die Malser Volksbefragung zum Pestizidverbot vom Gericht als unzulässig erklärt worden war. Was der Sprecher des Promotorenkomitees mit dem Begriff hanebüchen sagen wollte, hat jemand wissen wollen, und was das Wort mit „Hähnen“ oder „Büchern“ zu tun habe. Rein gar nichts, denn das Eigenschaftswort ist von „Hagebuche“, also...


                                        

Ist „Mahlzeit“ eine Zeitangabe?

„Sichere Fahrt“ wird uns des Öfteren im Verkehrsfunk der RAI Südtirol angesagt. Sollen wir dies als eine Feststellung oder als eine Aufforderung verstehen? Oder darin doch einen wohlgemeinten Wunsch heraushören? „Wir wünschen Ihnen eine sichere Fahrt“ wäre eine eindeutige Botschaft und käme bei den Hörern sicher gut an. Leider legen wir vielfach wenig Wert darauf, die alltäglichen Grüße und Wünsche in vollem Wortlaut bewusst auszusprechen. Statt „Guten Morgen“...


                                        

Drei und drei ist sechs oder sind sechs?

„Ein Prozent der Weinreben ist in Mitleidenschaft gezogen worden“, schätzt der Beratungsring für Obst- und Weinbau das Ausmaß der jüngsten Frostschäden. Es müsste wohl heißen: „... sind in Mitleidenschaft gezogen worden“, bemerkte ein kritischer Zeitungsleser, denn betroffen seien die Reben und nicht das einzige Prozent. „Ist“ oder „sind“, Einzahl oder Mehrzahl, was soll nun richtig sein? Der Duden, die höchste Instanz in grammatischen Fragen, lässt beides...


                                        

Das Gleiche ist nicht dasselbe

„Sind Sie noch mit der gleichen Frau verheiratet?“, wurde ein Lokalpolitiker von der Journalistin gefragt. „Nicht mit der gleichen, wohl aber mit derselben Frau“, gab er zur Antwort. Der Interviewte war kritisch genug, um „dieselbe“ Frau von einer „gleichen“ zu unterscheiden. Bei derselben Frau kann es sich nur um eine einzige handeln, bei der gleichen Frau aber kommt eine zweite, zwar sehr ähnliche Person mit ins Spiel. „Das Gleiche“ ist im Vergleich zu etwas anderem zum Verwechseln...


                                        

Klammeraffe verändert die Welt

Ray Tomlinson, der Erfinder der E-Mail, ist heuer am 5. März im Alter von 74 Jahren verstorben. Er war es, der die typischen Adressen mit dem @-Zeichen erfand und 1971 die erste E-Mail zwischen Computern verschickte. In Anbetracht von Hunderten Milliarden Mails, die Tag für Tag weltweit gesendet werden, stellt die Erfindung Tomlinsons einen Meilenstein auf dem Weg ins Internet-Zeitalter dar. Kein konkreter Auftrag sei der Anlass zur Erfindung gewesen, bestätigte Tomlinson später, nur eine Spielerei mit „unbedeutenden“...


                                        

Wer liest, lebt länger

„Wer nicht liest, wird mit 70 Jahren ein einziges Leben gelebt haben. Wer liest, wird 5.000 Jahre gelebt haben. Das Lesen ist eine rückwärts gelebte Unsterblichkeit.“ Der jüngst verstorbene Schriftsteller und Philosoph Umberto Eco gibt uns mit dieser Aussage ganz einfach zu verstehen: Wer liest, hat mehr vom Leben. Die Schrift ermöglicht uns, die Zeiten zu überbrücken, sie macht uns die Gedankenwelten ferner Generationen zugänglich. Hätte Homer sein Epos nicht in Schriftzeichen festgehalten, wüssten...


                                        

Ötzi lernt sprechen

In Zukunft könnten wir die Gletschermumie im Archäologiemuseum nicht nur bestaunen, sondern seine Stimme zu hören bekommen. Ein Ärzteteam des Bozner Ambulatoriums für Phoniatrie will mithilfe einer eigens entwickelten Software die Stimme des Mannes vom Hauslabjoch rekonstruieren. Wie sprach Ötzi? Die Sonderausstellung „In Wort und Schrift“ im Schnalser ArcheoParc bot letztes Jahr Gelegenheit, uns auf Spurensuche hin zu den Wurzeln unserer Sprache zu begeben. Untersuchungen haben ergeben, dass sich eine ansehnliche...


                                        

Fürs Gutsein belächelt

„Das Gegenteil von gut ist gut gemeint“, soll dereinst der Schriftsteller Kurt Tucholsky definiert haben. Wie leicht sich die Grenze zwischen „gut“ und „ungut“ verschieben kann, zeigt sich am Wort Gutmensch , das zum „Unwort des Jahres 2015“ her­abgewürdigt worden ist. Menschen, die sich in selbstloser Flüchtlingshilfe ehrenamtlich engagieren, werden als Gutmenschen bespöttelt und ihre Toleranz als naiv, dumm und weltfremd diffamiert. Die sechs Herren der Darmstädter Jury werten das...


                                        

Wie hört sich Stille an?

Die Stadtgemeinde Meran hat unlängst einen Akustikplan erstellt, um die Lebensqualität der Bürger zu steigern. In diesem „Gemeindeplan zur akustischen Klassifizierung“ (GAK) sind sechs Klassen vorgesehen; von Klasse I im Bereich des Krankenhauses bis hin zur Klasse VI in einer Industriezone mit durchgehendem Betrieb. Mit Lärmschutz hat sich jüngst auch der Landesrat Richard Theiner befasst, als er mit Bezug auf die Umweltauswirkungen des Flughafens in Bozen versicherte, „garantieren zu können, dass die...


                                        

Wer wird heuer noch schwarzsehen?

Schwarzärgern werden sich derzeit manche Landsleute, wenn sie ab heuer nicht mehr schwarzsehen können. In manchen Regionen Italiens verweigerte über die Hälfte der Italiener die Einzahlung der Fernsehgebühren; über 500 Millionen Euro gingen dadurch jährlich der RAI verloren. Damit ist jetzt Schluss, die schlauen Schwarzseher werden nunmehr über die Stromrechnung zur Kasse gebeten. Trotzdem wird manch einer, der die Zukunftsaussichten pessimistisch einschätzt, auch weiterhin schwarzsehen . Verben, die mit...


                                        

Wie viel Mut ist zumutbar?

„Wer Mut zeigt, macht Mut“, mahnte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und forderte von den Bürgern „Mut zu immer neuen kleinen Anfängen“. „Mut“ wird gern als Schlüsselwort für Neujahrsansprachen in Anspruch genommen. „Ich werde all meinen Mut und meine Energie einbringen“, versicherte auch Matteo Renzi bei seinem Amtsantritt als Ministerpräsident. Bereits im 8. Jahrhundert taucht das althochdeutsche muot im Sprachgebrauch auf und steht dann im Mittelalter für...


                                        

Wird aus Weihnachten ein Winterfest?

Höher schlugen unsere Herzen einst zur Weihnachtszeit, das Schenken und Beschenktwerden versetzte uns in Hochstimmung wie zu keiner anderen Jahreszeit. Christmas Time ist das Zauberwort, das nunmehr weniger die Herzen zu erwärmen als vielmehr die Geldbeutel zu öffnen vermag. Als X-mas feiern manche Zeitgenossen das Weihnachtsfest, eine zusätzliche Steigerung der festlichen Stimmung, könnte man vermuten, à la XXL, was aber keineswegs zutrifft. Man ist versucht, in diesem X-mas einen von den modischen Anglizismen zu...


                                        

Wenn Polizisten laufend kontrollieren

„Nach vorläufigem Endergebnis fallen auf den Bürgermeisterkandidaten Tobia Moroder 59 % der Stimmen.“ In den Frühnachrichten der Rai Südtirol wurden wir über den Wahlausgang in St. Ulrich unterrichtet. Kann jedoch ein vorläufiges Ergebnis als Endergebnis bezeichnet werden? Die Aussage ist widersprüchlich genug. Logik scheint in der Berichterstattung keinen hohen Stellenwert einzunehmen. Zum Thema des Flüchtlingsdramas befragt, erklärte die österreichische Innenministerin im Ö1: „Wir...


                                        

Kunst verstehen ist auch eine Kunst

Eine Ansammlung von leeren Sektflaschen, Gläsern und Dekorationsartikeln war in den Augen der beflissenen Raumpflegerin des Bozner Museions kein Kunstwerk. Kurzerhand verräumte sie die „Trümmer des Schlaraffenlands“, so die Bezeichnung der Kunstinstallation, in den Müll. „Soll das Kunst sein? So was kann ich auch!“ Äußerungen wie diese geben Besucher von Ausstellungen zeitgenössischer Kunstwerke mitunter von sich. Kunst kommt von können und können kann noch lange nicht jeder. Wer etwas...


                                        

Wer A sagt, muss nicht B sagen

„Wirtschaft will dem Bozner Flugplatz Flügel verleihen.“ Südtirol müsse unbedingt von der Luft aus erreichbar sein, fordern die Wirtschaftstreibenden. Dies sei eine Voraussetzung, dass Südtirol nicht von der Landkarte verschwinde, bekräftigt Landeshauptmann Kompatscher. Geschickt setzt das Tagblatt der Südtiroler die Redewendung „Flügel verleihen“ als Schlagzeile ein: Ohne Flügel fliegt kein Flieger, und auch die Hoffnung muss beflügelt werden. Unsere Umgangssprache ist reich an...


                                        

Und läuft und läuft und läuft

So viel Dreistigkeit sei schwer zu glauben und die Manipulation unglaublich dumm, schrieb die taz zum Abgas-Skandal der VW. Nicht nur in Wolfsburg herrscht dicke Luft, seit der „Schummel-Diesel“ weltweit für stickige Luft verantwortlich gemacht wird. Dabei kann die VW AG auf eine von Erfolgen gezeichnete Betriebsgeschichte zurückblicken. Im Jahre 1938 als „Volkswagenwerk GmbH“ gegründet, wurde der Grundstein für die Produktionsstätte von keinem Geringeren als Adolf Hitler gelegt. Dem Konstrukteur Ferdinand...


                                        

Es war einmal gewesen

„Die Carabinieri hielten in Kastelbell einen Mann aus Apulien an. Er hat versucht, 140.000 Euro über die Grenze zu schmuggeln. Der Fahrer verstaute die Geldscheine in den Sitzen des Autos.“ Von einem lokalen Fernsehsender wurden wir darüber kürzlich informiert. Auszusetzen an der Meldung ist, dass die Zeitenfolge (Consecutio Temporum) nicht konsequent ist. Der Fahrer „verstaute“ hier das Geld genau genommen erst nach der Kontrolle. Heißen müsste es dagegen: „Er hatte die Scheine verstaut “....


                                        

Wenn Trennung wehtut

Als Publikumsmagnet wird Reinhold Messners Museum am Kronplatz von einer Südtiroler Tageszeitung bezeichnet: Die meisten Besucher hätten sich wohl an den Neubau der Sta-rarchitektin Zaha Hadid gewöhnt. In diesem Zusammenhang verweist dieselbe Zeitung, auch die Plattform am 80 Meter hohen Sendemast der RAS könne bes-tiegen werden. Irreführende Worttrennungen häufen sich in den Zeitungen, seit die Korrekturarbeit der Redakteure durch Redaktionssoftware ersetzt wurde. Soll das Rechtschreibprogramm das Wort Staubecken...


                                        

Warum wir auf die Sieben setzen

Nach sechs erfolgreichen Jahren startet der Meraner Stadtanzeiger ins bedeutsame siebte Erscheinungsjahr. Nicht weniger als 144 Ausgaben wurden in einer durchschnittlichen Auflagenzahl von 7.000 Stück bisher gedruckt. Dass unsere Zeitung heuer im Zeichen der Glückszahl Sieben steht, ist ein gutes Omen. Die Sieben faszinierte die Menschen seit Urzeiten, bereits im Altertum galt sie als heilige Zahl. Die mit bloßem Auge erkennbaren sieben Planeten bestimmten nach ursprünglichem Glauben des Menschen Schicksal, sieben Weltwunder...


                                        

Farbe tragen heißt Farbe bekennen

„Frau Merkel trug einen türkisen Zweiteiler“, berichtete die „Zett“ anlässlich der Eröffnungspremiere von den Bayreuther Festspielen. „Eine Kanzlerin in Schlumpfblau“, stand dort auch als Bildunterschrift. Türkis ist auf den himmelblauen bis blaugrünen Schmuckstein zurückzuführen, der von den Türken nach Europa gebracht wurde. Die Farbe zeigt sich im Meeres- und Gletschereis und wird wegen der eisigen Tönung als die kälteste aller Farben empfunden. „De gustibus...


                                        

Mit einigermaßen Kompromissbereitschaft

„In etlichen Gemeindestuben weht seit den letzthinigen Kommunalwahlen eine ungewohnt frische Brise; eine geradezu Aufbruchstimmung beflügelt die Einsatzbereitschaft junger, engagierter Volksvertreter“, war einer Kolumne zu entnehmen. Die Aussage ist inhaltlich gewiss zutreffend, nur mit der Grammatik nimmt es der Verfasser nicht ganz ernst. Letzthin und geradezu sind Umstandswörter, hier sind sie aber unzulässigerweise als Eigenschaftswörter eingesetzt. Die Rede müsste eher gehen von „kürzlich stattgefundenen...


                                        

Griechisch ist nicht allein die Krise

„Um jeden Krisenherd hocken Leute, die ihr Süppchen darauf kochen.“ Die hintergründige Bemerkung des deutschen Chemikers Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger trifft derzeit mehr denn je auf die aktuelle politische Lage zu: Griechen-Krise, Euro-Krise, Flüchtlings-Katastrophe. Unser Augenmerk wird von einem Krisengipfel zum nächsten gelenkt, eine Art Krisen-Rhetorik treibt seltsame Blüten. Das Wort Krise haben wir von den Griechen übernommen, es bezeichnet den „Höhepunkt einer gefahrvollen...


                                        

Werden zukünftige Wetterprognosen zuverlässiger?

„Endlich“ ist das neue Stadtmuseum eröffnet worden, es hat im restaurierten Barock-Palais Mamming einen würdigen Standort gefunden. Von durchaus gelungener Sanierung war die Rede, das Palais sei neu renoviert und neu restauriert worden. Wenn etwas als „neu“ bezeichnet wird, dann ist ihm die Aufmerksamkeit sicher. Bei einer Restaurierung oder Renovierung ist die Erneuerung schon mit inbegriffen, weswegen der Zusatz „neu“ in dieser Wendung inhaltlich überflüssig ist. Eine derartige...


                                        

Die Weichen für die Mobilität sind gestellt

Großer Bahnhof wurde vorige Woche zum Jubiläum „10 Jahre Vinschger Bahn“ den Ehrengästen in Meran bereitet. Zwei bahnbrechende Abkommen sind unterzeichnet worden, Landeshauptmann Kompatscher sprach von einem „Quantensprung“ in Südtirols Bahnverkehr und einem „historischen Meilenstein“. Im Gegenzug scheint sich der Bozner Flugbetrieb auf dem Abstellgleis zu befinden, denn im Sommer soll kein Flieger mehr nach Rom abheben. Am Boden zu bleiben ist anscheinend zukunftsträchtiger, denn für die...


                                        

Ist der Genitiv noch zu retten?

„Tiroler Schützen gedachten dem Ersten Weltkrieg“, war neulich im Internetportal stol.it zu lesen. Es ist gewiss ehrenhaft, wenn die Schützen nach hundert Jahren des heldenhaften Einsatzes der Tiroler Standschützen zur Verteidigung unserer Heimat gedenken. Wenn sich die Schützen der damals Gefallenen erinnern, dann sollten sie allerdings nicht dem Ersten Weltkrieg, sondern des Ersten Weltkriegs gedenken . Wie auch weitere bestimmte Verben verlangt „gedenken“ immer noch den Genitiv, dessen Überleben in...


                                        

Wie Heizer zu Chauffeuren aufstiegen

Wegen Geschwindigkeitsüberschreitung wurden dem Chauffeur des Landeshauptmannes fünf Führerscheinpunkte abgezogen. Zum „Fliegen“ begnügt sich der Landeshauptmann mit einem Audi A6, erweist sich die Geschwindigkeit allerdings als gefährlich, wird der „Auto-Pilot“ abgestraft. In früheren Zeiten konnte ein Chauffeur gar nie zum Temposünder werden, denn der ursprünglich französische „chauffeur“ war nichts anderes als ein „Heizer“, der den Ofen einer Lokomotive befeuerte....


                                        

Beruferaten ist angesagt

„HAIRART sucht Hairdesigner“. Diese Stellenanzeige dürfte uns auf den ersten Blick stutzig machen, erst bei genauerem Hinsehen verstehen wir, dass ganz einfach ein Friseur für einen Salon gesucht wird. Zu wenig attraktiv erweist sich ein Friseurgeschäft, wenn es sich einfach nur als Salon ausweist; man lässt sich schon originellere Bezeichnungen wie vorhair @ nachhair oder Haarlequin einfallen. Wenn beispielsweise der Salon HAARLUST in Kastelbell zum Haarstyling einlädt, dürften sich die Kunden schon von der...


                                        

Siezen Sie noch oder duzt du schon?

„Hallo, Sie, ich hätte gern ...“, vernimmt man nicht selten in Gastlokalen. „Entschuldigung, kann ich bitte ...“, ruft der Gast der Kellnerin zu. „Fräulein, würden Sie bitte ...“, hört man nur mehr selten, gerade einzelne Senioren glauben, damit den guten Ton zu treffen. Das gut gemeinte „Fräulein“ ist durchwegs vom unpersönlichen „Hallo“ und „Entschuldigung“ ersetzt worden. Genau genommen ist das „Fräulein“ auf ein keineswegs frauliches...


                                        

Tippen statt schreiben?

Ab Herbst 2016 müssen die Kinder Finnlands nicht mehr die Schreibschrift lernen, es genügt, wenn sie sich in großen und kleinen Druckbuchstaben schriftlich ausdrücken können. Man will den Kindern den Drill, schön zu schreiben, ersparen, so argumentieren die Schulleute. Neben dem Erlernen von Druckbuchstaben sollen die Schüler, unter Verwendung sämtlicher Finger, auch Texte in Laptop, Tablet und PC fließend tippen können. Zum späteren Berufsleben sei das Verfassen von Texten mit Tastatur und Maus...


                                        

Was gehen uns die Griechen an?

„Gute Nacht, Frau Merkel“ war die Botschaft der griechischen Linken nach dem Wahlsieg. „Grexit“ fordern einzelne Ökonomen bereits, also Hellas Ausstieg vom Euro. Dabei ist seit Kurzem das Bildnis der sagenumwobenen „Europa“ als Wasserzeichen und im Hologrammstreifen auf den neuen 5-€ und 10-€ Banknoten dargestellt. Aus der griechischen Mythologie kennen wir die Geschichte vom Zeus, wie er sich in einen Stier verwandelte und Europa, die Tochter des phönizischen Königs Agenor, auf seinem Rücken...


                                        

Sale - 50 %

„Verkaufen die jetzt alle Salz?“, fragt der Kleine die Mutter beim Bummeln durch die Lauben, beeindruckt vom plakativen SALE an den Schaufenstern. „Sale heißt, dass alles billiger ist“, klärt die Mutter den Jungen auf. Dass dem nicht so ist, erfahren wir spätestens, wenn wir uns im Geschäft nach dem Preis qualitativ hochwertiger Artikel erkundigen. „WINTER SALE mit Preisersparnis von bis zu 80 %“ bietet zurzeit das Outlet Center am Brenner. Ist das Salz deshalb so günstig zu haben, weil es dank...


                                        

Neuerdings wird geshuttelt

„Wir fühlen uns gepiesackt“, klagte Brigitte Foppa kürzlich der „Neuen Südtiroler Tageszeitung“; die Entwürfe der politischen Minderheit würden reihenweise in den zuständigen Gesetzgebungsausschüssen abgeschmettert. Was die Abgeordnete mit „piesacken“ wohl meine, dürften sich vor allem jüngere Zeitungsleser fragen. Tatsächlich handelt es sich hierbei um ein vom Aussterben bedrohtes Wort. Wer andere „piesackt“, der peinigt, quält oder ärgert sie. Das...